Cotswolds Dry Gin

Gin

Cotswolds Dry Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.MittelklasseEngland
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Cotswolds Dry Gin:

Der Cotswolds Dry Gin stammt von der Cotswolds Distillery im englischen Warwickshire, die 2014 vom gebürtigen New Yorker Dan Szor gegründet wurde. Szor, der zuvor als Finanzmanager in New York und London tätig war, hatte sich schon seit den 1990er-Jahren für Single Malt Whisky begeistert und entschied sich schließlich, seinen Wohnsitz in den Cotswolds zum Standort einer eigenen Destillerie zu machen. Ursprünglich stand daher die Herstellung von Single Malt Whisky im Vordergrund, doch weil Whisky erst nach Jahren der Fassreifung verkauft werden darf, widmete sich das Team schon in der Gründungsphase monatelang der Entwicklung eines eigenen Gins, der von Beginn an Umsatz generieren sollte, und testete dafür über 150 verschiedene Botanical-Kombinationen. Das Ergebnis hebt sich bewusst von klassischen London Dry Gins ab: Als Basis dient ein eigens gebranntes Malzdestillat aus Gerste, wie es sonst für Whisky verwendet wird, statt eines neutralen Getreidealkohols. Die neun handverlesenen Botanicals – darunter Lavendel aus dem nahen Snowshill – werden gemeinsam mazeriert und destilliert. Dieses Verfahren verleiht dem Cotswolds Dry Gin eine vollere, rundere Textur als viele klassische London Dry Gins und macht ihn zu einem markanten Vertreter der New-Western-Dry-Stilrichtung. Der Erfolg des Gins bei Konsumenten und Fachjury gleichermaßen brachte der noch jungen Destillerie zahlreiche internationale Auszeichnungen ein und half dabei, die spätere Whisky-Produktion überhaupt erst zu finanzieren.

Verkostung des Cotswolds Dry Gin:

In der Nase zeigt sich der Cotswolds Dry Gin wacholderbetont mit deutlichen Zitrusnoten von Limette und rosa Grapefruit, begleitet von einem floralen Hauch Lavendel. Am Gaumen entfaltet sich ein warmes, leicht öliges Mundgefühl – eine Folge der Malzdestillat-Basis –, das den Wacholder mit würzigem Kardamom, pfeffriger Schärfe und einer feinen Lorbeernote verbindet. Die Zitrusfrische sorgt für Lebendigkeit, während die Malznote im Hintergrund für Fülle sorgt. Im Abgang bleibt der Gin angenehm warm und leicht würzig, mit einem Nachklang von Lavendel und Zitrusschale. Mit Tonic verwandelt er sich durch die hohe Botanical-Dichte in eine charakteristische, leicht trübe „Perlmutt-Wolke" – ein sichtbares Zeichen der natürlichen Herstellung ohne künstliche Zusätze.

Steckbrief Cotswolds Dry Gin:

Alkoholgehalt: 46 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholderbeeren, Koriandersamen, Angelikawurzel, Cotswold-Lavendel, Lorbeerblätter, Limettenschale, rosa Grapefruitschale, Kardamomsamen, schwarzer Pfeffer
Hersteller: Cotswolds Distillery, Stourton/Shipston-on-Stour, Warwickshire, England

Herstellung im Detail: Malzdestillat statt Getreidealkohol

Die meisten Gins der Welt basieren auf einem hochprozentigen, geschmacklich weitgehend neutralen Getreidealkohol, der eigens für die Spirituosenindustrie in großen Kolonnenbrennanlagen hergestellt wird. Die Cotswolds Distillery geht hier einen anderen Weg: Weil sie ohnehin über eine eigene Malzbrennerei für ihren Single Malt Whisky verfügt, nutzt sie einen Teil dieses aus Gerste gebrannten Malzdestillats auch als Basis für ihren Gin. Malzdestillat ist von Natur aus weniger neutral als klassischer Getreidealkohol und bringt bereits vor der Zugabe der Botanicals eine gewisse Fülle, Süße und leicht malzige Wärme mit – Eigenschaften, die sich im fertigen Gin als vollere, rundere Textur bemerkbar machen. In Kombination mit der hohen Botanical-Dichte von neun sorgfältig ausgewählten Zutaten, die gemeinsam mazeriert und destilliert werden, ergibt sich ein Gin, der sich klar von neutraleren, schärfer wirkenden London Dry Gins abhebt. Sichtbar wird dieser Effekt auch beim Verdünnen mit Tonic Water: Die hohe Konzentration an ätherischen Ölen sorgt dafür, dass sich der Gin leicht trüb verfärbt – ein rein natürliches Phänomen, das auf den Verzicht künstlicher Zusatzstoffe zurückzuführen ist und bei vielen Botanical-reichen Craft-Gins zu beobachten ist.

Verwendung des Cotswolds Dry Gin

  • Gin & Tonic: Der intensive Botanical-Charakter verträgt ein Tonic Water mit klarem, nicht zu dominantem Chinin-Profil, damit Lavendel und Zitrus zur Geltung kommen. Besonders gut harmoniert das Fever-Tree Mediterranean Tonic Water, dessen milde, leicht blumige Süße die Lavendelnote unterstreicht. Alternativ passt auch das klassische Fever-Tree Premium Indian Tonic Water für einen herberen Drink. Garniert mit rosa Grapefruit und Lorbeerblatt entfaltet sich das volle Aroma.
  • Pur oder auf Eis: Dank seiner malzigen Fülle und warmen Textur eignet sich der Cotswolds Dry Gin auch pur oder auf einem großen Eiswürfel genossen – ähnlich einem milden Whisky. So treten Röstnoten des Malzdestillats sowie würzige und zitrische Facetten der Botanicals besonders deutlich hervor.

Der Cotswolds Dry Gin richtet sich an Whisky-affine Gin-Trinker, die eine vollere, malzig-warme Textur einem eher scharf-trockenen London-Dry-Stil vorziehen. Neben diesem Signature-Gin führt die Cotswolds Distillery inzwischen auch einen Cotswolds Old Tom Gin sowie fassgelagerte Varianten im Sortiment, die die Verwandtschaft zur eigenen Whisky-Produktion noch deutlicher herausstellen. Im Vergleich zu klassischen, rein getreidebasierten London Dry Gins wie Broker's London Dry Gin zeigt der Cotswolds Dry Gin eindrücklich, wie stark die Wahl des Basisdestillats den Charakter eines Gins prägen kann – ein Umstand, den seit den 2010er-Jahren gerade in England zunehmend mehr Whisky-Destillerien nutzen, um mit Gin schnellere Einnahmen zu erzielen, während der Whisky in den Fässern reift. Preislich bewegt sich der Cotswolds Dry Gin im soliden Mittelfeld und bietet für diese Mittelklasse ein überdurchschnittlich dichtes, mehrfach ausgezeichnetes Botanical-Profil. Was Fassreifung bei Gin bewirkt, erklärt der Artikel Barrel-Aged Gin: Wie Fassreifung den Charakter von Gin verändert.

Einordnung & Alternativen

  • The Botanist Islay Dry Gin – ebenfalls aus einer Whisky-Destillerie, aber mit 22 wild gesammelten Botanicals noch kräuteriger und komplexer.
  • Sipsmith London Dry Gin – setzt auf klassischen Getreidealkohol statt Malzdestillat und wirkt dadurch trockener und schärfer im Antritt.
  • Caorunn Gin – ähnlich rund im Profil, erreicht die Fülle aber über regionale Highland-Botanicals statt über eine Malzbasis.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder4/5
Zitrus4/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze4/5

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