Citadelle Gin

Gin

Citadelle Gin

4/5 Redaktionsbewertung
44 % vol.Cognac, Frankreich
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Citadelle Gin:

Der Citadelle Gin wird im Hause Maison Ferrand im französischen Cognac produziert, wo Inhaber Alexandre Gabriel 1996 an ein historisches Rezept aus dem 18. Jahrhundert anknüpfte, das ursprünglich aus einer kleinen Destille bei Dünkirchen stammte und die französische Brandy-Tradition mit dem holländischen Genever verband. Gabriel, der Maison Ferrand bereits seit den frühen 1990er-Jahren führt und das Haus vor allem für seine Cognacs und Rums bekannt gemacht hat, brachte mit dem Citadelle sein Wissen um klassische Brand-Destillation in die Gin-Welt ein – zu einer Zeit, als Gin in Frankreich noch ein Nischenprodukt war. Gebrannt wird der Citadelle in kleinen, nur 200 Liter fassenden Charentais-Kupferbrennblasen, wie sie sonst für Cognac verwendet werden, und zwar über offener Flamme, was dem Destillat eine besondere Reichhaltigkeit verleiht, die man sonst eher von Brandy als von Gin kennt. Die 19 Botanicals stammen aus aller Welt und werden bei Citadelle teils einzeln mazeriert und destilliert, bevor die einzelnen Destillate zum fertigen Gin vermählt (assembliert) werden – eine im Vergleich zur klassischen Ein-Topf-Destillation deutlich aufwendigere Methode, die für die vielschichtige Aromatik des Citadelle verantwortlich ist. Verdünnt wird auf 44 % vol., einen für europäische Gins vergleichsweise kräftigen Alkoholgehalt.

Verkostung des Citadelle Gin:

In der Nase präsentiert sich der Citadelle Gin mit harzigem, fichtenartigem Wacholder und einer überraschend grünen, frischen Note von Koriandergrün. Am Gaumen zeigt sich die Reichhaltigkeit der offenen Flammendestillation deutlich: würzige und leicht süßliche Aromen von Zimt und Cassia treten hervor, gestützt von Zitrusschalen, Kardamom und einem Hauch Mandel, während Paradieskörner und Kubebenpfeffer für eine feine, pfeffrige Schärfe sorgen. Der Abgang ist intensiv würzig-süß und wird maßgeblich vom frischen Zimt geprägt, der dem Citadelle seinen unverwechselbaren, klassisch-französischen Charakter verleiht und ihn deutlich von den eher zitrus- oder wacholderbetonten britischen London Dry Gins unterscheidet.

Steckbrief Citadelle Gin:

Alkoholgehalt: 44 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Veilchenwurzel, marokkanischer Koriander, spanische Mandeln, Zitronenschale, Orangenschale, Angelikawurzel, Kardamom, Cassia, Zimt, Süßholz, Paradieskörner, Kubebenpfeffer, Kreuzkümmel, Bohnenkraut, Sternanis, Muskatnuss, Fenchel, Schwertlilienwurzel
Hersteller: Maison Ferrand, Cognac, Frankreich

Botanicals des Citadelle Gin im Detail

Mit 19 Botanicals gehört der Citadelle zu den rezeptmäßig umfangreichsten Gins überhaupt. Statt alle Zutaten gemeinsam zu destillieren, verfolgt Maison Ferrand ein Verfahren, das eher an die Assemblage von Cognac oder Rum erinnert: Ein Teil der Botanicals – etwa Zimt, Kardamom oder Kubebenpfeffer – wird einzeln oder in kleinen Gruppen mazeriert und separat destilliert, bevor die einzelnen Destillate im Anschluss sorgfältig zum fertigen Gin vermählt werden. Diese Methode erlaubt es dem Kellermeister, jede Zutat exakt so lange und bei genau der Temperatur zu extrahieren, die ihr eigenes Aromaprofil am besten zur Geltung bringt, statt einen Kompromiss für alle Botanicals gleichzeitig eingehen zu müssen. Die Verwendung von Charentais-Brennblasen, wie sie sonst für Cognac typisch sind, sowie die Destillation über offener Flamme statt mit Dampf verstärken diesen reichhaltigen, fast önologischen Charakter zusätzlich – ein Verfahren, das im Gin-Segment eine Ausnahme darstellt.

Verwendung des Citadelle Gin

  • Gin & Tonic: Ein klassisches Indian Tonic wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water unterstreicht die würzige Zimt- und Koriandernote des Citadelle Gin, ohne seine Komplexität zu erdrücken. Wer die Gewürznote zusätzlich betonen möchte, kombiniert den Citadelle auch mit Fever-Tree Aromatic Tonic Water, dessen Angostura-Würze gut zur Zimt-Cassia-Note passt.
  • Dry Martini: Dank seiner Reichhaltigkeit und der klaren Gewürznote eignet sich der Citadelle auch hervorragend als Basis für einen klassisch-trockenen Martini, in dem die Assemblage-Struktur des Gins besonders gut zur Geltung kommt.

Der Citadelle Gin richtet sich an Genießer, die neben klassischen britischen London Dry Gins auch die kontinentaleuropäische Interpretation des Wacholderbrands kennenlernen möchten. Im Vergleich zu französischen New-Western-Vertretern wie G'Vine Floraison Gin, der auf Traubendestillat als Basis setzt, bleibt der Citadelle mit seiner Getreidebasis und der aufwendigen Assemblage-Technik näher an der klassischen Gin-Struktur, gewinnt seine Komplexität aber über ein völlig anderes Verfahren als die meisten britischen Wettbewerber. Wer würzige, cognac-nahe Aromatik schätzt, findet im Citadelle einen der eigenständigsten Vertreter der französischen Gin-Tradition.

Neben dem hier vorgestellten Original-Gin führt Maison Ferrand mit dem Citadelle Réserve auch eine im französischen Eichenfass gereifte Variante, die die brandy-nahe Handschrift der Marke noch einmal verstärkt und zusätzliche Vanille- und Holznoten einbringt. Dieses Konzept – ein und dieselbe Botanical-Basis einmal klar und einmal fassgereift anzubieten – ist im Gin-Segment selten und unterstreicht, wie eng Maison Ferrand seine Gin-Produktion an die eigene Cognac- und Fasslager-Expertise anlehnt. Für Einsteiger empfiehlt sich zunächst der klare Citadelle, um die vielschichtige Botanical-Struktur unverfälscht kennenzulernen, bevor man sich an die zusätzliche Fassnote der Réserve herantastet.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder4/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig2/5
Würze5/5

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