Mezcal

Ilegal Mezcal Joven

3,9/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.MittelklasseOaxaca, Mexiko
MezcalMezcal Joven
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Herstellung des Ilegal Mezcal Joven:

Die Geschichte von Ilegal beginnt nicht in Oaxaca, sondern hinter einem Tresen in Guatemala. Der US-Amerikaner John Rexer führte in Antigua Guatemala das Café No Sé, und für seine Bar besorgte er Mezcal von kleinen Produzenten aus Oaxaca. Weil der Export aus Mexiko damals noch nicht geregelt war, kam der Stoff nach Darstellung der Marke auf inoffiziellen Wegen über die Grenze; daher der Name. Als sich der Handel legalisieren ließ, gründete Rexer 2006 die Marke Ilegal. Heute sitzt sie in New York. Bacardi stieg zunächst mit einer Minderheitsbeteiligung ein und übernahm die Marke im September 2023 vollständig.

Der Joven wird zu 100 % aus Espadín-Agave (Agave angustifolia) hergestellt. Er entsteht in der Region um Santiago Matatlán im Distrikt Tlacolula; laut Wikipedia arbeitet Rexer dort vor allem mit der Mezcalero-Familie Hernández zusammen, die den Betrieb in vierter Generation führt. Die Agaven werden in Erdgruben mit Holz gegart, nach Angaben des Fachportals Difford's Guide mit Mesquite- und Eukalyptusholz. Anschließend zermahlt eine Tahona die gerösteten Piñas, vergoren wird in Eichenbottichen, gebrannt wird zweimal in kleinen Kupferbrennblasen. Abgefüllt wird ohne Fassreife mit 40 % vol.; Flaschen werden von Hand verkorkt, gewachst und nummeriert.

Verkostung des Ilegal Mezcal Joven:

Der Mezcal ist kristallklar. In der Nase mischen sich grüne Agave, grüner Apfel und frische Zitrusnoten mit einem harzigen Anklang von Eukalyptus und Kiefer; darunter liegt ein leiser, trockener Rauch, der eher an Asche und Tabakblatt erinnert als an Lagerfeuer. Am Gaumen ist der Joven trocken und mittelkräftig. Die Agave ist deutlich vegetal und leicht süßlich, dazu kommen mineralische Töne und weißer Pfeffer, etwas rote Chilischärfe blitzt auf. Der Rauch bleibt präsent, ohne zu dominieren, und die Süße ist gering. Der Abgang ist mittellang, mit anhaltender Wärme, einem Hauch Rauch und trockener Pfefferwürze. Damit ist der Ilegal Joven ein geradliniger, gut lesbarer Mezcal, der Rauch und Agave in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Auf Bewertungsportalen fällt das Urteil gemischt aus: Manche halten ihn für solide, aber wenig aufregend, andere schätzen ihn als verlässlichen Einstieg und Cocktailbasis.

Steckbrief Ilegal Mezcal Joven:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Kategorie: Mezcal Joven
Agave: Agave Angustifolia (Espadín), Oaxaca
Hersteller: Familie Hernández, Region Santiago Matatlán / Tlacolula, Oaxaca, Mexiko (Marke: Ilegal, Bacardi)

Herstellung im Detail: Erdgrube, Tahona und der Preis des Handwerks

Das Besondere an einem handwerklichen Mezcal liegt weniger im Brennen als in den Stufen davor. Beim Garen in der Erdgrube wird eine Grube mit Feuerholz und heißen Steinen ausgekleidet, die Piñas kommen darauf, werden abgedeckt und garen im eigenen Dampf und in der Glut. Dabei entstehen die typischen Rauch-, Röst- und Mineralnoten. Die Holzwahl färbt das Aroma: Eukalyptus und Mesquite, wie sie bei Ilegal genannt werden, erklären harzige, trockene Töne, die in Ilegal-Verkostungen immer wieder auftauchen. Die Tahona, ein schweres Mühlrad, bricht die gegarten Fasern, ohne sie zu zerschneiden; manche Quellen sprechen bei Ilegal sogar von einer pferdegezogenen Mühle.

Ilegal ist nach Angaben der Marke vom Consejo Regulador del Mezcal als handwerklicher Mezcal (Mezcal Artesanal) zertifiziert; diese Kategorie schreibt traditionelle Methoden vor und schließt etwa Diffusoren aus. Die Kehrseite: Handwerk ist aufwendiger und liefert weniger Ausbeute als industrielle Verfahren, was bei einer international vertriebenen Marke auch eine Frage der Skalierung bleibt. Mehr zur Einordnung der Klassen findest du im Beitrag zu den Mezcal-Kategorien.

Verwendung des Ilegal Mezcal Joven

  • Mezcal Margarita: Rauch und Pfeffer stützen Limette und Orangenlikör, der Drink wird trockener und kantiger als mit Tequila.
  • Paloma mit Mezcal: Grapefruit und Soda holen die grüne Apfel- und Zitrusseite heraus, der Rauch bleibt im Hintergrund.
  • Pur mit Orangenscheibe und würzigem Salz: Die in Oaxaca übliche Begleitung betont Pfeffer und Agave, ohne den Rauch zu überdecken.
  • Zu Tacos, gegrillter Ananas oder Ziegenkäse: Rauch und leichte Süße ergänzen Gegrilltes und Kräftiges.

Im Katalog der Mezcals steht der Ilegal Joven für den ausgewogenen, nicht zu rauchigen Einstieg. Er ist weniger wild als die Dorfabfüllungen kleiner Brenner und weniger schwer als ein Fassstärke-Mezcal, deshalb funktioniert er für Barkeeper als Basis, die Tequila-Rezepte in Richtung Rauch verschiebt. Wer die Grundlagen nachlesen möchte, findet sie in Mezcal vs. Tequila.

Auch die Aufmachung gehört zum Charakter der Marke: Wachssiegel, nummerierte Etiketten und eine Flasche aus recyceltem Glas geben ihm einen Craft-Auftritt, der zum Bar-Ursprung passt. Für den Geschmack zählt das nur indirekt, für den Wiedererkennungswert hinter dem Tresen dafür umso mehr.

Einordnung & Alternativen

  • Del Maguey Vida Mezcal – etwas rauchiger und rustikaler, mit 42 % vol. und klarer Dorfherkunft aus San Luis del Río.
  • Montelobos Mezcal Joven – komplexer, grüner und mit längerem Abgang; im Katalog besser bewertet, dafür deutlich dichter im Profil.
  • Fortaleza Blanco – wer von Tequila kommt, findet hier eine ebenfalls tahona-gemahlene Agave, jedoch ohne Rauch und mit mehr Öligkeit.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Agave/Erdigkeit4/5
Rauch3/5
Schärfe/Pfeffer3/5

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