Jinzu Gin

Gin

Jinzu Gin

4/5 Redaktionsbewertung
41.3 % vol.
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Jinzu Gin:

Der Jinzu Gin entstand 2013 im Rahmen des Diageo-Wettbewerbs "Show your Spirit", den die Bartenderin Dee Davies aus Bristol gewann. Als Preis durfte sie eine Woche lang im hauseigenen Innovationszentrum des Spirituosenkonzerns an einer eigenen Rezeptur arbeiten – nach fast zwei Jahren Entwicklungszeit kam der fertige Gin im Oktober 2014 auf den Markt. Diageo positionierte den Jinzu in seinem Reserve-Brand-Portfolio neben Marken wie Ciroc und Johnnie Walker Blue Label; Davies erhält bis heute 5 % der Erlöse aus den ersten fünf Verkaufsjahren, weitere 5 % fließen in Bartender-Förderprojekte.

Gebrannt wird der Jinzu in der Cameronbridge Distillery nahe Edinburgh, dem Zentrum der gesamten britischen Gin-Produktion von Diageo. Seit die konzerneigene Gin-Herstellung 1998 von der Laindon Distillery in Essex nach Schottland verlegt wurde, entsteht dort auch das Destillat für Marken wie Tanqueray und Gordon's – Cameronbridge ist damit der einzige Ort weltweit, an dem Tanqueray Gin produziert wird. Die Anlage verfügt über ein eigenes Testlabor, in dem Botanicals und Zwischenprodukte laufend geprüft werden, und hält an der traditionellen "One-Shot"-Destillation fest, bei der Botanicals und Alkohol in einem einzigen Brennvorgang zum fertigen Gin werden, statt wie bei der effizienteren "Multiple-Shot"-Methode getrennte Konzentrate nachträglich zu verschneiden. Die eigentliche Besonderheit des Jinzu liegt jedoch nicht allein in dieser Destillation, sondern in der Assemblage danach: Ein klassisch destillierter Gin auf Basis von Wacholder und Koriander wird mit japanischem Sake verschnitten, wodurch der fertige Jinzu einen ungewöhnlich weichen, leicht süßlichen Grundton erhält, wie er sonst bei kaum einem anderen Gin zu finden ist. Ergänzt wird die Rezeptur um Kirschblüten (Sakura) und die japanische Zitrusfrucht Yuzu, die dem Gin eine deutlich fernöstliche Aromatik verleihen. Verdünnt auf 41,3 % vol. bringt der Jinzu damit zwei Welten zusammen: britische Gin-Handwerkstradition und japanische Sake-Kultur.

Verkostung des Jinzu Gin:

In der Nase präsentiert sich der Jinzu zunächst mild-süßlich mit deutlicher Kirschblüten-Note, die von einer feinen, herben Yuzu-Frische begleitet wird; Wacholder ist präsent, tritt aber nie in den Vordergrund. Am Gaumen zeigt sich der Einfluss des Sake deutlich: Der Antrunk wirkt weich und rundlich, fast reisig-süß, bevor sich Koriander und eine dezente krautig-würzige Tiefe entfalten, die dem Gin trotz seiner floralen Eleganz genügend Struktur verleihen. Die Yuzu sorgt zusätzlich für eine spritzige Zitrusfrische, ohne dass der Gin dabei sauer oder aggressiv wirkt. Im Abgang bleibt vor allem die Kirschblüte bestehen, begleitet von einem sanften, leicht würzigen Nachklang. Insgesamt zeigt sich der Jinzu als einer der milderen, zugänglicheren Vertreter unter den floral-fruchtigen New-Western-Gins.

Steckbrief Jinzu Gin:

Alkoholgehalt: 41,3 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriander, Kirschblüten (Sakura), Yuzu, japanischer Sake
Hersteller: Diageo, Cameronbridge Distillery, Schottland

Botanicals des Jinzu Gin im Detail

Anders als die meisten Gins entsteht der Charakter des Jinzu nicht allein während der Destillation, sondern vor allem durch die anschließende Assemblage mit Sake. Der gebrannte Basis-Gin – im Kern ein klassisches Wacholder-Koriander-Profil – wird mit japanischem Reiswein verschnitten, der die typische Schärfe eines Neutralalkohol-Gins abmildert und eine leicht süßliche, reisige Rundung beisteuert. Die Kirschblüte, traditionell eng mit der japanischen Frühlingskultur verknüpft, bringt die florale Komponente ein, während die Yuzu – eine in Ostasien beheimatete Zitrusfrucht mit einem Aroma zwischen Mandarine, Grapefruit und Limette – für die nötige Frische sorgt. Diese Kombination aus britischem Handwerk und japanischen Zutaten macht den Jinzu zu einem der bekannteren Cross-Culture-Gins am Markt, in einer Kategorie, in der inzwischen auch andere Marken wie Roku Gin japanische Botanicals in einen westlichen Gin-Rahmen einbetten.

Verwendung des Jinzu Gin

  • Gin & Tonic mit Cherry Blossom Tonic: Die Kombination mit Thomas Henry Cherry Blossom Tonic verstärkt gezielt die Kirschblüten- und Sake-Aromen des Jinzu und ergibt einen besonders stimmigen, floral-fruchtigen Drink.
  • Gin & Tonic klassisch: Wer es etwas herber mag, kombiniert den Jinzu mit Fever-Tree Premium Indian Tonic Water, dessen Bitterkeit die milde Süße des Sake gut ausbalanciert.
  • Jinzu Fizz: Mit Zitronensaft, Zuckersirup und Soda aufgegossen entsteht ein erfrischender Longdrink, der die Yuzu-Note des Gins zusätzlich betont.

Der Jinzu Gin richtet sich vor allem an Genießer, die klassische Gin-Aromatik mit einer außergewöhnlichen, fernöstlich geprägten Note verbinden möchten, ohne dabei auf Zugänglichkeit und Milde zu verzichten. Im Vergleich zu kompromisslos wacholderbetonten London-Dry-Gins ist der Jinzu deutlich sanfter und floraler – eine bewusste Entscheidung, die ihn besonders bei Einsteiger:innen und bei Trinker:innen beliebt macht, die sonst eher zu Wein oder Sake greifen. Wer intensiven, klassischen Gin-Charakter sucht, wird beim Jinzu wenig finden; wer aber Neugier auf ungewöhnliche Aromenkombinationen mitbringt, entdeckt hier einen der eigenständigeren Gins seiner Kategorie.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze2/5

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