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Starward Distillery – Australien

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Starward ist eine Whisky-Destillerie in Port Melbourne im australischen Bundesstaat Victoria und eine der bekanntesten Marken der jungen australischen Whiskyszene. Gegründet wurde sie 2007 von David Vitale, zunächst in einem ehemaligen Qantas-Hangar am Flughafenareal Essendon Fields. Statt ausgedienter Bourbonfässer nutzt Starward australische Weinfässer, vor allem aus Rotwein und Apera, und profitiert vom wechselhaften Melbourner Klima, das die Reifung nach Herstellerangaben beschleunigt. Nach eigener Darstellung zählt der Betrieb zu den am schnellsten wachsenden Whisky-Herstellern des Landes. Dieses Porträt fasst Geschichte, Herstellung und Sortiment zusammen.


Überblick

  • Name: Starward Distillery (Starward Whisky)
  • Ort: Port Melbourne, Victoria, Australien
  • Gegründet: 2007 (laut Hersteller; einzelne Quellen nennen 2008 als Beginn der Produktion)
  • Land: Australien
  • Besitzer: David Vitale hat das Unternehmen nach Angaben von Januar 2026 vollständig zurückgekauft; seit 2015 war Distill Ventures, der Start-up-Partner von Diageo, beteiligt
  • Typ: Single Malt und Double-Grain-Whisky, Reifung vorwiegend in Rotweinfässern

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
2007 David Vitale gründet Starward in einem alten Qantas-Hangar am Flughafen Essendon Fields
2012 Nach Angaben eines Fachmagazins ist seitdem ein Solera-Tank mit 5.000 Litern im Einsatz
2015 Distill Ventures (Diageo) steigt als Investor ein und finanziert den Ausbau
um 2016 Umzug in eine größere Anlage in Port Melbourne (laut einer Datenbank; die Brennerei selbst nennt kein Jahr)
2018 Das Double-Grain-Produkt Two-Fold kommt auf den Markt
2022 Zum 15-jährigen Bestehen erscheint ein Single Malt namens Vitalis; die Destillerie wird in San Francisco als meistprämierte des Jahres geführt
Januar 2026 Vitale übernimmt das Unternehmen komplett; Diageo und weitere Gesellschafter scheiden aus

Besonderheiten bei der Herstellung

Destillation

In Port Melbourne arbeiten zwei kupferne Pot Stills, dazu fünf Gärbehälter. Nach Angaben eines Fachmagazins liegt die Kapazität bei rund 500.000 Litern reinen Alkohols im Jahr; ein anderer Händler nennt 700.000 Liter, die Zahlen unterscheiden sich also je nach Quelle und Ausbaustand.

Rotwein- und Apera-Fässer

Das Markenzeichen sind gebrauchte australische Weinfässer aus Regionen wie dem Barossa Valley und dem Yarra Valley, zuvor mit Rotweinen wie Shiraz, Cabernet oder Pinot belegt. Der erste Starward, der Solera, reifte in Apera-Fässern, also in Fässern des australischen Sherry-Stils. Der Nova, die Kernabfüllung, reift vollständig in Rotweinfässern. Daneben gibt es nach Herstellerangaben Sonderlinien: Left-Field reift in reiner französischer Eiche, und im Project-Programm testet die Brennerei etwa eine Nachreifung in getorften Fässern über rund 18 Monate nach der Rotweinphase.

Klima

Melbourne wechselt zwischen kühler Luft aus dem Süden und heißen Winden aus dem Landesinneren. Nach Herstellerangaben tauscht der Whisky dadurch rascher mit dem Holz aus als im schottischen Klima, sodass auch junge Abfüllungen schon viel Fassprägung zeigen.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Starward Nova 41 % Kernabfüllung aus reinem Malz, rote Beeren, dunkle Schokolade und weiche Eichenwürze
Starward Two-Fold 40 % Double Grain aus Malz und Weizen, mild, mit rotem Obst und Vanille
Starward Solera 43 % Single Malt, der auf die Apera-Fass-Tradition der Marke zurückgeht
Starward Fortis 50 % Kräftigere Variante der Kernreihe, frucht- und weinbetont

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Starward Fortis.


Stil & Wiedererkennungswert

Starward steht für fruchtigen, weingeprägten Whisky ohne Torf. Rotwein im Fass gibt dem Destillat rote und dunkle Beeren, Würze und Farbe, ohne die Süße des Bourbons zu kopieren. Wer Scotch mit Sherrygeschmack mag, findet hier einen verwandten, aber eigenständigen Weg. Der Two-Fold zeigt außerdem, dass die Marke nicht nur auf Malz setzt: Er kombiniert Malz- und Weizendestillat zu einem weichen, speisenfreundlichen Whisky, der bewusst leichter zugänglich ist als die Malt-Linien.

Zum Auftritt gehört außerdem das Stadtbild: Die Destillerie liegt nicht in der Wildnis, sondern mitten in einem Gewerbegebiet von Melbourne, mit Bar, Führungen und Fassausschank. Die Marke bewegt sich damit zwischen Craft-Anspruch und Wachstum; wie sich der Eigentümerwechsel 2026 auswirkt, bleibt abzuwarten.


Fazit

Starward lohnt sich für alle, die Whisky mit klarer Fruchtigkeit und Weinfassnote suchen und keinen Rauch erwarten. Der Nova eignet sich als Einstieg, der Two-Fold als milde, mixbare Variante, der Fortis als kraftvollere Fortsetzung für Fans der Reihe. Da Starward erst knapp zwei Jahrzehnte alt ist, steht die Marke noch am Anfang, hat aber früh einen Stil gefunden, den man wiedererkennt.