Xoriguer Gin de Mahón & Indi & Co. Botanical Tonic Water (3/5)

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Xoriguer Gin de Mahón & Indi & Co. Botanical Tonic Water (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Xoriguer Gin de Mahón von der Baleareninsel Menorca und das Indi & Co. Botanical Tonic Water aus El Puerto de Santa María treffen als zwei spanische Produkte aufeinander, die geografisch kaum unterschiedlicher liegen könnten – die eine Insel weit draußen im westlichen Mittelmeer, das andere an der andalusischen Atlantikküste bei Cádiz. Beide tragen zudem eine ausgeprägte, geschützte Herkunftsgeschichte: Xoriguer ist einer von weltweit nur zwei Gins mit geschützter geografischer Ursprungsbezeichnung ("Gin de Mahón"), während das Indi & Co. mit seinem aufwendigen Destillationsverfahren die traditionelle spanische Ballonglas-Gintonic-Kultur der Region Cádiz aufgreift. Die Frage dieser Paarung ist, ob sich diese gemeinsame "Pan-Spanische"-Identität auch aromatisch trägt, oder ob die beiden Produkte trotz ihrer Herkunft geschmacklich zu unterschiedliche Wege gehen.

Auch die jeweilige Geschichte beider Produkte könnte kaum unterschiedlicher sein: Xoriguer geht auf die britische Besatzungszeit Menorcas im 18. Jahrhundert zurück und wurde 1945 von Miguel Pons Justo als bewusste Wiederbelebung einer alten, fast verschwundenen Inseltradition neu gegründet – bis heute wird der Gin in über 250 Jahre alten, holzbefeuerten Kupferbrennblasen gebrannt. Indi & Co. dagegen ist ein deutlich jüngeres Produkt, das erst 2015 in den USA eingeführt wurde und sich von Beginn an über sein aufwendiges Destillationsverfahren als Premium-Mixer positionierte, statt auf eine jahrhundertealte Tradition zurückgreifen zu können.

Warum diese Kombination nur bedingt funktioniert

Xoriguer wird nicht aus neutralem Getreidealkohol, sondern aus destilliertem Wein hergestellt, was ihm eine rustikal-erdige, leicht weinige Grundnote verleiht, die deutlich reduzierter und weniger zitrisch-kräuterig ausfällt als bei den meisten anderen Gins. Das Indi & Co. dagegen ist mit seiner Orangenmarmelade-, Kardamom- und Kaffirlimetten-Aromatik ein vergleichsweise komplexes, fruchtig-würziges Tonic. Diese Kombination fehlt damit die Verwandtschaft, die sowohl den Gin Mare als auch den Copperhead mit demselben Tonic auszeichnet: Statt geteilte Botanicals zu verstärken, treffen hier zwei aromatisch recht eigenständige Profile aufeinander, die sich weniger ergänzen als nebeneinanderstehen. Die rustikale, weinig-erdige Wacholderwucht des Xoriguer wirkt neben der feinen Marmeladen-Kardamom-Komplexität des Tonics fast wie ein Fremdkörper – ein ähnliches Muster, wie es sich bereits bei der ebenfalls nur mittelmäßig bewerteten Kombination mit dem zurückhaltenden 1724 Tonic Water zeigte, während das kräftigere, weniger komplexe Goldberg & Sons Mediterranean Tonic dem Xoriguer erheblich besser bekommt.

Verkostung der Kombination

In der Nase treffen der kräftige, harzige Wacholder und die leicht weinige Erdigkeit des Xoriguer auf Kaffirlimettenblatt, Kumquat und Kardamomwürze des Tonics – zwei Aromenwelten, die nebeneinander wahrnehmbar bleiben, ohne sich richtig zu verbinden. Am Gaumen dominiert zunächst die rustikale, ölige Textur des Gins, bevor die Orangenmarmelade- und Vanillenote des Tonics nachträglich hindurchscheint, ohne die weinig-erdige Grundnote wirklich zu integrieren. Die trockene Chinin-Bitterkeit sorgt zwar für ein gewisses Gerüst, wirkt aber eher additiv als verschmelzend. Der Abgang ist warm, würzig und leicht erdig, mit einem Nachklang, der eher an zwei getrennt wahrgenommene Produkte als an einen stimmigen, einheitlichen Drink erinnert.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis mildert die rustikale Intensität des Xoriguer etwas ab. Eine Orangenzeste als Garnitur kann helfen, eine Brücke zwischen der weinig-erdigen Gin-Basis und der fruchtigen Tonic-Seite zu schlagen, auch wenn sie die grundlegende aromatische Distanz beider Zutaten nicht vollständig auflösen kann. Wer den traditionellen Charakter des Xoriguer stattdessen unverstellt erleben möchte, ist mit der auf Menorca üblichen "Pomada" aus Gin und Zitronenlimonade ohnehin besser bedient als mit einem derart vielschichtigen Botanical-Tonic.

Einordnung & Vergleich

Der Vergleich zu den beiden bereits vorgestellten Xoriguer-Kombinationen macht das Muster deutlich: Mit dem zurückhaltenden 1724 Tonic Water erreicht der Gin ebenfalls nur eine mittlere Bewertung, weil ihm die nötige Struktur fehlt, während er mit dem deutlich robusteren, weniger komplexen Goldberg & Sons Mediterranean Tonic die volle Punktzahl erreicht. Das Indi & Co. liegt aromatisch näher am ersten Fall: Es ist zwar keineswegs zurückhaltend, aber seine Komplexität liegt auf einer anderen, fruchtig-würzigen Ebene, die mit der rustikalen Weinbrand-Basis des Xoriguer nicht in den direkten Dialog tritt, wie es beim geradlinigeren Goldberg-Tonic gelingt. Im Vergleich zur ebenfalls spanischen, aber deutlich stimmigeren Paarung des Indi & Co. mit dem Gin Mare zeigt sich zudem, dass gemeinsame Herkunft allein keine Garantie für eine gelungene Kombination ist.

Fazit

3/5 Punkte. Eine geografisch reizvolle, aromatisch aber nur bedingt überzeugende Paarung zweier spanischer Produkte: Die rustikale, weinig-erdige Einfachheit des Xoriguer und die vielschichtige Frucht-Gewürz-Komplexität des Indi & Co. stehen eher nebeneinander als miteinander. Wer den traditionellen Charakter des Xoriguer erleben möchte, ist mit der klassischen Pomada oder einem robusteren, weniger komplexen Tonic wie Goldberg & Sons Mediterranean besser bedient; wer trotzdem die Kombination mit dem Indi & Co. probieren möchte, bekommt einen interessanten, aber nicht ganz harmonischen Drink mit doppeltem spanischem Herkunftsnachweis.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance2/5
Komplexität3/5
Säure/Frische3/5
Süße2/5