Teeling Blackpitts – getorfter Malt mit Dubliner Adresse
Der Teeling Blackpitts Peated Single Malt ist ein getorfter irischer Single Malt, der in Dublin gebrannt wird und in Ex-Bourbonfässern sowie Sauternes-Fässern reift. Torfrauch kennt man vor allem aus Schottland, hier trifft er auf die Süße eines Bordeaux-Dessertweins. Das Ergebnis ist kein klassischer Islay-Typ, sondern ein fruchtiger Whiskey mit zurückhaltender Rauchnote, abgefüllt mit 46 % vol. und ohne Kühlfiltrierung.
Geschichte: Ein Straßenname aus der Zeit der Malzhäuser
Der Name stammt vom Dubliner Viertel Blackpitts in den Liberties, in dem früher große Gerstenmälzereien standen. Die Teeling Whiskey Distillery liegt in der Nachbarschaft, am Newmarket Square, im historischen Dubliner Brennerei-Viertel. Die Brennerei nahm im März 2015 den Betrieb auf, nachdem die Brüder Jack und Stephen Teeling zuvor mit gekauften und gereiften Fässern aus dem Bestand der Cooley Distillery ihre Marke aufgebaut hatten. Es war die erste neue Brennerei in Dublin seit rund 125 Jahren. Heute verfügt sie nach Angaben aus öffentlich zugänglichen Quellen über drei Pot Stills, und Alex Chasko leitet die Destillation als Master Distiller.
Blackpitts gehört zur „Unconventional Collection“ des Hauses, einer Reihe, mit der Teeling bewusst Stile jenseits des traditionellen irischen Pot-Still-Profils erkundet. Die Idee zum Sauternes-Fass stammt nach Herstellerangaben vom 24-jährigen Teeling Single Malt, der 2019 bei den World Whiskies Awards als bester Single Malt der Welt ausgezeichnet wurde. Das Porträt einer eigenen Brennerei gibt es bei uns noch nicht; ergänzend lohnt der Blick auf die fruchtige Standardabfüllung, den Teeling Single Malt, und den Teeling Small Batch.
Der Teeling Blackpitts im Speziellen
Der Blackpitts erschien nach den vorliegenden Datenbankeinträgen 2020 und gehört zum aktuellen Teeling-Sortiment. Er trägt keine Altersangabe; ein Tester schätzte ihn auf knapp fünf Jahre für den Großteil des Inhalts, belegt ist das nicht. Reifung: Ex-Bourbon- und Ex-Sauternes-Fässer, die laut Hersteller die Fruchtigkeit betonen sollen. Mit 46 % vol. und ohne Kühlfiltrierung ist er kräftig abgefüllt. Im Vergleich zum Standard-Single-Malt des Hauses ist der Blackpitts schlichter angelegt, ein Tester nennt ihn „simpel, aber sehr gut trinkbar“, dafür bringt er den Rauch als Unterschied ein.
Herstellung: Getorftes Malz und dreifache Destillation
Der Torf kommt hier aus dem Malz. Nach zwei unabhängigen Verkostungsberichten stammt es aus Schottland und ist mit rund 55 ppm Phenolen getorft. Der Hersteller nennt den Wert auf seiner Seite nicht, spricht aber von „stark getorftem Malz“. Wichtig ist die dreifache Destillation: Nach Aussage des Herstellers mildert sie den medizinischen Charakter schottischer Torfmalts und lässt stattdessen eine eher grillige Rauchnote durchkommen. Ein Tester gibt an, dass der Phenolgehalt im Destillat bei rund 15 ppm liege und sich der Rauch während der Reifung teilweise wieder aufbaue; das ist eine Einzelangabe, die wir nicht überprüfen konnten. Der Rauch bleibt jedenfalls ein Begleiter, nicht der Hauptdarsteller, anders als bei den Torfmonstern von Islay.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Helles Gold.
- Nase: Milder Rauch, der eher an kalte Holzkohle als an ein Lagerfeuer erinnert; dazu Kokos, grüner Apfel, Zitrone und Traubensüße. Die Herstellerseite nennt Grillrauch, Nelke, Butterscotch und Orangenschale.
- Gaumen: Mittelkräftig, mit Ananas, Apfelkuchen und Honig; der Torf wirkt eher wie Asche oder verbrannte Kräuter als wie Lagerfeuer. Dazu weißer Pfeffer, Salzkaramell, gedünstete Birne und gegrillte Ananas.
- Abgang: Mittellang, mit würziger Eiche, Holzasche, Ananassüße und leicht mentholiger Frische, am Ende Salzkaramell.
Genuss-Empfehlung
Der Blackpitts schmeckt am besten pur im Nosing-Glas, leicht temperiert. Eis würde den feinen Rauch eher verdecken als herausarbeiten. Wer Torf-Whisky bisher gemieden hat, kann mit diesem Malt einen sanften Einstieg versuchen. Zum Essen passen Speisen vom Grill: Ananas mit Honig, gebratener Lachs oder ein Stück gereifter Cheddar. Auch Barbecue-Rippchen mit süßlicher Glasur korrespondieren mit der Mischung aus Rauch und Süße.
Einordnung & Alternativen
- Teeling Single Malt – dieselbe Brennerei ohne Rauch, fruchtbetont.
- Teeling Small Batch – der günstigere Blend mit Rum-Fass-Finish.
- Ardbeg 10 Jahre – wer richtig kräftigen Torf sucht, findet ihn dort.
Fazit
Der Teeling Blackpitts ist ein ungewöhnlicher Malt, der Rauch und Frucht in ein leichtes Gleichgewicht bringt. Die Kritiken sind freundlich, aber nicht überschwänglich: Man lobt die Trinkbarkeit und die Frucht, findet den Torf aber dünn und den Abgang eher kurz. Als Einstieg in getorfte Whiskys und als Abwechslung zu den üblichen irischen Fruchtbomben ist er gut geeignet. Wer dagegen ausgeprägten Rauch erwartet, wird bei Islay-Abfüllungen eher fündig. Insgesamt eine solide Mittelklasse-Abfüllung mit einer klaren Idee, die Irlands Whiskey-Vielfalt um eine rauchige Facette erweitert.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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