Mezcal

Monte Albán Mezcal

3/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.EinstiegsklasseOaxaca, Mexiko
MezcalMezcal Joven
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Herstellung des Monte Albán Mezcal:

Der Name Monte Albán verweist auf die gleichnamige Ruinenstadt der Zapoteken oberhalb des Tals von Oaxaca – ein Bezug, der Herkunft und Tradition schon auf dem Etikett aufrufen soll. Die Marke gehört nach Angaben von Difford's Guide heute zur US-amerikanischen Sazerac Company; Difford's Guide schreibt ihr außerdem zu, 1975 den ersten Exportvertrag für Mezcal bekommen zu haben, weshalb viele Menschen außerhalb Mexikos hier erstmals mit der Kategorie in Berührung kamen. Wer die Flasche tatsächlich brennt, lässt sich nicht eindeutig klären: Je nach Datenbank wird die Destiladora Oaxaqueña oder die Destiladora Gonzalez genannt, ein deutscher Händler führt als Abfüller „El Señorio“ in Ocotlán an. Das passt zu einem Industrieprodukt, bei dem die Marke wichtiger ist als der einzelne Brenner, und es ist der erste Unterschied zu Dorf-Palenques, deren Familien man beim Namen kennt.

Als Rohstoff nennen Händler und Datenbanken Espadín (Agave angustifolia), die verbreitete Kulturagave Oaxacas, und 100 % Agave. Die Abfüllung ist ein Mezcal Joven mit 40 % vol., im Flaschenhals liegt der Gusano. Zum genauen Verfahren macht die Marke wenig Angaben; ob die Agaven in Erdgruben, Steinöfen oder Autoklaven garen, ist öffentlich nicht belegt. Auffällig ist die Farbe: Mehrere Verkoster beschreiben den Inhalt als goldgelb, obwohl er nicht im Fass reift. Mezcal-Datenbanken führen ihn deshalb als „abocado“, also als Mezcal, dem erlaubte Zusätze zugegeben wurden, was die Kategorie Joven eher als Etikettenbegriff erscheinen lässt. Im deutschen Handel hängt bei manchen Händlern zusätzlich ein Säckchen Wurmsalz am Flaschenhals.

Verkostung des Monte Albán Mezcal:

Im Glas steht ein klarer, goldgelber Mezcal, der optisch eher an einen Reposado erinnert. Die Nase bleibt zurückhaltend: leichter Rauch, etwas Gewürz, Holz und grüne, gemüsige Töne, die an gegrillte Paprika erinnern, dazu ein Hauch Zimt. Die gekochte Agave tritt dagegen wenig hervor. Am Gaumen ist er weich und eher schlank, mit milder Süße, weißem Pfeffer, etwas Kaffee und Nuss und einer Rauchigkeit, die eher wie Holzkohle als wie Erdgrube wirkt. Auf der Zunge fällt er auf, weil er für 40 % recht dünn und mitunter ölig wirkt.

Die Bewertungen gehen weit auseinander. Manche Tester lobten Rauch und Würze, andere fanden ihn seifig, pappig oder an Aceton erinnernd, eine Community-Bewertung erreichte nur rund 2,7 von 5 Punkten, ein Blogger vergab etwa 60 von 100. Im Abgang bleibt ein bitter-rauchiger, kurzer bis mittellanger Nachhall. Weder Agavenfrucht noch Komplexität sind stark ausgeprägt; als Mischzutat taugt er trotzdem, weil sein Rauch niemanden überfordert.

