Herstellung des Tanqueray Rangpur Gin:
Der Tanqueray Rangpur wurde 2006 zunächst für den US-Markt eingeführt und stellt die seltene Rangpur-Limette in den Mittelpunkt — eine Kreuzung aus Mandarine und Zitrone mit auffällig orangefarbener Schale, die ursprünglich aus Indien stammt und für ihr besonders intensives, leicht süßliches Zitrusaroma bekannt ist. Ergänzt wird die Rangpur-Limette durch Ingwer und Lorbeerblatt, die dem klassischen Tanqueray-Rezept – Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Süßholz – eine warme, exotische Note hinzufügen, ohne den charakteristischen Wacholder vollständig zu überdecken. Gebrannt wird der Rangpur, wie alle Tanqueray-Gins, in der Cameron Bridge Distillery in Fife, Schottland; 2018 erhielt die Flasche im Rahmen einer internationalen Expansion ein überarbeitetes Design. Mit 41,3 % vol. ist der Rangpur niedriger abgefüllt als der klassische Tanqueray London Dry Gin, was seine fruchtig-runde Seite zusätzlich betont und ihn zugänglicher macht als die kräftigere Exportstärke des Grundrezepts.
Verkostung des Tanqueray Rangpur Gin:
In der Nase zeigt sich intensive, leicht süßliche Zitrusfrucht mit einer warmen Ingwernote. Am Gaumen ist der Rangpur saftig und rund, mit exotischer Zitrusfrucht im Vordergrund, während Wacholder und eine dezente Lorbeerwürze für Struktur sorgen. Der Abgang ist mittellang, fruchtig-würzig ausklingend, mit einem letzten Hauch Ingwerschärfe, der dem sonst eher weichen Gesamteindruck einen angenehmen Akzent verleiht.
Steckbrief Tanqueray Rangpur Gin:
Alkoholgehalt: 41,3 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Rangpur-Limette, Ingwer, Lorbeerblatt, Koriander, Angelikawurzel, Süßholz
Hersteller: Tanqueray (Diageo), Cameron Bridge Distillery, Fife, Schottland
Herstellung im Detail: Die Rangpur-Limette als Signaturzutat
Anders als die Standard-Zitrusschalen klassischer Gins ist die Rangpur-Limette in Europa kaum bekannt: Botanisch handelt es sich nicht um eine echte Limette, sondern um eine Kreuzung aus Mandarine und Zitrone, deren Fruchtfleisch und Schale intensiver und zugleich süßlicher schmecken als die einer klassischen Limette oder Zitrone. In Indien wird sie traditionell vor allem als Zierpflanze und für lokale Küchen genutzt, für die Spirituosenindustrie ist sie bis heute eine Rarität. Tanqueray destilliert die Rangpur-Limette gemeinsam mit den übrigen Botanicals nach demselben Grundprinzip wie beim klassischen London Dry Gin, verzichtet aber bewusst auf die aufwendige Frischfrucht-Verarbeitung des Tanqueray No. Ten Gin – ein Hinweis darauf, dass der Rangpur eher als zugänglicher, alltagstauglicher Flavoured Gin positioniert ist als als ultra-aufwendige Premiumabfüllung.
Verwendung des Tanqueray Rangpur Gin
- Gin & Tonic: Mit einem milden Tonic wie Fever-Tree Naturally Light Tonic Water und einer Limettenscheibe entfaltet sich die exotische Zitrusnote am besten, ohne von zu viel Bitterkeit überdeckt zu werden.
- Gimlet: Die intensive Zitrusfülle macht den Rangpur zu einer spannenden Basis für einen modernen Gimlet, bei dem die Rangpur-Note die klassische Limettenkomponente des Drinks von Haus aus mitbringt.
Der Tanqueray Rangpur richtet sich an alle, die einen fruchtig-exotischen, aber dennoch erkennbar wacholderbetonten Gin suchen – eine Art Brücke zwischen klassischem London Dry Gin und modernen Flavoured Gins. Im Vergleich zum reinen, klassischen Tanqueray London Dry Gin tritt der Wacholder beim Rangpur deutlich in den Hintergrund zugunsten der exotischen Zitrusfrucht, während er gegenüber dem helleren Tanqueray No. Ten Gin mit seiner warmen Ingwer- und Lorbeerwürze eigenständiger und weniger puristisch wirkt.
Seit seiner Einführung 2006 hat sich der Rangpur zu einem festen Bestandteil der Tanqueray-Produktfamilie entwickelt und wurde international ausgerollt, nachdem er zunächst als US-exklusive Abfüllung startete. Für Diageo war der Rangpur einer der frühen Belege dafür, dass sich auch ein traditionsreiches London-Dry-Haus erfolgreich in Richtung Flavoured Gin bewegen kann, ohne die Markenidentität zu verwässern – ein Weg, den später viele andere etablierte Gin-Marken ebenfalls einschlugen. Die bewusste Entscheidung, statt gängiger Zitrusfrüchte wie Zitrone oder Orange auf die vergleichsweise unbekannte Rangpur-Limette zu setzen, verschaffte dem Produkt zudem ein klares Alleinstellungsmerkmal in einem zunehmend überfüllten Flavoured-Gin-Segment.
Auch als Basis für erfrischende Longdrinks eignet sich der Rangpur: Mit Ginger Ale statt klassischem Tonic aufgegossen verstärkt sich die ohnehin vorhandene Ingwernote zusätzlich, während ein Schuss Sodawasser und frische Minze einen leichten, sommerlichen Drink ergeben, der die fruchtig-exotische Seite des Gins in den Vordergrund rückt. Wer die Marke Tanqueray insgesamt kennenlernen möchte, findet im Rangpur einen guten Einstieg für alle, die klassischen Wacholdergeschmack zunächst über eine zugänglichere, fruchtbetontere Variante erkunden möchten, bevor sie sich an den puristischeren Tanqueray London Dry Gin herantasten. Auch als Geschenk eignet sich der Rangpur gut, weil sein exotisches Aroma auch bei Gästen ankommt, die sich mit klassischem, wacholderdominiertem Gin sonst eher schwertun – ein zugänglicher, unkomplizierter Einstieg in die Welt der Flavoured Gins mit dem Namen und der Qualität eines etablierten Traditionshauses im Rücken. Preislich bewegt sich der Rangpur im mittleren Segment der Flavoured-Gin-Kategorie und bietet für diesen Bereich ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis.
Einordnung & Alternativen
- Puerto de Indias Strawberry Gin – deutlich süßer und fruchtiger ausgerichtet, mit Erdbeere statt exotischer Zitrusnote.
- Williams Chase Seville Orange Gin – setzt auf bittere Sevilla-Orange statt auf die süßlichere Rangpur-Limette und wirkt dadurch herber.
- Malfy Gin Con Limone – italienische Zitronenvariante mit intensiverer, säurebetonter Zitrusfrische statt der warmen Ingwer-Lorbeer-Würze des Rangpur.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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