Herstellung des Gordon's Premium Pink Gin:
Der 2017 eingeführte Gordon's Premium Pink Gin basiert nach Angaben des Herstellers auf einem originalen Gordon's-Rezept aus den 1880er-Jahren und wurde als moderne Neuinterpretation dieser historischen Formel auf den Markt gebracht. Auf Basis des klassischen Gordon's London Dry Gin wird der Pink Gin mit natürlichen Aromen von Erdbeere, Himbeere und roter Johannisbeere verfeinert – die klassischen Wacholder-Botanicals bleiben dabei spürbar erhalten, statt vollständig von der Fruchtsüße überdeckt zu werden. Die charakteristische rosa Farbe entsteht dabei allein durch diese Fruchtaromen, nicht durch Angostura-Bitter, wie es beim historischen "Pink Gin" des 19. Jahrhunderts üblich war, bei dem ein klassischer Gin lediglich mit einigen Tropfen Bitter versetzt wurde.
Der kommerzielle Erfolg des Gordon's Premium Pink Gin übertraf sämtliche Erwartungen von Diageo: Bereits wenige Jahre nach der Einführung überschritt die Marke die Marke von einer Million verkaufter Kisten pro Jahr und löste damit einen regelrechten Boom rund um fruchtig-aromatisierte "Pink Gins" in ganz Europa aus, dem in der Folge zahlreiche Wettbewerber mit eigenen Beeren- und Fruchtgin-Varianten nacheiferten. Britische Fachmedien berichteten in der Folge, dass allein der wachsende Markt fruchtig-aromatisierter Gins dem Gordon's-Portfolio zweistellige Millionenbeträge an zusätzlichem Umsatz einbrachte – ein Beleg dafür, wie stark sich die gesamte Gin-Kategorie durch den Pink-Gin-Trend veränderte. Für Diageo war der Pink Gin damit einer der erfolgreichsten Produktlaunches der gesamten Gin-Sparte der vergangenen Jahre und trug maßgeblich dazu bei, aromatisierte Gins von einer Nischenerscheinung zu einem festen Bestandteil des Massenmarktes zu machen.
Verkostung des Gordon's Premium Pink Gin:
In der Nase zeigen sich rote Beerenfrüchte – vor allem Erdbeere und Himbeere – unterlegt von klassischem Wacholder, der hier bewusst zurückhaltender auftritt als im Gordon's London Dry Gin. Am Gaumen ist der Pink Gin fruchtig-süß, mit Erdbeere und Himbeere im Vordergrund, während Wacholder und eine leichte, an rote Johannisbeere erinnernde Säure für Struktur sorgen und verhindern, dass der Gin eindimensional süß wirkt. Der Abgang ist kurz bis mittellang, fruchtig und angenehm frisch, mit einem letzten Hauch von Wacholder, der daran erinnert, dass unter der Fruchtschicht weiterhin ein waschechter Gin steckt.
Steckbrief Gordon's Premium Pink Gin:
Alkoholgehalt: 37,5 % vol.
Aromen: Wacholder-Gin-Basis (Gordon's-Rezeptur), natürliches Erdbeer-, Himbeer- und Johannisbeerenaroma
Hersteller: Diageo (Gordon's), Großbritannien
Einordnung: Vom historischen Pink Gin zum modernen Fruchtgin
Der Begriff "Pink Gin" bezeichnete ursprünglich im 19. Jahrhundert eine gänzlich andere Zubereitung: klassischen, trockenen Gin mit einigen Tropfen Angostura-Bitter versetzt, wodurch der Drink eine blassrosa Farbe erhielt, ohne dabei süßer zu werden. Gordon's Premium Pink Gin knüpft an diesen Namen an, verfolgt aber ein völlig anderes Konzept: Statt Bitter kommen hier natürliche Fruchtaromen zum Einsatz, die den Gin nicht nur einfärben, sondern auch spürbar versüßen und damit eine völlig neue, deutlich massentauglichere Geschmackskategorie schaffen. Diese Umdeutung des historischen Namens war einer der Gründe, warum sich der Begriff "Pink Gin" in der öffentlichen Wahrnehmung binnen weniger Jahre fast vollständig von seiner ursprünglichen Bedeutung löste und heute meist mit fruchtig-süßen Gin-Varianten gleichgesetzt wird.
Verwendung des Gordon's Premium Pink Gin
- Pink Gin & Tonic: Mit einem milden, nicht zu bitteren Tonic Water wie Fever-Tree Naturally Light Tonic Water und frischen Beeren oder einer Erdbeerscheibe der naheliegende Klassiker, bei dem die Fruchtsüße nicht von zu viel Chinin-Bitterkeit überdeckt wird.
- Sommer-Spritz: Auch mit Prosecco und Soda als leichter, fruchtiger Aperitif beliebt, ähnlich einem klassischen Spritz, aber mit spürbarer Wacholdernote im Hintergrund.
Wer den Gordon's Premium Pink Gin mit dem klassischen Gordon's London Dry Gin vergleicht, erkennt schnell, dass beide Produkte trotz derselben Markenherkunft für völlig unterschiedliche Zielgruppen konzipiert sind: Während der London Dry auf pure, unaufgeregte Wacholder-Klassik setzt, richtet sich der Pink Gin gezielt an Einsteiger und an alle, die Gin bislang als zu herb oder zu wacholderlastig empfunden haben. Diese bewusste Doppelstrategie innerhalb einer einzigen Marke ist einer der Gründe, warum Gordon's trotz seines hohen Alters bis heute zu den kommerziell erfolgreichsten Gin-Marken der Welt zählt.
Auch im Vergleich zu anderen fruchtigen Gin-Interpretationen wie dem eher wacholderbetonteren Beefeater Pink Strawberry Gin positioniert sich der Gordon's Premium Pink Gin als besonders zugängliche, süße Variante, die sich weniger an Gin-Kenner als an ein breites, generationenübergreifendes Publikum richtet. Für alle, die Gin generell eher meiden, weil ihnen klassische London-Dry-Stile zu herb erscheinen, bietet er damit einen unkomplizierten Einstiegspunkt in die Kategorie – während erfahrene Gin-Trinker eher zu den kräuter- oder wacholderbetonteren Varianten des Hauses greifen dürften. Trotz der breiten Verfügbarkeit bleibt er preislich in der Einstiegsklasse angesiedelt und bietet damit ein unkompliziertes, massentaugliches Preis-Leistungs-Verhältnis für den gelegentlichen Fruchtgin-Genuss.
Einordnung & Alternativen
- Puerto de Indias Strawberry Gin – intensivere, deutlich süßere Erdbeernote statt der dezenteren Beerenmischung des Gordon's.
- Malfy Gin Rosa – italienische Alternative mit Sizilianischer Traubennote statt klassischer Johannisbeer-Säure, ähnlich zugängliches Preisniveau.
- Beefeater Pink Strawberry Gin – vergleichbar fruchtig-süß, jedoch mit etwas präsenterer Wacholderbasis im Hintergrund.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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