Ferdinand's Saar Quince Gin

Gin

Ferdinand's Saar Quince Gin

3/5 Redaktionsbewertung
30 % vol.Saarburg, Deutschland
GinFlavoured GinDeutscher Gin
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Herstellung des Ferdinand's Saar Quince Gin:

Der Ferdinand's Saar Quince Gin ist die fruchtige Schwesterabfüllung des Ferdinand's Saar Dry Gin und entstand aus derselben Zusammenarbeit zwischen der Brennerei an der Saar und dem VDP-Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken. Vertrieben wird er von der Avantis Vertriebs GmbH aus Saarburg, gebrannt bzw. angesetzt wird die Basis jedoch weiterhin in der vertrauten Kulisse: In den hauseigenen Streuobstwiesen entlang der Saar wachsen ohnehin schon Pfirsiche, Rubinette-Äpfel und eben Quitten, die bereits im Ferdinand's Saar Dry Gin als eines von über 30 Botanicals mitspielen. Für den Saar Quince Gin wird dieser Nebendarsteller zur Hauptrolle: Statt nur einer Prise Quitte im Botanical-Mix steht hier die ganze Frucht im Zentrum.

Grundlage ist der fertige Ferdinand's Saar Dry Gin, dem bereits im Herstellungsprozess Riesling der Einzellage Saarburger Rausch beigegeben wird. Auf diese Basis werden frisch geerntete und zerkleinerte Muskatquitten aus eigenem Anbau angesetzt und rund zwölf Wochen lang mazeriert. In dieser Zeit gibt die Frucht ihr Aroma, ihre Farbe und einen Teil ihrer natürlichen Süße an den Gin ab. Anschließend wird die Maische mit einer Membran-Traubenpresse – einem Verfahren, das eigentlich aus der Weinkelterei stammt und durch die Kooperation mit dem Weingut Zilliken naheliegt – schonend vom Fruchtfleisch getrennt. Gesüßt wird ausschließlich mit natürlichem Fruchtzucker und rektifiziertem Traubenmostkonzentrat, auf künstliche Farb- oder Aromastoffe wird verzichtet. Durch die Verdünnung auf trinkfertige 30 % vol. positioniert sich der Saar Quince Gin klar als Gin-Likör und nicht als vollwertiger Gin – ein Umstand, der die Verwendung im Glas maßgeblich bestimmt.

Verkostung des Ferdinand's Saar Quince Gin:

Im Glas zeigt sich der Ferdinand's Saar Quince Gin in einem satten, goldenen Ton, der die Fruchtigkeit des Inhalts schon optisch ankündigt. In der Nase treten Ingwer und feine Kräuternoten hervor, begleitet von zarten Rosen- und Vanilletönen; Wacholder ist allenfalls im Hintergrund zu erahnen und tritt gegenüber der Frucht deutlich zurück. Am Gaumen dominiert sofort die Quitte: herb-süß und leicht tart, mit einer Aromatik, die an Steinobst und an eingekochte Frucht erinnert – Assoziationen zu Pflaume und Kirsche liegen nicht fern, wie man sie auch von klassischem englischem Sloe Gin kennt. Die Riesling-Komponente aus der Basis bleibt spürbar, sorgt für eine mineralisch-weinige Frische und verhindert, dass die Süße zu plakativ wirkt. Im Abgang klingt der Saar Quince Gin lange nach Steinobst und Quitte nach, angenehm rund und ohne alkoholische Schärfe – bei 30 % vol. trinkt er sich entsprechend weich und zugänglich, fast schon wie ein Fruchtlikör.

