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Woodford Reserve Distillery – Kentucky

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Steingebäude auf dem Gelände der Woodford Reserve Distillery.
Steingebäude auf dem Gelände der Woodford Reserve Distillery. Aufnahme: 2009.
Foto: Adam Sonnett, Woodford Reserve Distillery.jpg, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0. Für Gin-Time zugeschnitten beziehungsweise mit neutralem Rand in das Zielformat gesetzt, in der Größe angepasst und als WebP optimiert.

Zwischen den Pferdefarmen von Woodford County liegt bei Versailles die Woodford Reserve Distillery, die früher als Labrot & Graham firmierte. Die Whiskeyherstellung am Standort geht auf Elijah Pepper und das Jahr 1812 zurück, die steinernen Gebäude von 1838 zählen zum National Historic Landmark. Seit 1941 gehört das Anwesen, mit Unterbrechung ab den späten 1960er-Jahren, zu Brown-Forman. Ungewöhnlich für Kentucky sind kupferne Pot Stills für eine dreifache Destillation und Gärbottiche aus Zypressenholz. Die Marke Woodford Reserve startete 1996, den heutigen Brennereinamen trägt der Betrieb erst seit 2003 bzw. 2004, je nach Quelle.


Überblick

  • Name: Woodford Reserve Distillery (früher Labrot & Graham Distillery)
  • Ort: Versailles, Woodford County, Kentucky, USA
  • Gegründet: Whiskeyherstellung am Standort seit 1812 (Elijah Pepper); Hauptgebäude von 1838
  • Region: Kentucky (Woodford County)
  • Besitzer: Brown-Forman Corporation (seit 1941, nach Verkauf in den späten 1960ern seit dem Rückkauf Anfang der 1990er wieder)
  • Typ: Kentucky Straight Bourbon, außerdem Rye und weitere Whiskeys; Stil: Mashbill laut Hersteller 72 % Mais, 18 % Roggen, 10 % gemälzte Gerste

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1812 Elijah Pepper beginnt am Standort mit der Whiskeyherstellung
1838 Das Hauptgebäude aus Kalkstein entsteht
1878 Die Pepper-Familie verkauft an Leopold Labrot und James Graham, die Brennerei heißt fortan Labrot & Graham
1941 Brown-Forman erwirbt die Anlage (je nach Quelle 1940); in den späten 1960er-Jahren trennt sich der Konzern von ihr wieder
1993 Brown-Forman kauft das Anwesen zurück, renoviert es und nimmt es wieder in Betrieb (Quellen: 1992 bis 1995)
1996 Die Marke Woodford Reserve kommt auf den Markt
2003/2004 Umbenennung der Brennerei in Woodford Reserve Distillery (je nach Quelle 2003 oder 2004)
Heute National Historic Landmark mit Besucherbetrieb; 2021 kündigte Brown-Forman eine Erweiterung an, die die Kapazität verdoppeln und drei weitere Pot Stills bringen sollte

Besonderheiten bei der Herstellung

Wasser und Getreide

Das Wasser stammt nach Herstellerangaben von Quellen auf dem Gelände und fließt durch Kalkstein, der es eisenfrei und mineralreich macht. Die Maische besteht aus 72 % Mais, 18 % Roggen und 10 % Gerstenmalz. Der Roggenanteil sorgt für spürbare Würze und grenzt den Stil von maisdominierten Bourbons ab.

Gärung in Zypressenholz

Die Gärbottiche bestehen aus Zypressenholz. Die Hefe ist ein firmeneigener Stamm, die Gärung nach Herstellerangaben „unter den längsten der Branche“; Fachquellen sprechen von etwa sechs bis sieben Tagen. Ein Besucherbericht nennt nach der Erweiterung sechzehn statt acht Bottiche.

Hölzerner Gärbottich in der Woodford Reserve Distillery.
Hölzerner Gärbottich in der Woodford Reserve Distillery. Aufnahme: 2017.
Foto: BourbonNerd, Woodford Reserve - Fermenter -1.jpg, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Für Gin-Time in der Größe angepasst und als WebP optimiert.

Dreifache Destillation

Kern der Anlage sind Pot Stills aus Kupfer, gebaut von Forsyths in Schottland. Pro Linie gibt es eine Beer Still, eine High-Wine-Still und eine Spirit Still. Ursprünglich waren es drei Brennblasen, nach der Erweiterung sechs. Ein Teil des Destillats stammt zudem aus einer Säulenanlage in Brown-Formans Brennerei in Louisville, beide werden vor der Fassreifung zusammengeführt.

Reifung

Gereift wird in neuen, ausgekohlten Fässern aus amerikanischer Weißeiche, die der Konzern in eigener Küferei fertigt. Die Lagerhäuser werden im Winter beheizt, damit die Reifung nicht stehenbleibt. Der Bourbon enthält nach Fachquellen sechs bis sieben Jahre alten Whiskey, eine Altersangabe trägt er nicht.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Woodford Reserve Distiller's Select 45,2 % (in manchen Märkten 43,2 %) Der Kernbourbon: Karamell, Vanille, Frucht und mittlere Würze
Woodford Reserve Double Oaked 45,2 % Zusätzliche Reifung in stark getoasteten Fässern: Honig, Gewürz, Nelke, Karamell
Woodford Reserve Kentucky Straight Rye 45,2 % Mild-würziger Rye: Pfeffer, Nelke und Zeder mit Honigsüße
Woodford Reserve Master's Collection je Edition unterschiedlich Limitierte Serie mit wechselnden Experimenten
Woodford Reserve Chocolate Whisper Redux 69,7 % 2025 vorgestellte Limited Edition, laut Hersteller der bisher stärkste Bourbon der Marke

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Woodford Reserve Kentucky Bourbon und Woodford Reserve Rye Whiskey.


Stil & Wiedererkennungswert

Der Hausstil entsteht aus dem Zusammenspiel von Pot-Still-Destillat, langer Gärung und einer Mashbill, die mehr Roggen enthält als viele Standard-Bourbons. Das Ergebnis ist ein Bourbon, der weich und fruchtig wirkt und trotzdem Würze behält. Die Kombination aus Kupferbrennblasen schottischer Bauart und Kentucky-Fässern ist in dieser Form unter den großen Bourbonmarken selten.

Die Marke ist deutlich jünger als der Standort, das Haus nutzt die Historie aber konsequent als Teil seiner Identität.


Fazit

Woodford Reserve ist ein Beispiel dafür, wie ein altes Brennereigelände mit modernen Methoden neu belebt wurde. Wer zugänglichen, fruchtigen Bourbon mit handwerklichem Hintergrund und eine Brennerei mit Geschichte sucht, ist hier richtig. Kenner sollten wissen, dass nicht alles Destillat aus den historischen Pot Stills stammt; die Mischung mit Säulenbrand ist Teil des Konzepts.