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Bacardí – Destillerie in Puerto Rico

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Kaum ein Rum ist so bekannt wie der mit der Fledermaus auf dem Etikett. Die Bacardí-Destillerie in Cataño, Puerto Rico, bei San Juan, gilt als größte Rum-Destillerie der Welt; sie liefert nach Unternehmensangaben den größten Teil des weltweit verkauften Bacardí. Der Stil ist leicht, sauber und gezielt auf Mischbarkeit getrimmt, die Wurzeln liegen aber in Kuba, wo die Familie Bacardí 1862 begann.


Überblick

  • Name: Bacardí (Destillerie Cataño, auch Casa Bacardí, die Cathedral of Rum)
  • Ort: Cataño bei San Juan, Puerto Rico
  • Gegründet: 1862 in Santiago de Cuba; Rum-Produktion in Puerto Rico seit Mitte der 1930er-Jahre, heutiger Standort in Cataño seit 1958
  • Besitzer: Bacardi Limited, Konzernsitz in Hamilton, Bermuda; familiengeführt in siebter Generation
  • Typ/Stil: Melasse-Rum, Kolonnendestillation, Aktivkohlefiltration

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1862 Facundo Bacardí Massó kauft mit einem Partner eine kleine Destillerie in Santiago de Cuba; die Fledermaus wird zum Markenzeichen
1888 Goldmedaille auf der Weltausstellung in Barcelona
1936/37 Beginn der Rum-Produktion in Puerto Rico; die Quellen nennen 1936 bzw. 1937 für den ersten Rum
1958 Kauf des Geländes in Cataño, auf dem die heutige Anlage entsteht
1960 Kuba verstaatlicht den Besitz der Familie auf der Insel
1965 Der Konzernsitz zieht nach Bermuda
2004 Casa Bacardí öffnet als Besucherzentrum
Heute Cataño produziert nach Unternehmensangaben rund 85 % des weltweiten Bacardí

Besonderheiten bei der Herstellung

Rohstoff und Gärung

  • Grundlage ist Melasse. Sie wird mit einer hauseigenen Hefekultur vergoren, die Bacardí nach eigener Darstellung seit den Anfängen pflegt. Die Gärung läuft vergleichsweise kurz und liefert ein Gärgut, das schon früh auf einen leichten, wenig aufdringlichen Stil zielt.

Kolonnendestillation

  • In Cataño wird in Kolonnenapparaten destilliert. Nach Fachangaben läuft zunächst eine Kolonne aus Kupfer und Gusseisen für ein erstes Destillat, danach folgen mehrere Edelstahlkolonnen, die auf sehr hohe Reinheit zielen. Das Ergebnis ist ein neutrales, leichtes Destillat, das sich später fast beliebig weiterverarbeiten lässt.

Reifung und Aktivkohle: so entsteht der Carta Blanca

  • Der Carta Blanca reift kurz in Fässern und wird danach mit Aktivkohle filtriert, wodurch Farbe und viele Aromastoffe verschwinden. Übrig bleibt ein klarer, milder Rum mit dezenter Vanille. Die dunkleren Abfüllungen wie der Reserva Ocho durchlaufen eine längere Fassreifung und werden nicht in gleichem Maß entfärbt.

Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Bacardí Carta Blanca (Superior) 37,5 % (Deutschland), international teils 40 % Klar, leicht, dezente Vanille und Mandel – klassischer Cocktail-Rum
Bacardí Carta Oro (Gold) 37,5–40 % je nach Markt Golden, Karamell und Vanille, etwas runder als der weiße Rum
Bacardí Reserva Ocho 40 % Acht Jahre gereift, reife Frucht, Orangenmarmelade, Eiche, zum Pur-Trinken geeignet
Bacardí Gran Reserva Diez 40 % Blend mit Rums bis zu zehn Jahren, Trockenfrucht, Holzwürze, ruhig und weich

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Bacardi Carta Blanca, Bacardí Reserva Ocho.


Stil & Wiedererkennungswert

Bacardí steht für den kubanisch geprägten, leichten Rum-Stil: wenig Ester, wenig Schwere, dafür Sauberkeit und Gleichmäßigkeit. Dass ein Weißrum über Filtration und kontrollierte Reifung fast neutral werden kann, ist das eigentliche Markenzeichen. Daiquiri, Mojito und Cuba Libre verdanken diesem Profil einen guten Teil ihrer Beliebtheit, weil der Rum die anderen Zutaten nicht übertönt.

Wiedererkennbar ist das Haus aber auch visuell. Die Fledermaus galt als Glücksbringer und half Kunden, die nicht lesen konnten, das Produkt zu erkennen; in einer häufig erzählten Version geht die Idee auf Facundos Frau Amalia zurück, die die Fledermäuse im Gebälk der Destillerie als Symbol für Glück und Familienzusammenhalt deutete. Die Geschichte der Familie, die 1960 Kuba verlassen musste, gehört bis heute zum Selbstverständnis der Marke.


Fazit

Bacardí ist weniger ein Rum für Aroma-Jäger als ein Beispiel für handwerkliche Verlässlichkeit im Maßstab einer Großanlage. Wer den leichten, kubanischen Stil verstehen will, beginnt mit dem Carta Blanca, am besten im Daiquiri oder Mojito. Wer sehen will, was die Marke im Fass kann, greift zum Reserva Ocho: ein deutlich dichterer Rum, der als Einstieg in die älteren Abfüllungen taugt und pur oder auf Eis gut funktioniert.

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