Bud Spencer Gin & Fentimans Tonic Water (4/5)

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Bud Spencer Gin & Fentimans Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Bud Spencer Gin von St. Kilian Distillers und Fentimans Tonic Water verbindet ein gemeinsames, eher ungewöhnliches Merkmal: Beide Produkte entstehen über einen Prozess, der über das reine Aromatisieren hinausgeht. Der Bud Spencer verknüpft toskanischen Wacholder mit fruchtig-weinigen Amarone-Trauben aus dem Valpolicella und einem Hauch Whisky-Malz – eine Rezeptur, die klar von der Whisky-Kompetenz der bayerischen Brennerei geprägt ist. Fentimans wiederum stellt sein Tonic seit über einem Jahrhundert im sogenannten botanischen Brauverfahren her, bei dem Chinarinde und Botanicals mit Hefe mehrere Tage fermentiert werden, statt die Aromen lediglich zuzusetzen. Diese Kombination bringt damit zwei Produkte zusammen, die ihre Tiefe jeweils aus einem fermentationsnahen Herstellungsprozess ziehen – ein Bezug, der sich weniger in der offiziellen Marketinggeschichte als im tatsächlichen Herstellungsverfahren beider Produkte zeigt. Während Fentimans seine botanische Braumethode bereits seit 1905 nahezu unverändert praktiziert, ist der Bud Spencer Gin ein deutlich jüngeres Lizenzprodukt rund um die Filmfiguren Bud Spencer und Terence Hill, das seine ungewöhnliche Botanical-Auswahl der Whisky-Kompetenz von St. Kilian Distillers verdankt – zwei Herstellungsphilosophien mit sehr unterschiedlichem Alter, die sich hier aromatisch trotzdem erkennbar nahekommen.

Warum diese Kombination funktioniert

Fentimans ist mit seiner kräftig-erdigen, durch die Fermentation gewonnenen Bitterkeit eines der intensivsten Tonics im gesamten Sortiment und verlangt entsprechend nach einem Gin, der dieser Wucht etwas entgegenzusetzen hat. Der Bud Spencer bringt genau das mit, allerdings auf ungewöhnliche Weise: Statt über kräftigen Wacholder oder ausgeprägte Zitrusnoten zu kontern, liefert er über die Amarone-Trauben eine weinig-süße Fülle und über das Whisky-Malz eine warme, leicht karamellige Tiefe, die der erdigen Fentimans-Bitterkeit ein eigenständiges Gegengewicht bietet. Beide Aromenwelten – die fermentierte Erdigkeit des Tonics und die traubig-malzige Süße des Gins – sprechen dieselbe "gebraute" Sprache, wodurch sich die Kombination trotz ihrer Kraft nicht widersprüchlich, sondern stimmig anfühlt. Ganz reibungslos verläuft dieses Zusammenspiel aber nicht: Die Bitterkeit des Fentimans ist so ausgeprägt, dass die Trauben- und Malzsüße des Gins merklich gefordert wird, um überhaupt gegenzuhalten – ein Grund, warum die Balance in der Geschmacks-Matrix mit einem soliden, aber nicht perfekten Wert bewertet ist, während die Vielschichtigkeit aus Wacholder, Frucht, Malz und Fermentationsnoten für eine der komplexeren Kombinationen im Katalog sorgt.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink erdig-würzig mit einer deutlichen Fermentationsnote, die schnell von der süßlich-weinigen Traubenaromatik und einem Hauch Malz unterlegt wird. Am Gaumen dominiert zunächst die kräftige Bitterkeit des Fentimans, die von der Amarone-Süße und der karamelligen Malznote merklich, aber nicht vollständig ausgeglichen wird – eine moderate Säure sorgt zusätzlich für Kontur, ohne den Drink spritzig wirken zu lassen. Toskanischer Wacholder und mediterrane Kräuter blitzen im Mittelgaumen kurz auf, bevor sie von der erdigen Tiefe des Tonics wieder eingefangen werden. Der Abgang ist lang, bitter-erdig, mit einem nachklingenden Hauch Karamell und Traubensüße – ein kräftiges, vielschichtiges Geschmacksbild, das mehr an einen würzigen Digestif als an einen leichten Sommerdrink erinnert.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis ist hier fast Pflicht, damit die kräftige Bitterkeit über die Zeit etwas an Schärfe verliert. Ein Verhältnis von etwa 1:2 (Gin zu Tonic) empfiehlt sich, damit die Trauben- und Malzsüße des Bud Spencer der Fentimans-Bitterkeit ausreichend Gegengewicht bieten kann – ein zu hoher Tonic-Anteil würde die Balance zugunsten der Bitterkeit verschieben. Als Garnitur passt, wie auf der Produktseite des Gins vorgeschlagen, eine kleine Traube oder eine Orangenzeste: Beide unterstreichen die weinige Fruchtnote und schaffen eine zusätzliche Brücke zur erdigen Komplexität des Tonics.

Einordnung & Vergleich

Auf der eigenen Produktseite empfiehlt Fentimans klassische Partner wie Beefeater London Dry Gin, dessen kräftiger Wacholder der Bitterkeit standhält, sowie Hayman's Old Tom Gin, dessen zugesetzte Süße das Tonic historisch stimmig ausbalanciert. Bud Spencer Gin folgt keinem dieser beiden Muster: Er kontert weder mit reiner Wacholderkraft noch mit klassischer Old-Tom-Süße, sondern mit einer weinig-malzigen Fülle, die eher an einen Barrel-Aged-Gin erinnert. Damit ergibt sich eine dritte, im Sortiment eher seltene Spielart der Fentimans-Pairing-Logik. Innerhalb des eigenen Katalogs unterscheidet sich diese Kombination zudem deutlich von der Paarung des Fentimans mit dem klassisch aufgebauten Gin Lane 1751, bei der die Bitterkeit auf ein traditionelles, wacholderbetontes London-Dry-Profil trifft statt auf eine weinig-malzige Sonderrezeptur.

Fazit

4/5 Punkte. Eine kräftige, vielschichtige Kombination, die vor allem durch das ungewöhnliche Aufeinandertreffen zweier fermentationsnaher Herstellungsprozesse überzeugt. Die intensive Fentimans-Bitterkeit fordert die Trauben- und Malzsüße des Bud Spencer merklich, weshalb die Balance nicht ganz an die stimmigsten Kombinationen im Programm heranreicht. Empfehlenswert für alle, die einen kräftigen, erdig-würzigen Gin & Tonic mit Digestif-Charakter suchen und keine Angst vor kräftiger Bitterkeit haben – als leichten, spritzigen Sommerdrink sollte man diese Paarung dagegen nicht erwarten.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität4/5
Säure/Frische3/5
Süße3/5