G'Vine Floraison Gin

Gin

G'Vine Floraison Gin

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.Frankreich
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des G'Vine Floraison Gin:

G'Vine entstand 2006 als Idee des französischen Spirituosen-Entwicklers Jean-Sébastien Robicquet, der mit seinem Unternehmen Maison Villevert in der Cognac-Region beheimatet ist. Statt wie praktisch alle anderen Gins auf einem Getreide- oder Melasse-Destillat aufzubauen, verwendet G'Vine einen Traubendestillat der Rebsorte Ugni Blanc – jener weißen Rebsorte, die auch die Basis für Cognac und Armagnac bildet. Diese Wahl ist kein Zufall: Robicquet stammt aus der Cognac-Branche und übertrug das önologische Handwerk seiner Heimatregion bewusst auf die Gin-Herstellung, um einen Gin mit weicherem, weinigerem Grundcharakter zu schaffen als klassische, getreidebasierte London Dry Gins.

Die namensgebende Besonderheit des G'Vine Floraison ist die Verwendung von Weinblüten der Vitis-vinifera-Rebe. Diese Blüten öffnen sich nur an wenigen Tagen im Jahr, meist im Frühsommer, was ihre Ernte zu einem eng getakteten, saisonalen Vorgang macht – ein Umstand, den die Marke seit ihrer Gründung als zentrales Element ihrer Identität herausstellt. Neben Wacholder, Koriander und Ingwer setzt der Floraison auf grünen Kardamom, Cassia-Zimt und Limette, die zusammen mit den Weinblüten schonend destilliert werden. Der fertige Gin wird auf 40 % vol. eingestellt. Auch optisch hebt sich G'Vine ab: Die schlanke, an eine Parfümflakon erinnernde Flasche mit ihrem markanten Verschluss unterstreicht den Anspruch der Marke, Gin als raffiniertes, an die Weinkultur angelehntes Produkt zu positionieren statt als klassischen Getreidebrand.

Verkostung des G'Vine Floraison Gin:

In der Nase zeigt sich der G'Vine Floraison zunächst blumig und leicht grasig, mit einer weichen, an Weißwein erinnernden Fruchtnote, die vom Traubendestillat herrührt. Wacholder tritt hörbar zurück und bildet eher ein dezentes Rückgrat als das Hauptaroma – passend zu den vorgegebenen Verkostungswerten, die den Kräuteranteil klar über Wacholder und Zitrus stellen. Am Gaumen ist der Floraison auffallend mild und samtig, mit einer floralen Süße, die von grünem Kardamom und einer feinen Ingwerwärme begleitet wird; Limette sorgt für einen frischen Kontrapunkt, ohne in den Vordergrund zu drängen. Der für einen Gin ungewöhnlich weiche, fast ölige Korpus ist eine direkte Folge des Traubendestillats und unterscheidet den G'Vine spürbar von getreidebasierten Gins. Im Abgang wird der Floraison würzig, mit Cassia-Zimt und einer dezenten Schärfe, während der Alkohol zwar wahrnehmbar bleibt, aber gut in das samtige Gesamtbild eingebunden ist.

Steckbrief G'Vine Floraison Gin:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholderbeeren, Weinblüten (Vitis vinifera), Koriander, Ingwer, Lakritze, grüner Kardamom, Cassia-Zimt, Limette
Hersteller: Maison Villevert, Frankreich (Grunddestillat aus Ugni-Blanc-Trauben)

Herstellung im Detail: Warum Weintrauben statt Getreide

Die Entscheidung, einen Gin auf Basis von Traubendestillat statt Getreide zu brennen, war 2006 ein ausgesprochen unüblicher Schritt und machte G'Vine zu einem der ersten französischen Gins überhaupt. Der Hintergrund liegt in der beruflichen Herkunft von Jean-Sébastien Robicquet: Sein Unternehmen Maison Villevert ist tief in der Cognac-Tradition der Charente verwurzelt, wo die Ugni-Blanc-Traube seit Jahrhunderten die Basis für Branntweine liefert. Diese Expertise floss unmittelbar in G'Vine ein – das Traubendestillat bringt von Natur aus eine feinere, weichere Textur mit als ein Getreidespirit, wodurch der Gin insgesamt milder und zugänglicher wirkt. Die Weinblüten wiederum sind ein noch selteneres Element: Da sie nur wenige Tage im Jahr blühen, muss die Ernte präzise geplant und die Blüten müssen rasch weiterverarbeitet werden, um ihre zarten floralen Öle nicht zu verlieren. Dieses enge Zeitfenster erklärt auch, warum kaum ein anderer Gin-Hersteller bislang auf Weinblüten als Botanical setzt – ein Alleinstellungsmerkmal, das G'Vine bis heute von der breiten Masse an New-Western-Style-Gins abhebt.

Verwendung des G'Vine Floraison Gin

  • Gin & Tonic: Der weiche, blumig-weinige Charakter des G'Vine Floraison harmoniert besonders gut mit einem milden, nicht zu bitteren Tonic Water wie 1724 Tonic Water, das die florale Eleganz des Gins nicht überdeckt. Eine grüne Traube oder ein Zweig Minze als Garnitur passt gut zum weinigen Grundcharakter.
  • Martini: Dank seiner Milde und seines feinen Traubenaromas eignet sich der G'Vine Floraison auch für einen ungewöhnlich weichen, weniger scharfen Martini, in dem seine florale Seite gegenüber klassischem Wermut gut zur Geltung kommt.

Der G'Vine Floraison Gin richtet sich vor allem an Genießer, die einen Gin abseits des klassisch wacholderbetonten Stils suchen, und an Wein- und Cognac-Liebhaber, die sich für Gin interessieren. Im Vergleich zu anderen New-Western-Style-Gins wie dem ebenfalls milden und floralen Ferdinand's Saar Dry Gin, der seine Weinigkeit über eine nachträgliche Riesling-Zugabe erreicht, geht G'Vine einen fundamentaleren Weg: Hier ist der gesamte Grundspirit weinbasiert, was dem Floraison eine noch durchgängigere önologische Textur verleiht. Wer puren, kräftigen Wacholdergeschmack sucht, wird beim G'Vine enttäuscht – wer aber Eleganz und einen wirklich eigenständigen önologischen Ansatz zu schätzen weiß, findet hier einen der Pioniere seiner Kategorie.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig5/5
Würze3/5

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