Tanqueray Rangpur Gin & Franklin & Sons Sicilian Lemon Tonic Water (4/5)

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Tanqueray Rangpur Gin & Franklin & Sons Sicilian Lemon Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Tanqueray Rangpur Gin wurde 2006 eingeführt und stellt die seltene Rangpur-Limette in den Mittelpunkt – botanisch eine Kreuzung aus Mandarine und Zitrone, die intensiver und süßlicher schmeckt als eine klassische Limette. Ergänzt wird sie um Ingwer und Lorbeerblatt, die dem klassischen Tanqueray-Rezept aus Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Süßholz eine warme, exotische Note hinzufügen. Auf das Franklin & Sons Sicilian Lemon Tonic Water trifft damit ein Gin, dessen Zitrusnote zwar ebenfalls aus der Zitrusfamilie stammt, geschmacklich aber in eine ganz andere Richtung zielt als das klare, einheitliche Zitronenprofil des Tonics. Anders als bei einer reinen Verdopplung derselben Frucht – wie sie sich etwa bei der Kombination mit dem Malfy Gin Con Limone zeigt – handelt es sich hier um das Zusammenspiel zweier unterschiedlicher, aber verwandter Zitrusrichtungen: die süßlich-exotische Rangpur-Limette einerseits, die klare, unkomplizierte sizilianische Zitrone andererseits. Gebrannt wird der Rangpur, wie alle Tanqueray-Gins, in der schottischen Cameron Bridge Distillery in Fife und mit 41,3 % vol. spürbar niedriger abgefüllt als der klassische Tanqueray London Dry Gin in Exportstärke – eine bewusste Entscheidung, die die fruchtig-runde Seite des Gins zusätzlich betont und ihn zugänglicher macht. In Europa ist die Rangpur-Limette bis heute eine Rarität, die vor allem in Indien als Zierpflanze bekannt ist; für Tanqueray war sie 2006 eine der ersten Gelegenheiten, das traditionsreiche Haus erfolgreich in Richtung Flavoured Gin zu erweitern, ohne die Markenidentität zu verwässern.

Warum diese Kombination funktioniert

Die Rangpur-Limette bringt von Natur aus eine gewisse Süße mit, die einer reinen Zitrone fehlt – ein Umstand, der dem Rangpur gegenüber dem puristischeren Tanqueray London Dry Gin eine rundere, zugänglichere Wirkung verleiht. Das Sicilian Lemon Tonic setzt dieser Süße eine klare, kräftige Zitronensäure entgegen, die verhindert, dass die exotische Frucht des Gins zu weich oder eindimensional wirkt. Gleichzeitig ergänzen sich beide Zitrusrichtungen aromatisch, statt sich zu duplizieren: Wo die Rangpur-Limette mandarinenartige, leicht süßliche Töne beisteuert, bleibt die sizilianische Zitrone des Tonics kühl, klar und säurebetont – zusammen entsteht ein vielschichtigeres Zitrusbild, als es eine einzelne Frucht liefern könnte. Ingwer und Lorbeerblatt, die im puren Rangpur für eine warme Würze sorgen, bleiben auch in der Verdünnung als feiner Akzent erkennbar und geben der Kombination eine zusätzliche, bei reinen Zitronen-Tonics selten vorkommende Würzenote.

Verkostung der Kombination

In der Nase verbindet sich die süßlich-exotische Zitrusnote der Rangpur-Limette mit der klaren, frischen Zitronenschale des Tonics, dazu ein warmer Hauch Ingwer. Am Gaumen zeigt sich der Drink saftig und lebendig: Die Zitronensäure des Tonics trägt das Gerüst, während die rundere, mandarinenartige Süße der Rangpur-Limette und die dezente Lorbeerwürze für zusätzliche Tiefe sorgen. Wacholder bleibt als Struktur im Hintergrund erkennbar, tritt aber hinter die Zitrusfülle zurück. Der Abgang ist mittellang, fruchtig-würzig, mit einem letzten Hauch Ingwerschärfe, der den sonst eher hellen Gesamteindruck angenehm akzentuiert.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3. Eine Limettenscheibe passt hier besser als die sonst beim Sicilian Lemon Tonic übliche Zitronenscheibe, da sie die exotische Rangpur-Note des Gins direkt aufgreift, ohne die Zitronensäure des Tonics zu verdoppeln. Wer die Ingwerwürze zusätzlich betonen möchte, kann eine dünne Scheibe frischen Ingwer als zweite Garnitur hinzufügen, ohne die grundsätzliche Balance der Kombination zu stören.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur bereits vorgestellten Kombination des Malfy Gin Con Limone mit demselben Tonic zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied im Ansatz: Der Malfy verdoppelt die sizilianische Zitrone auf beiden Seiten des Glases zu maximaler Reinheit, während der Rangpur mit seiner exotischen, mandarinenartigen Süße bewusst einen zweiten, andersartigen Zitrusakzent einbringt. Innerhalb der eigenen Tanqueray-Familie liegt der Rangpur damit zwischen dem puristischen, kaum fruchtigen Tanqueray London Dry Gin und dem hell-zitrusintensiven Tanqueray No. Ten Gin, dessen aufwendig verarbeitete frische Grapefruit- und Orangenfrucht mit demselben Tonic vermutlich eine noch reinere, aber weniger würzige Kombination ergeben würde. Wer stattdessen den klassischen, wacholderbetonten Gegenpol zur exotischen Rangpur-Variante sucht, findet ihn in der Kombination des Sicilian Lemon Tonics mit dem Sipsmith London Dry Gin.

Fazit

4/5 Punkte. Eine gelungene, vielschichtige Zitrus-Kombination, die von der ungewöhnlichen Rangpur-Limette lebt und sich dadurch deutlich von den reinen Zitronen-Pairings des Sicilian-Lemon-Tonics abhebt. Die Würze aus Ingwer und Lorbeer sorgt für zusätzliche Tiefe, ohne die grundsätzlich helle, frische Ausrichtung der Kombination zu stören. Empfehlenswert für alle, die einen exotischeren, etwas rundlicheren Zitrus-Gin-Tonic suchen als die puristischen Zitronen-Paarungen des Tonics. Wer dagegen maximale, unverwässerte Zitronensäure bevorzugt, ist mit der Malfy-Kombination besser bedient.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische4/5
Süße2/5