Steckbrief Monte Albán Mezcal:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Kategorie: Mezcal Joven (mit Gusano)
Agave: Agave angustifolia (Espadín), Oaxaca
Hersteller: Marke im Besitz der Sazerac Company; Brennerei in Oaxaca (Angaben der Quellen uneinheitlich)

Herstellung im Detail: Der Gusano zwischen Marketing und Mythos

Der Wurm im Flaschenhals ist keine Jahrhunderte alte Tradition, auch wenn die Verpackung das nahelegt. Belegt ist die Praxis erst ab den 1940er-Jahren: Die Marke „Legítimo Mezcal de Oaxaca con su Propio Gusano“ wurde 1944 und „Gusano de Oro“ 1948 eingetragen. Die oft erzählte Geschichte, der Händler Jacobo Lozano Páez habe die Idee 1950 erfunden, steht damit zumindest auf wackligem Boden. Welche der Erklärungen stimmt – Fund beim Agavenschnitt, Festbrauch oder reiner Werbegag –, bleibt offen. Fest steht: Verwendet wird meist die Raupe des Falters Comadia redtenbacheri, den „roten“ Gusano, oder die Larve des Agavenrüsselkäfers; in Oaxaca isst man den Wurm außerhalb der Flasche seit langem als Delikatesse, getrocknet und zu Sal de Gusano vermahlen.

Auch die verbreiteten Legenden lassen sich nicht stützen. Der Wurm beweist weder Echtheit noch Alkoholstärke noch Qualität, er macht den Mezcal nicht halluzinogen und hat keine belegte Wirkung. Craft-Produzenten verzichten fast durchweg darauf; die Larve gilt dort eher als Zeichen für Massenware. Wer den Gusano essen möchte, tut das bewusst als Mutprobe oder als Pointe nach der Flasche, nicht als Qualitätsmerkmal. Für die Beurteilung des Inhalts ist er unerheblich.

Verwendung des Monte Albán Mezcal

  • Mezcal Margarita: Limette, Orangenlikör und etwas Salz am Glasrand fangen die bescheidene Tiefe auf; hier fügt sich der milde Rauch gut ein.
  • Paloma mit Mezcal: Grapefruitlimonade und Limette überdecken die Rauchigkeit und lassen genügend Würze durch – ein unkomplizierter Highball.
  • Mit Wurmsalz und Orangenscheibe: Die klassische Variante aus Oaxaca, bei der Salz, Orange und Chili die Spirituose begleiten, als geselliges Ritual in kleinen Mengen und mit Maß.
  • Zu Tacos und scharfem Essen: Chili, Zitrus und Gegrilltes geben seiner einfachen Struktur mehr Halt als ein Solo im Nosing-Glas.

Als Spirituose zum Genießen pur ist er nicht gedacht. Er funktioniert als erste Begegnung mit Mezcal oder als Cocktailbasis, bei dem der Rauch ein Akzent bleiben soll. Wer die Kategorie ernsthaft kennenlernen will, sollte ihn nicht als Maßstab nehmen: Das Spektrum von Mezcal reicht von Erdgruben-Röstung mit wilder Fermentation bis zu industriellen Brennverfahren, und diese Flasche gehört erkennbar zur zweiten Gruppe. Wie sich Joven, Abocado und Reposado unterscheiden, erklärt der Artikel zu den Mezcal-Kategorien, und was Mezcal von Tequila trennt, steht im Wissensbeitrag zum Unterschied.

Einordnung & Alternativen

  • Del Maguey Vida Mezcal – ebenfalls ein Espadín-Einstieg, aber mit klar erkennbarer Erdgruben-Röstung, deutlich mehr Rauch und Agavenwürze und ohne Wurm; für den Cocktailgebrauch die handwerklichere Wahl.
  • Montelobos Mezcal Joven – sauberer, grüner und mit stärkerer Agavenfrucht, der Rauch ist dezenter und besser eingebunden als bei Monte Albán.
  • Espolòn Blanco – wer eher eine milde, unkomplizierte Basis für Margarita und Paloma sucht, findet im Agave-Tequila eine gradlinigere Alternative, ohne Rauch und ohne Show-Effekt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Agave/Erdigkeit2/5
Rauch2/5
Schärfe/Pfeffer3/5

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