Scotch Whisky

Glen Scotia 18 Jahre Whisky

4,5/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.PremiumEx-Bourbon-Fässer (nach Verkostungsberichten rund 17 Jahre), anschließend etwa ein Jahr Finish in First-Fill-Oloroso-SherryfässernCampbeltown, Schottland
Scotch WhiskySingle MaltWhisky
Bei Amazon ansehen
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Glen Scotia 18 Jahre – Ein Jahr Oloroso nach langer Bourbonreife

Der Glen Scotia 18 Jahre ist die reife Stufe der Kernreihe aus Campbeltown: ein Single Malt mit 46 % vol., der nach der Hauptreifung in ehemaligen Bourbonfässern ein Finish in First-Fill-Oloroso-Fässern bekommt. Das Besondere ist die Dosierung. Der Sherry ist hier nur der letzte Schliff, die Hauptrolle spielen weiterhin Küstensalz, Toffee und Steinobst, und genau deshalb wirkt der Whisky weniger wie ein Sherrymalt als wie ein gereifter Campbeltowner mit zusätzlicher Würze.

Geschichte: Stillstand, Neubeginn und Bestände aus 1999

Die Brennerei wurde 1832 als Scotia gegründet und liegt an der High Street im Zentrum von Campbeltown. Im 20. Jahrhundert wechselte sie häufig die Hand: Die Bloch Brothers kauften sie um 1930, 1954 erwarb Hiram Walker den Bestand, die Brennerei ging bald darauf an den Blender A. Gillies & Co. und später an Amalgamated Distilled Products. Trotz Umbauarbeiten in den späten 1970er-Jahren lag der Betrieb von 1984 bis 1989 still. Gibson International nahm ihn dann wieder auf, 1994 übernahm Glen Catrine Bonded Warehouse das Whiskygeschäft und mottete die Brennerei erneut ein; sie lief zunächst nur zeitweise, bis 1999 wieder voll produziert wurde.

Für den 18-Jährigen ist dieses Datum konkret wichtig: Ein Verkostungsbericht zur Abfüllung von 2017 hält fest, dass der gesamte Bestand unter dem neuen Eigentümer ab August 1999 gebrannt wurde – 1999 plus 18 Jahre ergibt 2017, was zur Einführung der Abfüllung passt. 2014 wurde Glen Scotia Teil der Loch Lomond Group, die in Lagerhäuser, Kapazität und ein Besucherzentrum investierte. Mehr zum Haus und zum Einstieg in die Reihe lesen Sie beim Glen Scotia 10 Jahre.

Der Glen Scotia 18 Jahre im Speziellen

Laut dem Händlerdatenblatt, das wir geprüft haben, wird der 18-Jährige mit 46 % vol. abgefüllt, ist nicht kühlgefiltert und ohne Farbstoffzusatz. Die Angabe, dass er in der heutigen Form seit September 2017 im Sortiment steht, stammt ebenfalls aus einer Händlerbeschreibung; die Brennerei hatte bereits bei der Neuaufstellung 2012 einen 18-Jährigen im Programm, dessen Zusammensetzung wir nicht im Detail kennen. Zur Fassreifung gibt es zwei übereinstimmende Quellen: Danach lag der Whisky rund 17 Jahre in Ex-Bourbon-Hogsheads und anschließend etwa ein Jahr in erstbefüllten Oloroso-Fässern. Wegen der geringen Zahl der Quellen sollten Sie diese Aufteilung als Richtwert verstehen, nicht als Garantie für jede Charge. Im Sortiment steht er zwischen dem 15-Jährigen und den sehr alten Abfüllungen mit 25 und 50 Jahren; preislich ist er ein klarer Premium-Schritt über dem Zehn- und Fünfzehnjährigen.

Herstellung: Warum ein einziges Jahr Sherry reicht

Die Besonderheit dieser Abfüllung liegt in der Fassarbeit. Lange Hauptreifung in gebrauchten Bourbonfässern lässt das Destillat selbst sprechen und rundet es mit Vanille ab; das kurze Oloroso-Finish ergänzt Trockenfrucht, Nuss und eine feine Gewürznote, ohne die Maritimität zu überdecken. Ein Verkoster fand die Nase deshalb „ganz anders als einen klassischen Campbeltowner“, mit Schokolade, Bananenbrot und pochierten Äpfeln. Gebrannt wird das Destillat im einzigen Brennblasenpaar des Hauses. Ein Hinweis zur Verwirrung: Eine Herstellerbeschreibung spricht von einer „süßen und rauchigen“ Nase durch höheren Torfanteil, derselbe Verkoster bezeichnete das Malz jedoch als ungetorft. Im Glas ist Rauch nur eine Randnotiz, und wir ordnen den Whisky dementsprechend als ungetorft ein, ohne den genauen Malzanteil belegen zu können.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Kupfriges Gold.
  • Nase: Salzige Frische und florale Anklänge, darunter reichhaltiges Toffee; dazu Schokolade, Trockenfrüchte, Bananenbrot und pochierter Apfel.
  • Gaumen: Mittlerer Körper mit tiefer Vanille und Aprikose, Ananas und prallen Sultaninen; außerdem gesalzenes Karamell, Bienenwachs und ein Hauch angekohltes Eichenholz.
  • Abgang: Lang und trocken, würzig-warm, mit Rosinenwürze, einer Spur Honig-Nuss und einem leicht wachsigen Nachhall.

Genuss-Empfehlung

Für diesen Whisky lohnt sich Zeit. Pur im Tulpenglas bei Zimmertemperatur kommen Salz und Toffee zuerst, die Trockenfrucht folgt später. Wasser ist bei 46 % kaum nötig, ein einziger Tropfen kann die florale Seite öffnen. Eis und Mixgetränke verschenken die Tiefe. Zum Essen passen reifer Gouda, Walnüsse, dunkle Schokolade mit Orangenschale oder ein Stück Crème brûlée; die Salzigkeit des Whiskys hält die Süße im Gleichgewicht. Als Digestif nach einem Fischgericht funktioniert er ebenfalls, weil das Meerige mit Zitrus und Butter harmoniert.

Fazit

Der Glen Scotia 18 Jahre ist ein stimmig gereifter, nicht kühlgefilterter Campbeltowner, der mit Oloroso zurückhaltend umgeht und seine Herkunft nicht verleugnet. Ein Ranking der Kernreihe bezeichnete ihn als „sehr unterschätzt“, und das passt zu unserem Eindruck: dichter und runder als der Glen Scotia 15 Jahre, dafür deutlich teurer und weniger frisch. Wer es kräftiger, höherprozentig und mit mehr Eiche mag, greift zum Glen Scotia Victoriana. Wer den Nachbarn aus derselben Stadt erkunden will, findet im Springbank 15 Jahre einen ölig-komplexen Vergleich. Wir vergeben 4,5 Punkte: eine überzeugende Flasche, die ihren Preis begründet.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche3/5

Glen Scotia 18 Jahre Whisky kaufen:

Bei Amazon ansehen
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen