Prince Hubert de Polignac XO

Cognac

Prince Hubert de Polignac XO

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.PremiumKlassifikation XO, mindestens 10 Jahre, französische EicheGrande Champagne und Petite Champagne, Frankreich
CognacXO
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Herstellung des Prince Hubert de Polignac XO:

Zur Entstehung der Marke durch Prinz Hubert de Polignac im Jahr 1947 und zu den Besitzverhältnissen seit 2019 steht alles Wesentliche im Artikel zum Prince Hubert de Polignac VS. Hier geht es um die ältere Stufe, die sich vom VS nicht nur im Alter, sondern auch in der Herkunft der Brände unterscheidet.

Der XO setzt auf Eaux-de-Vie aus der Grande Champagne und der Petite Champagne, den beiden Crus, die zusammen die Appellation Fine Champagne bilden. Als Rebsorte dient wie in der Region üblich Ugni Blanc, der Wein wird in kupfernen Charentais-Brennblasen zweifach destilliert. Gereift wird nach Händlerangaben mindestens zehn Jahre in französischer Eiche, was dem gesetzlichen Minimum für einen XO seit der Reform von 2018 entspricht. Eine konkrete Cuvée-Zusammensetzung, etwa die Zahl der Brände oder ihr durchschnittliches Alter, legt das Haus in seinen öffentlichen Unterlagen nicht offen. Ältere Flaschenausstattungen führen Händler inzwischen als ausgelaufen, was mit der Neugestaltung der Marke zusammenhängen dürfte. Nach dem Relaunch der Marke erscheint der XO, wie VS und VSOP, in einer neu gestalteten Karaffenflasche.

Verkostung des Prince Hubert de Polignac XO:

Die Farbe ist ein warmes Bernstein bis Kupfer. Die Nase öffnet mit Apfel, Birne und Pfirsich, darunter kandierte Orangenschale. Dazu kommen Vanille und Honig, im Hintergrund Sandelholz, Leder und getrocknete Blüten. Am Gaumen wird der Cognac würziger, mit Zimt, Muskat, Nelke und einem Hauch Pfeffer. Die Frucht bleibt präsent, jetzt als Trockenobst, begleitet von Toffee und einem Anflug von Milchschokolade. Das Holz trägt die Süße, ohne sie zu dominieren. Der Abgang ist lang und warm, honigsüß mit Gewürz, dazu tauchen nach und nach Leder und eine leise Tabaknote auf. Je nach Beschreibung fällt der Schwerpunkt anders aus: Die Markenseite nennt Trockenfrucht, Honig und Tabak, ein britischer Händler zählt dagegen Apfel, Birne, Pfirsich und kandierte Orangenschale auf. Beides lässt sich vereinen, wenn man das Glas erst frisch und später aufgewärmt riecht. Mit 40 % vol. liegt der XO im Standard seiner Klasse. Die Beschreibung fasst mehrere Händlerverkostungen zusammen, weil kaum unabhängige Fachtests vorliegen.

Steckbrief Prince Hubert de Polignac XO:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: XO, mindestens 10 Jahre
Fassreifung: französische Eiche, Grande und Petite Champagne
Hersteller: Prince Hubert de Polignac, Cognac, Frankreich

Herstellung im Detail: Fine Champagne in der Mittelklasse der XO

Die Kombination aus Grande und Petite Champagne gilt als klassische Verbindung. Die Grande Champagne liefert Feinheit, Blüte und Alterungspotenzial, die Petite Champagne etwas mehr Körper und frühere Zugänglichkeit. Als Fine Champagne bezeichnet man einen Cognac, wenn mindestens die Hälfte der Brände aus der Grande Champagne stammt, der Rest aus der Petite Champagne. Ob der Polignac XO diese Appellation formal führt, geben die Händlerbeschreibungen nicht an, sie nennen nur beide Crus. Wer die Lagen im Vergleich sehen möchte, findet sie im Beitrag Die Crus der Cognac-Region.

Dass die Frucht hier so präsent bleibt, passt zu einem XO, für den Händler eine Reife von mindestens zehn Jahren angeben: Das Holz hatte Zeit, Gewürz und Vanille zu geben, ohne die Frische des Destillats zu verdecken. Genaue Reifezeiten nennt das Haus allerdings nicht. Die Stufe darüber, den Prince Hubert de Polignac XO Royal, beschreiben Händler mit sehr ähnlichen Eckdaten, aber einem anderen Aromenbild, mit mehr Mandel und Lebkuchen. Die Abstufung zwischen XO und XO Royal ist nach den uns vorliegenden Angaben eine Frage der Assemblage, nicht des gesetzlichen Mindestalters.

Genuss-Empfehlung

Der XO gehört ins Tulpenglas bei Zimmertemperatur, pur oder mit einem Tropfen Wasser, der die Frucht öffnet. Ein Eiswürfel ist möglich, nimmt aber die Gewürznoten zurück. Für Cocktails ist die Qualität zu schade, dafür gibt es die jüngeren Stufen.

Zum Essen passen Trockenobst wie Aprikosen und Feigen, Walnüsse, Crème brûlée oder ein Stück Bitterschokolade. Auch zu gereiftem Comté und anderen halbfesten Käsen macht sich der Honigton gut. Am Ende eines Menüs, zusammen mit einem Espresso, entfaltet er sich ruhig und ohne Eile. Die Wahl des Glases beeinflusst den Eindruck stark, Tipps dazu gibt der Beitrag Cognac richtig genießen. Etwa drei Zentiliter genügen, um Nase und Gaumen in aller Ruhe zu erfassen.

Einordnung & Alternativen

  • Prince Hubert de Polignac VS – die jüngste Stufe der Marke, leichter, mit Multi-Cru-Verschnitt und gut für Longdrinks.
  • Rémy Martin XO – ein Fine-Champagne-XO mit bis zu 37 Jahre alten Eaux-de-Vie, dichter und holzbetonter.
  • Courvoisier XO – ebenfalls ein Champagne-XO, ergänzt um Borderies und Tronçais-Eiche.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Fruchtigkeit4/5
Süße3/5
Eiche/Vanille3/5
Blumig/Würzig2/5

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