Gin

Isle of Harris Gin

4/5 Redaktionsbewertung
45 % vol.Schottland
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Isle of Harris Gin:

Isle of Harris Gin wird von der Isle of Harris Distillery in Tarbert auf der schottischen Hebrideninsel Harris hergestellt – der ersten legalen Brennerei, die jemals auf der Insel errichtet wurde. Die Planungen begannen 2011, der Bau startete im Frühjahr 2014, im Oktober 2015 öffnete die Destillerie schließlich ihre Türen, im Dezember desselben Jahres lief die erste Produktion an. Finanziert wurde das rund 10 Millionen Pfund teure Projekt unter anderem durch einen Zuschuss von 2,8 Millionen Pfund der schottischen Regierung und von Highlands and Islands Enterprise, den Rest trugen private Investoren. Destilliert wird in einer eigens in Siena, Italien, von Frilli Impianti gefertigten Anlage aus 7.000-Liter-Wash-Still und 5.000-Liter-Spirit-Still, die in der Destillerie liebevoll "The Dottach" genannt wird.

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Gins ist die Verwendung von Zuckertang (Sugar Kelp), einer Braunalge, die von einem lokalen Taucher nachhaltig von Hand aus den Meeresarmen rund um Harris geerntet wird – ein Rohstoff, der sonst in kaum einem anderen Gin weltweit zum Einsatz kommt. Insgesamt fließen neun Botanicals in die Rezeptur ein, die gemeinsam mit dem Zuckertang destilliert werden. Jede Flasche trägt ein Papiersiegel mit den geografischen Koordinaten der Destillerie als Herkunftsnachweis, und die charakteristische blaue Flasche wird eigens von der Stölzle Glass Group im englischen Yorkshire gefertigt. Über die Gin-Produktion hinaus verfolgt die Destillerie explizit das Ziel, dauerhafte Arbeitsplätze auf der strukturschwachen Insel zu schaffen und die lokale Wirtschaft der Äußeren Hebriden zu stärken; seit 2023 stellt sie zusätzlich den Single Malt "The Hearach" her, benannt nach dem gälischen Begriff für Bewohner von Harris.

Verkostung des Isle of Harris Gin:

In der Nase zeigt sich Isle of Harris Gin maritim und frisch, mit einer leicht salzigen, an Meeresluft erinnernden Note, die vom Zuckertang herrührt, kombiniert mit einem klaren, präsenten Wacholderauftakt. Am Gaumen entfaltet sich eine feine Zitrusnote, die an Sevilla-Orangenmarmelade erinnert, unterlegt von Angelikawurzel und Kassiarinde, die für eine warme, leicht würzige Tiefe sorgen. Der Zuckertang selbst tritt nicht als dominantes Aroma auf, sondern verleiht dem Gesamtbild eine subtile mineralisch-maritime Umami-Note, die den Gin unverwechselbar macht. Im Abgang bleibt eine angenehm pfeffrige Schärfe zurück, die vom Cubebenpfeffer stammt und dem sonst eher rundem Profil einen belebenden Akzent verleiht.

Steckbrief Isle of Harris Gin:

Alkoholgehalt: 45 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriandersamen, Angelikawurzel, Kassiarinde, Cubebenpfeffer, Bitterorangenschale, Orriswurzel, Süßholzwurzel sowie handgeernteter Zuckertang (Sugar Kelp)
Hersteller: Isle of Harris Distillers Ltd, Tarbert, Isle of Harris, Schottland

Botanicals des Isle of Harris Gin im Detail

Der Zuckertang ist das Botanical, das Isle of Harris Gin am stärksten von anderen schottischen New-Western-Dry-Gins unterscheidet. Die Braunalge wächst in den geschützten Meeresarmen rund um Harris und wird von einem einzelnen lokalen Taucher per Hand gesammelt, bevor sie gemeinsam mit den übrigen acht Botanicals destilliert wird – seit dem Start der Produktion wurden auf diese Weise bereits mehrere Tonnen Algen verarbeitet. Die restlichen Botanicals folgen einem eher klassischen, wacholderbetonten Grundgerüst mit Koriander, Angelika und Bitterorangenschale, ergänzt um Kassiarinde und Cubebenpfeffer für Würze und Schärfe sowie Orris- und Süßholzwurzel als bindende, leicht süßliche Basis. Diese Kombination aus vertrauten Gin-Botanicals und einem einzigartigen, unmittelbar mit der Insel verbundenen maritimen Element macht den Gin zu einem der konsequentesten Beispiele für Terroir-Denken in der schottischen Gin-Szene, bei dem der Entstehungsort nicht nur als Marketingerzählung, sondern als tatsächlicher Bestandteil der Rezeptur dient.

Verwendung des Isle of Harris Gin

  • Gin & Tonic: Der Hersteller selbst empfiehlt ein klassisches Indian Tonic Water mit einer Orangenscheibe, um die marmeladigen Zitrusnoten zu unterstreichen – dafür eignet sich Fever Tree Premium Indian Tonic Water besonders gut.
  • Maritime Variante: Wer die salzig-mineralische Seite des Gins betonen möchte, kombiniert ihn mit East Imperial Grapefruit Tonic Water, dessen leichte Bitterkeit die Meeresalgen-Note gut ergänzt.
  • Pur genießen: Aufgrund seiner Komplexität eignet sich Isle of Harris Gin auch pur oder auf Eis, um die maritimen und würzigen Facetten ohne Verdünnung zu erleben.

Isle of Harris Gin richtet sich an Gin-Liebhaber, die authentisches, unmittelbar an einen Ort gebundenes Terroir schätzen und bereit sind, dafür auch einen ungewöhnlichen Rohstoff wie Meeresalgen zu akzeptieren. Im Vergleich zum ebenfalls stark von seiner Insel geprägten The Botanist Islay Dry Gin von Bruichladdich setzt Isle of Harris auf ein deutlich reduzierteres, aber dafür pointierteres Botanical-Konzept: Statt auf 22 von Hand gesammelte Islay-Wildkräuter zu setzen, konzentriert sich Harris auf ein einzelnes, unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal – den Zuckertang – und verbindet es mit einem klassischeren, wacholderbetonten Grundgerüst. Beide Destillerien zeigen jedoch, wie stark die schottische Inselwelt inzwischen zu einem eigenen Gin-Stil mit ausgeprägtem Bezug zu Landschaft und Meer geworden ist.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder4/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze3/5

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