Vodka

Haku Vodka

4/5 Redaktionsbewertung
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Herstellung des Haku Vodka:

Haku stammt aus dem Haus Suntory, das 1899 von Shinjiro Torii gegründet wurde und vor allem für seine Whiskys bekannt ist. Vodka brennt Suntory nicht erst seit gestern; der erste Vodka des Hauses, „Hermes“, kam nach Unternehmensangaben bereits 1956 auf den Markt. Haku ist die neuere, handwerklich inszenierte Variante. In Australien wurde er im September 2019 vorgestellt, als Nachfolger des Roku Gin, und kam danach auch in andere Märkte, darunter Skandinavien. Der Name bedeutet „weiß“ und bezieht sich auf Hakumai, den polierten japanischen Weißreis; zugleich klingt darin „Junpaku“ an, das reine Weiß.

Der Vodka besteht zu 100 % aus japanischem Reis, nicht aus Getreide im europäischen Sinn. Das ist ungewöhnlich: Reis ist als Vodka-Basis selten, und die Herstellung folgt eher der Shochu-Tradition. Der Reis wird mit Koji, dem Schimmelpilz Aspergillus, verzuckert und vergoren. Die Maische wird in der Brennerei Osumi in Kagoshima auf der Insel Kyushu in Pot Stills zu einem Reisdestillat gebrannt. Eine zweite Destillation erfolgt in Pot Still und Kolonne, anschließend werden die Destillate verschnitten.

Verkostung des Haku Vodka:

Haku ist kristallklar. Die Nase wirkt leise und blumig, mit Reis, einer zarten Süße und je nach Verkoster einem kühlen, fast botanischen Einschlag. Am Gaumen füllt er den Mund langsam, ist weich und rund und zeigt natürliche Reissüße. Die Beschreibungen gehen hier auseinander: Ein Katalog nennt Kardamom, Bitterzitrone, Minzblätter und sogar „Mango Sticky Rice“, die Falstaff-Jury Kirschblüte und die prickelnde Note des Sansho-Pfeffers, ein australischer Bericht dagegen Gras und Erde. Vieles davon ist subjektiv und variiert mit Temperatur und Glas. Die Schärfe ist sehr gering, ein Alkoholbrennen fehlt. Die Textur ist glatt, leicht ölig und deutlich weicher als bei einem Kolonnen-Vodka. Der Abgang ist lang und sauber, mit nachklingender Süße und einem leicht minzigen Hauch. Mit 40 % vol. ist das ein sanfter, aromatischer Vodka, der deutlich mehr Eigenart zeigt als die meisten neutralen Marken. Falstaff führt ihn in einer Probe von 2021 mit 94 Punkten.

Steckbrief Haku Vodka:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Basis: 100 % japanischer Weißreis (Hakumai), mit Koji verzuckert
Destillation/Filterung: Zweifache Destillation (Pot Still, dann Pot Still und Kolonne), Verschnitt, Filtration über Bambuskohle
Hersteller: Suntory (Brennerei Osumi, Kagoshima; Verschnitt und Filtration in Osaka), Japan; Eigner laut Difford's Guide: Suntory Global Spirits

Herstellung im Detail: Koji, Bambuskohle und ein Vodka ohne Getreide

Reis als Rohstoff verändert die Technik. Weil Reisstärke nicht von selbst vergärt, braucht es Koji, wie es auch bei Sake und Shochu üblich ist. Das Ergebnis ist ein Destillat, das aromatisch weicher und süßer wirkt als ein typischer Getreide-Vodka. Mehr zu den Rohstoffen und ihren Auswirkungen steht in Vodka-Sorten im Überblick.

Die Filtration übernimmt Bambuskohle, die laut Marke pro Gramm dreimal so viele Poren besitzt wie gewöhnliche Holzkohle. Das ist eine Herstellerangabe, die sich nicht unabhängig prüfen lässt. Wie Kohlefiltration allgemein wirkt, erklärt Vodka-Kohlefiltration erklärt. Die Arbeit teilt sich auf zwei Orte auf: Brennen im Süden in Kagoshima, Verschnitt und Filterung im Liquor Atelier bei Osaka. Wie viel Eigencharakter des Reises am Ende bleibt, hängt vom Verschnitt der verschiedenen Destillate ab, den Suntory nicht im Detail beschreibt; Neutralität ist hier jedenfalls nicht das Ziel. Die Marke sieht sich in der japanischen Handwerkstradition von „Kodawari“, dem Streben nach Perfektion im Detail.

Verwendung des Haku Vodka

  • Haku Soda: Mit Sodawasser, Eis und einer Limettenzeste, nach Herstellerempfehlung, ähnlich der Technik des japanischen Whisky-Highballs.
  • Haku Sour mit Yuzu: Die zitrusfrische Säure und die Reissüße ergänzen sich.
  • Vodka Martini mit einem Spritzer Sake: Ein Dirty Hakutini mit Pickle und Edamame ist eine Herstellerempfehlung.
  • Umami Mary: Die Herstellervariante des Bloody Mary mit Tomatensaft, Zitrone und Gewürzen nutzt die Reissüße als Gegengewicht zur Würze.
  • Pur, gekühlt: Nicht eiskalt, sondern gut gekühlt zeigt er sein blumiges Profil am besten.

Haku gehört in die Premium-Klasse. Der Vodka ist keiner für den Massenmixer, sondern für Trinkende, die mit wenig Zutaten arbeiten wollen. Im Cocktail mit starken Zutaten geht sein feines Profil leicht unter; am besten wirkt er daher in schlichten Drinks.

Einordnung & Alternativen

  • Reyka Vodka – ebenfalls ein Craft-Vodka mit klarer Herkunft, aber nordisch-mineralisch statt blumig-reisig.
  • Ketel One Vodka – weich und etwas süßlich durch die Pot-Still-Nachdestillation, aber mit Weizen und deutlich brotiger.
  • Grey Goose Vodka – cremig und rund, doch klassischer französischer Weizen-Vodka ohne die floralen Reisnoten.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Getreide/Erdigkeit2/5
Schärfe/Brand1/5
Textur/Cremigkeit3/5

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