Steckbrief Ferdinand's Saar Quince Gin:

Alkoholgehalt: 30 % vol.
Zutaten: Ferdinand's Saar Dry Gin als Basis, frische Muskatquitten aus eigenem Anbau, Riesling (Saarburger Rausch, VDP Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken), natürlicher Fruchtzucker, rektifiziertes Traubenmostkonzentrat
Hersteller: Avantis Vertriebs GmbH, Saarburg, in Zusammenarbeit mit Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken

Herstellung im Detail: Warum Mazeration statt Destillation

Anders als der Ferdinand's Saar Dry Gin, dessen Botanicals per schonender Dampfinfusion in den Alkohol übergehen, setzt der Saar Quince Gin konsequent auf Mazeration – also das langsame Ausziehen der Fruchtaromen im bereits fertigen Gin, ganz ohne erneute Destillation. Der Grund liegt in der Natur der Quitte selbst: Ihr intensives Aroma sitzt vor allem im Fruchtfleisch und in den ätherischen Ölen der Schale, die bei einer erneuten Destillation entweder verloren gingen oder unerwünschte bittere Noten aus den Kernen und der festen Fruchtstruktur mit in den Brand zögen. Zwölf Wochen Standzeit klingen lang, sind für eine Frucht mit so fester Konsistenz wie die Quitte aber notwendig, damit Aroma, Farbe und Fruchtzucker vollständig in den Alkohol übergehen können – ein Verfahren, das im Grundprinzip dem klassischen englischen Sloe Gin ähnelt, bei dem Schlehen über Wochen in Gin und Zucker ziehen. Die abschließende Trennung per Membran-Traubenpresse statt eines simplen Abseihens sorgt dafür, dass möglichst wenig Trubstoffe und dafür möglichst viel klare Fruchtaromatik im fertigen Likör landen. Das Ergebnis ist kein klassischer Gin mehr im engeren Sinn, sondern ein Gin-Likör, der die Handschrift der Brennerei – die Riesling-Verbindung, die Nähe zu Streuobst und Weinbau – konsequent weiterdenkt.

Verwendung des Ferdinand's Saar Quince Gin

  • Long Drink mit Tonic: Da der Saar Quince Gin bereits von sich aus süß und aromatisch ist, passt ein zurückhaltendes, wenig bitteres Tonic am besten. Empfehlenswert ist Fever-Tree Mediterranean Tonic Water mit seinen leicht floralen Kräuternoten, das die Quitten- und Rosenaromen unterstützt, ohne sie zu überdecken. Wer es klassischer mag, greift zu Thomas Henry Tonic Water, dessen dezente Bitterkeit einen schönen Kontrast zur Fruchtsüße bildet.
  • Als Sloe-Gin-Alternative: In Cocktails, die klassischerweise Sloe Gin verlangen – etwa einem Sloe Gin Fizz – lässt sich der Saar Quince Gin unkompliziert austauschen und bringt statt Schlehen-Herbe eine wärmere, quittig-weinige Note ein.
  • Pur auf Eis: Gekühlt und pur, mit einer Scheibe Apfel oder einem Spritzer Zitrone serviert, funktioniert der Saar Quince Gin auch als Digestif oder Aperitif abseits des klassischen Gin-Services.

Wer den Saar Quince Gin gegen den Ferdinand's Saar Dry Gin verkostet, merkt schnell, wie unterschiedlich beide trotz gemeinsamer Basis wirken: Der Dry Gin bleibt trotz Riesling-Note ein Gin mit floral-krautiger Struktur und spürbarem Wacholder, während der Quince Gin als Likör fast vollständig in der Frucht aufgeht und Wacholder nur noch als Erinnerung im Hintergrund mitführt. Damit richtet sich der Saar Quince Gin weniger an klassische Gin-Puristen als an alle, die deutsche Fruchtliköre und Sloe-Gin-Stile schätzen und eine weinig-quittige Variante davon ausprobieren möchten. Als Geschenk für Genießer, die bereits mit dem Saar Dry Gin vertraut sind und die Bandbreite der Brennerei kennenlernen wollen, ist er eine naheliegende Ergänzung – als Einstieg in klassischen, wacholderbetonten Gin taugt er dagegen kaum.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder1/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze2/5

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