Prince Hubert de Polignac VS

Cognac

Prince Hubert de Polignac VS

3,6/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.EinstiegsklasseKlassifikation VS, nach Händlerangaben Eaux-de-Vie von etwa 3 bis 5 Jahren, französische EicheCognac, Frankreich (Verschnitt mehrerer Crus)
CognacVS
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Herstellung des Prince Hubert de Polignac VS:

Hinter dem Namen steht eine Person: Prinz Hubert de Polignac, 1918 geboren, Spross einer der ältesten französischen Adelsfamilien und als Berater des französischen Außenhandels tätig. Er gründete 1947 die Marke, die seinen Namen trägt, und stützte sich dabei auf das technische Wissen des Hauses H. Mounier. Bis 2019 gehörte die Marke zum Sortiment von H. Mounier. Dann übernahm sie nach dem Moodie Davitt Report der Hongkonger Investmentfonds Asia Turbo International. Heute führt Anthony Perera das Haus, der Slogan lautet nach dem Moodie Davitt Report „adelig im Namen, adelig im Geist“, und als Werte nennt die Marke Beharrlichkeit, Schutz und Gedeihen. Der Firmensitz ist ein Stadtpalais an der Rue de l'Isle d'Or im historischen Zentrum von Cognac, der nach Angaben des Hauses Partnern und Händlern vorbehalten ist und keine Besucher empfängt.

Zum Selbstbild gehört der Hofbezug: Nach Markenangaben trägt das Haus den Titel eines offiziellen Lieferanten des dänischen Hofes, und auch der französische Präsident René Coty zählte zu den Förderern. Die Produktion stützt sich nach dem Moodie Davitt Report auf etwa 120 Winzer und 80 Brennereien, mit den Rebsorten Ugni Blanc, Colombard und Folle Blanche. Der VS ist der jüngste Cognac des Hauses. Er ist ein Verschnitt mehrerer Crus, ein französisches Gastronomiemagazin nennt überwiegend Fins Bois mit einem Anteil Petite Champagne. Die Brände reifen nach Händlerangaben drei bis fünf Jahre in französischer Eiche, also länger als die gesetzlichen zwei Jahre der Stufe VS.

Verkostung des Prince Hubert de Polignac VS:

Im Glas liegt ein Mahagoniton mit goldenen Reflexen. Die Nase ist frisch und traubig, dazu kommen Blüten, Pfirsich, Aprikose und ein Hauch Vanille. Am Gaumen wirkt der VS leicht und frisch, mit einer milden Süße: Vanille und Nuss treffen auf Zimt, die Frucht bleibt im Vordergrund und das Holz hält sich zurück. Der Abgang ist mittellang und würzig, mit Pflaume, Feige und Rosine, am Ende klingt ein Hauch Sternanis nach. Die Beschreibungen stammen überwiegend von Händlern, unabhängige Fachverkostungen sind für diese Abfüllung kaum zu finden. Mit 40 % vol. bewegt sich der VS im üblichen Rahmen der Stufe.

Steckbrief Prince Hubert de Polignac VS:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: VS, Multi-Cru-Verschnitt
Fassreifung: nach Händlerangaben etwa 3 bis 5 Jahre, französische Eiche
Hersteller: Prince Hubert de Polignac, Cognac, Frankreich

Herstellung im Detail: Jung, aber nicht beliebig

Ein VS entsteht selten aus den besten Fässern eines Hauses, er soll leicht zugänglich und konstant sein. Dafür greift man auf Brände aus Lagen zurück, die früh reifen, und das Verschnittprinzip sorgt für Gleichmäßigkeit von Jahr zu Jahr. Die Fins Bois sind dafür ein klassischer Lieferant, weil ihre Eaux-de-Vie fruchtig und rund ausfallen und früher trinkbar sind als die der Champagne-Crus. Die kalkigen Böden der Petite Champagne bringen dazu etwas Struktur. Wie sich die Lagen unterscheiden, erklärt der Beitrag Die Crus der Cognac-Region.

Dass der VS mit drei bis fünf Jahren Reife über dem Minimum liegt, hilft der Rundheit. Verkauft werden die Cognacs der Marke nach dem Moodie Davitt Report vor allem in Frankreich, China und im Reisehandel. Die nächste Stufe der Marke, den XO mit Champagne-Crus, beschreibt der Artikel zum Prince Hubert de Polignac XO. Nach der Neuausrichtung bekam die Linie eine Karaffenflasche, deren Auftritt die Familiengeschichte betont.

Genuss-Empfehlung

Pur schmeckt der VS im Tulpenglas bei Zimmertemperatur oder mit einem Eiswürfel, dann zeigt er seine Frucht deutlicher. Seine eigentliche Stärke liegt aber im Mixgetränk. In einer französischen Sommeraktion wurde er mit Pineau blanc, Cranberry und einem Zitronenstreifen gemixt. Klassisch gelingt er im Brandy Sour, wo Zitrone und Zucker seine Vanille und den Pfirsich tragen, und im French 75 mit Cognac, in dem die Frische zum Schaumwein passt. Auch ein Highball mit Ginger Ale und Limette funktioniert. Faustregel: ein Teil Cognac auf drei bis vier Teile Ginger Ale, viel Eis und ein Spritzer frische Limette. Im Brandy Sour genügen fünf Zentiliter Cognac, Zitronensaft und Zuckersirup, kräftig geschüttelt.

Zum Essen passen Aprikosenkuchen, Mandelgebäck und milder Hartkäse. Als Digestif nach einem schweren Essen ist er weniger geeignet, für den Aperitif und die Bar dagegen gut.

Einordnung & Alternativen

  • Prince Hubert de Polignac XO – die mindestens zehnjährige Stufe derselben Marke aus Grande und Petite Champagne, deutlich tiefer und würziger.
  • Courvoisier VS – ein VS mit Bons Bois, Fins Bois und Petite Champagne, frisch mit Apfel und Birne.
  • Camus VS – ein Borderies-VS, der die typische Blumigkeit schon in der Einstiegsklasse zeigt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Fruchtigkeit4/5
Süße3/5
Eiche/Vanille2/5
Blumig/Würzig3/5

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