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Scapa Distillery – Orkney Islands

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Die Scapa Distillery liegt bei Kirkwall auf dem Festland der Orkney-Inseln, am Ufer des Scapa Flow. Gegründet wurde sie 1885, seit 2005 gehört sie über Chivas Brothers zu Pernod Ricard. Besonders macht sie eine Wash Still in Lomond-Form, deren Kondensationsplatten längst entfernt sind, und ein Stil, der anders als bei vielen Inselnachbarn auf Honig, Frucht und Weichheit statt auf Torf setzt.


Überblick

  • Name: Scapa Distillery
  • Ort: Kirkwall, Orkney Islands, Schottland
  • Gegründet: 1885
  • Region: Inseln (Orkney)
  • Besitzer: Chivas Brothers, Scotch-Sparte von Pernod Ricard
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky, überwiegend ungetorft oder nur leicht rauchig, zweifach destilliert

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1885 Der Glasgower Blender Macfarlane & Townsend gründet die Brennerei
1919 Ein Feuer bedroht die Anlage, Matrosen der Grand Fleet retten sie mit einer Eimerkette
1954 Hiram Walker & Sons übernimmt und baut die Brennerei um
1959 Eine Lomond Still wird installiert
1987 Mit Allied geht die Brennerei an einen neuen Konzern
1994 Die Brennerei wird stillgelegt, ab 1997 läuft eine begrenzte Produktion unter Beteiligung von Mitarbeitern von Highland Park
2004 Eine umfassende Restaurierung für rund 2,1 Millionen Pfund beginnt
2005 Pernod Ricard übernimmt Allied Domecq, im Oktober läuft die Produktion wieder voll
2015 Ein Besucherzentrum öffnet, gleichzeitig erscheint eine neu aufgestellte Range

Besonderheiten bei der Herstellung

Die Lomond-Geschichte

Lomond Stills sind Brennblasen mit einem breiten, dicken Hals, in dem Kupferplatten sitzen. Bei Scapa wurde die Wash Still ursprünglich als Lomond Still gebaut. Die Kondensationsplatten sind heute entfernt, so arbeitet die Blase wie eine normale Wash Still. Fachquellen nennen Scapa deshalb die einzige Brennerei, die noch mit einer Lomond-förmigen Blase brennt, und verweisen auf die Menge Kupfer im Hals, die bleibt. Die Spirit Still hat die klassische Zwiebelform.

Wasser, Malz und Anlage

Das Wasser kommt aus dem Lingro Burn, der in den Scapa Flow mündet. Über das Malz gehen die Angaben auseinander: Eine Quelle spricht von ungetorftem Malz aus industriellen Mälzereien, eine andere von leicht getorftem. Gemaischt wird nach Fachangaben in einem Semi-Läuterbottich, gegoren in acht Stahlbottichen. Die Kapazität liegt bei rund einer Million Litern reinen Alkohols pro Jahr.

Fassreifung

Der Skiren reift in First-Fill-Fässern aus amerikanischer Eiche, die zuvor Bourbon enthielten. Zum Glansa liegen uns keine einheitlichen Angaben zur Fassauswahl vor, deshalb lassen wir sie offen.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Scapa Skiren 40 % Ohne Altersangabe, Honig, Birne und Eichenwürze, weich und rauchfrei
Scapa Glansa 40 % Ohne Altersangabe, leicht getorft mit Rauch zur süßen Grundnote, 2016 vorgestellt
Scapa Signature Series 10 Jahre 48 % (nach Datenbankangabe) Altersgebundene Abfüllung seit 2024
Scapa 16 Jahre 40 % Frühere Standardabfüllung, nach Fachangaben 2016 eingestellt

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Scapa Skiren.


Stil & Wiedererkennungswert

Scapa ist der sanfte Gegenpol auf Orkney: Honig, Apfel und Birne, dazu eine zurückhaltende Eichenwürze und wenig Salz, der Körper cremig und leicht. Der Nachbar Highland Park liegt nur wenig entfernt und steht für Heidetorf, Sherry und Rauch. Beide Brennereien verbindet eine Episode: Als Scapa 1997 wieder anlief, halfen Mitarbeiter von Highland Park beim Brennen. Wer den bekannteren Nachbarn kennenlernen will, startet mit dem Highland Park 12 Jahre und erlebt den Kontrast.

Die Erklärung der Inselregion und ihrer Stilbreite liefert der Überblick zu den Scotch-Whisky-Regionen. Dort zeigt sich, dass „Inseln“ stilistisch alles umfasst, von Islay-Rauch bis zu milden Malts wie diesem.


Fazit

Scapa lohnt sich für alle, die Orkney einmal ohne viel Rauch erleben möchten und weiche, honigsüße Single Malts mögen. Der Skiren ist der naheliegende Einstieg, denn er zeigt den Hausstil ohne Umwege. Wer vor Ort mehr erfahren möchte, kann seit der Eröffnung des Besucherzentrums 2015 die Brennerei besichtigen. Die Schwäche liegt in der Zurückhaltung: Bei 40 % und ohne Altersangabe bleibt er eher leicht, und über Alter und Zusammensetzung der Fässer schweigt der Hersteller. Wer Torf und Tiefe sucht, wird beim Nachbarn oder beim leicht getorften Glansa eher fündig. Und wer sich vom Lomond-Hals einen besonderen Geschmack erhofft, sollte wissen, dass die Platten entfernt sind und der Einfluss nicht zu belegen ist.