Indischer Whisky

Amrut Peated Indian Single Malt

4/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.MittelklasseFassart nicht öffentlich benannt, ohne AltersangabeBengaluru (Bangalore), Karnataka, Indien
Indischer WhiskySingle MaltWhisky
Bei Amazon ansehen
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Amrut Peated Indian Single Malt – Rauch aus dem Süden Indiens

Der Amrut Peated Indian Single Malt ist die getorfte Abfüllung der Brennerei Amrut in Bengaluru und damit einer der ungewöhnlichsten Rauchwhiskys ohne schottischen Pass. Er verbindet kräftigen Torfrauch mit Melasse, Zitrus und Butterscotch und wird mit 46 % Vol. abgefüllt. Die Reifung im tropischen Klima gibt ihm eine Süße und Wucht, die man von Islay-Whiskys so nicht kennt.

Das Profil richtet sich an Rauchliebhaber, die einmal etwas anderes probieren möchten als den Standard aus Schottland, und an Neugierige, die nach indischen Alternativen suchen.

Geschichte: Von der Familienfirma zum Pionier

Amrut wurde nach Angaben der Firmengeschichte 1948 in Bengaluru gegründet, die Familie Jagdale führt das Unternehmen bis heute. Der Sohn des Firmengründers, Neelakanta Rao Jagdale, übernahm die Leitung 1976. Er beschloss 1982, einen hochwertigen Whisky aus Gerste herzustellen, den die Firma zunächst jedoch nur in Blends verwendete. Als Single Malt kam Amrut erst am 24. August 2004 in Europa auf den Markt und machte Indien damit auf der Landkarte der Single Malts sichtbar.

Die indische Gerste der Brennerei stammt laut gängigen Angaben aus Punjab und Rajasthan und wird über etwa 2.500 Kilometer bis nach Bengaluru transportiert. Das heiße Klima beschleunigt die Reifung: Der jährliche Angel's Share liegt in Indien bei rund 11 bis 12 Prozent, in Schottland dagegen nur bei etwa zwei Prozent. Mehr zur Brennerei steht in unserem Porträt der Amrut Distillery.

Der Peated im Speziellen

Amrut Peated wird mit 46 % Vol. abgefüllt, nach Angaben aus dem Fachhandel nicht kühlgefiltert und ohne Farbstoff. Eine Altersangabe gibt es nicht. Für die Rauchigkeit verwendet Amrut importierte getorfte Gerste aus Schottland, die Händlerbeschreibung nennt einen Phenolwert von etwa 24 ppm. Welche Fässer in die Reifung gehen, hält die Brennerei nicht öffentlich fest, weshalb wir dazu keine Aussagen machen.

Im Sortiment steht der Peated als rauchigste Variante neben dem Amrut Fusion, der indische und schottische Gerste verbindet, und dem Amrut Intermediate Sherry, der über Sherryholz sein Profil bekommt.

Herstellung: Torf in tropischer Hitze

Gebrannt wird in kupfernen Pot Stills nach schottischem Vorbild. Das Wasser stammt laut Fachquellen aus lokalen Tiefbrunnen. Der Torfrauch stammt aus importiertem, bereits in Schottland geräuchertem Malz. Die Fassreifung findet in Bengaluru statt, wo ein Jahr Reifung laut Aussage des Master Blenders etwa drei Jahren in Schottland entspricht.

Die schnelle Reifung hat Folgen für den Charakter: Das Destillat tritt rasch in engen Austausch mit dem Holz, Süße und Würze entwickeln sich in kurzer Zeit. Zugleich bleibt der Torf präsent, weil er im Destillat selbst angelegt ist und nicht vom Fass abhängt.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Warmes Gold, ohne Farbstoffzusatz.
  • Nase: Sehr trockener Torf, vergleichbar mit Rauch in einem alten Ledersessel, dazu Zitrus, reife Birne und Aprikose, Toffee und ein Hauch dunkle Schokolade.
  • Gaumen: Beginnt mit melasseähnlicher Süße, dann baut sich der aschige Holzrauch auf. Orange, Banane und Vanille treten hinzu, später kommen trockene Gewürze und schwarzer Pfeffer.
  • Abgang: Mittellang bis lang, klar und sauber, mit Rauch, Butterscotch und Vanille.

Die Verkostungen gehen auseinander: Einige Tester loben die Balance zwischen Torf und Frucht, andere vermissen sekundäre Komplexität und spüren etwas Alkoholschärfe, die wohl der schnellen Reifung geschuldet ist. Insgesamt wirkt der Whisky kräftig, direkt und deutlich weniger zurückhaltend als der Fusion.

Genuss-Empfehlung

Pur im Nosing-Glas entfaltet der Peated sein ganzes Rauchprofil, mit ein paar Tropfen Wasser werden Zitrus und Süße deutlicher. Eis dämpft den Torf, ein großer Würfel kann dennoch angenehm sein. Als Cocktail eignet sich ein Smoky Old Fashioned oder ein Penicillin mit Ingwer und Honig.

Zum Essen passen Räucherlachs, kräftiger Blauschimmelkäse, Wild, gegrilltes Fleisch und dunkle Schokolade. Wer den Rauch zunächst vorsichtig angehen will, beginnt mit einem Schluck in kleiner Menge und lässt den Whisky etwas im Glas atmen, denn die Nase gibt den Torf anfangs nur zögerlich preis. Ein kühler, trockener Abend mit Kaminfeuer passt zu diesem Charakter ohnehin besser als ein heißer Sommertag.

Einordnung & Alternativen

  • Amrut Fusion: Der Bruder mit schottischer, teils getorfter Gerste, aber mit milderer Rauchnote.
  • Teeling Blackpitts Peated: Ein getorfter irischer Single Malt als Vergleich zu einer ganz anderen Rauchinterpretation.
  • Indri Trini The Three Wood: Ein weiterer indischer Single Malt, der sich als Vergleich zum Landesstil anbietet.

Fazit

Der Amrut Peated ist ein kräftiger, rauchiger Single Malt mit tropischer Süße und klarer Handschrift. Er ist spannend für Torf-Fans, die über den Tellerrand blicken wollen, und gelungen als Einstieg in getorfte indische Whiskys. Für gelegentliche Schärfe und fehlende Tiefe in einigen Verkostungen gibt es leichte Abzüge, für Charakter, Rauch und Eigenständigkeit deshalb 4 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf4/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche3/5

Amrut Peated Indian Single Malt kaufen:

Bei Amazon ansehen
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen