Irish Whiskey

Bushmills 10 Jahre Whiskey

3,5/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.MittelklasseEx-Bourbon-Fässer und Oloroso-Sherry-FässerBushmills, County Antrim, Nordirland
Irish WhiskeySingle MaltWhisky
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Bushmills 10 Jahre – Der leichte Single Malt aus Antrim

Der Bushmills 10 Jahre ist der jüngste Single Malt im Sortiment der nordirischen Old Bushmills Distillery und für viele der erste Kontakt mit irischem Malt überhaupt. Anders als der Blend Bushmills Original besteht er ausschließlich aus Gerstenmalz-Destillat, das dreifach gebrannt und in einer Mischung aus Bourbon- und Sherryfässern gereift wird. Das Besondere ist die Zurückhaltung: kein Torf, keine Wucht, sondern ein heller, honigsüßer Malt bei 40 % vol.

Geschichte: Eine Lizenz, ein Datum auf dem Etikett

Auf jeder Flasche steht die Jahreszahl 1608. Sie geht auf eine Lizenz zurück, die König James I. damals einem Landbesitzer der Gegend, Sir Thomas Phillips, zum Destillieren erteilte. Das heutige Unternehmen wurde dagegen erst 1784 eingetragen, als Hugh Anderson die Old Bushmills Distillery Company gründete. Dass die Brennerei sich deshalb als „älteste lizenzierte der Welt“ bezeichnet, ist ein Eigenanspruch der Marke; die Lizenz belegt nicht, dass am heutigen Standort durchgehend gebrannt wurde. Eine kompakte Einordnung steht im Porträt Bushmills Distillery – Nordirland.

Spätere Wegmarken sind besser belegt: 1860 kauften der Belfaster Spirituosenhändler James McColgan und Patrick Corrigan den Betrieb, nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Isaac Wolfson, 1972 folgte die Eingliederung in Irish Distillers, die 1988 an Pernod Ricard ging. 2005 kaufte Diageo die Brennerei, 2014 tauschte der Konzern sie gegen die vollständige Kontrolle über die Tequila-Marke Don Julio an Proximo Spirits, den Importeur und Eigner der Marke Jose Cuervo. Für die Marke ist das ein ungewöhnliches Zuhause: ein nordirischer Malt im Portfolio eines Tequila-Hauses. Im April 2023 eröffnete zudem mit der Causeway Distillery eine zweite Brennerei der Marke. Der Zehnjährige stammt allerdings aus Fässern, die lange davor gefüllt wurden.

Der Bushmills 10 Jahre im Speziellen

Der Zehnjährige gehört zur Single-Malt-Reihe der Brennerei und steht in ihr ganz unten: Hinter ihm folgen ältere Abfüllungen, darunter der Bushmills 16 Jahre. Abgefüllt wird er mit 40 % vol.; laut Hersteller hat jeder enthaltene Tropfen mindestens zehn Jahre im Fass verbracht. Die Reifung erfolgt in handverlesenen Bourbonfässern und in Sherry-Butts; Datenbanken nennen als Sherrytyp Oloroso. Zur Kühlfiltrierung macht der Hersteller auf seinen Seiten keine Angabe, ein großer Datenbankeintrag führt die Abfüllung als kühlgefiltert und gefärbt. Wir verzichten deshalb auf eine eigene Aussage und empfehlen den Blick aufs Etikett. „Single Malt“ heißt hier: Das Destillat stammt aus einer einzigen Brennerei und ausschließlich aus gemälzter Gerste, ohne Beimischung von Grain-Whiskey. Damit steht er in einer Reihe mit den älteren Malts des Hauses, bleibt aber der zugänglichste. Der Hersteller nennt ihn selbst das Tor zur Welt der Single Malts und verweist auf mehrere Medaillen bei Wettbewerben der vergangenen Jahre, die man als Orientierung, nicht als Beweis lesen sollte.

Preislich bewegt sich der Zehnjährige in der Mittelklasse und liegt damit klar über dem Original, aber weit unter den gereiften Kollegen.

Herstellung: Gemälzte Gerste, drei Brennvorgänge

Der Malt wird nach Herstellerangaben aus 100 % gemälzter Gerste gemacht und dreifach in kupfernen Pot Stills destilliert, wie es in Irland üblich ist. Besucherberichte nennen zehn Brennblasen, darunter zwei Wash Stills. Die dritte Destillation macht den Brand leichter und sauberer als bei den meisten zweifach gebrannten Schotten – daher die helle, wenig ölige Stilistik. Das Prozesswasser stammt aus St Columb’s Rill, einem Zufluss des River Bush. Getorft wird das Malz nicht, Rauch spielt keine Rolle.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Bernsteingold, nach Herstellerangabe amber.
  • Nase: Frisch und hell; zuerst Honig und Zitrusschale, dann Vanille und Milchschokolade, dazu Birne und grüner Apfel.
  • Gaumen: Malzige Süße mit Vanilleschote, etwas Mokka und getrockneter Aprikose, darunter leicht geröstetes Eichenholz. Der Sherry bleibt im Hintergrund.
  • Abgang: Mittellang, trocken und frisch, mit Eichenwürze und einem Rest Fruchtsüße.

Unabhängige Rezensenten bewerten ihn solide, nicht spektakulär: Ein ausgewogener Einstieg, bei dem 40 % vol. und die helle Brennweise Tiefe und Länge begrenzen.

Genuss-Empfehlung

Pur im Tulpenglas bei Zimmertemperatur kommt die Frische der Nase am besten zur Geltung. Weil der Malt leicht gebaut ist, verträgt er einen Eiswürfel gut; der Hersteller selbst empfiehlt ihn auch über Eis. Auch in einem Highball mit Ginger Ale oder Tonic bleibt genug Honig und Zitrus übrig, ohne dass Torf stört. Zum Essen passen milder Ziegenfrischkäse, Shortbread, gebackener Apfel mit Zimt oder ein einfaches Schokoladendessert: Die Süße der Speisen greift die Vanille auf, während Zitrus und Eiche für Gegengewicht sorgen.

Fazit

Der Bushmills 10 Jahre ist ein leichter, ehrlicher Einsteiger-Malt ohne Ecken: Honig, Vanille, etwas Trockenfrucht, dazu die weiche Textur der dreifachen Destillation. Wer bisher den Bushmills Original trinkt und einen reinen Malt probieren will, macht hier den kleinsten Schritt. Wer mehr Fassprägung, Beerenfrucht und Länge sucht, findet sie im Bushmills 16 Jahre mit seinem Portfass-Finish. Als eigenständiger Dram ist der Zehnjährige gut, aber kein Aufreger – deshalb 3,5 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche2/5

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