Herstellung des Bache-Gabrielsen XO Premium:
Bache-Gabrielsen wurde 1905 von dem Norweger Thomas Bache-Gabrielsen in Cognac gegründet und wird bis heute von der Familie geführt. Wer mehr über Gründung, die Rolle von Kellermeister Jean-Philippe Bergier und die norwegische Prägung wissen möchte, findet das im Artikel zum Bache-Gabrielsen VS Tre Kors. Der XO Premium gehört zur reiferen Hälfte der Reihe. Das Haus beschreibt ihn als Assemblage von Eaux-de-Vie, die viele Jahre in Eichenfässern gelegen haben, mit einem Durchschnittsalter von etwa zwanzig Jahren.
Bei der Herkunft gehen die Angaben auseinander. Die Hersteller-Produktseite nennt vor allem Fins Bois und als Rebsorte Ugni Blanc. Eine andere Fachquelle führt Fins Bois, Petite Champagne und Grande Champagne auf, zusätzlich Folle Blanche, und spricht von Altersstufen zwischen 10 und 30 Jahren. Beides schließt sich nicht zwingend aus: Eine Assemblage aus unterschiedlichen Lagen mit Schwerpunkt Fins Bois ist denkbar, die genaue Cuvée veröffentlicht das Haus nicht. Die Reifung erfolgt in Limousin-Eiche. Anders als beim Bache-Gabrielsen XO Fine Champagne steht beim Premium also nicht die Herkunftsbezeichnung im Vordergrund, sondern die Reife der Fässer.
Verkostung des Bache-Gabrielsen XO Premium:
Der Cognac zeigt sich in einem satten Goldton. In der Nase überrascht die Kombination aus Blüten und Frucht: Jasmin und Iris stehen neben Banane und Pflaume, dazu kommen geröstete Haselnuss, kandierte Früchte, Mandel und eine Spur Mokka. Am Gaumen setzt sich die Aromatik lang fort. Der Cognac wirkt für sein Alter lebendig, der Rancio – jene pilzig-würzige Tiefe langgereifter Destillate – ist zart und drängt sich nicht in den Vordergrund. Im Abgang erscheinen Honig und der Eindruck von Heu, die Holzgerbstoffe sind weich und tragen zu einem runden, großzügigen Finish bei. Mit 40 % vol. ist er ein aromatischer, aber nie schwerer XO.
Steckbrief Bache-Gabrielsen XO Premium:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: XO, Fins-Bois-Schwerpunkt (je nach Quelle mit Petite und Grande Champagne)
Fassreifung: durchschnittlich rund 20 Jahre, Eiche
Hersteller: Maison Bache-Gabrielsen, Cognac, Frankreich
Herstellung im Detail: Rancio aus der Fins-Bois-Lage
Die Fins Bois umgeben die Champagne-Lagen ringförmig. Ihre Böden sind weniger kalkreich, die Eaux-de-Vie reifen schneller und zeigen sich früh fruchtig. In vielen Verschnitten dienen sie deshalb als Basis für jüngere Qualitäten. Dass das Haus sie hier für einen XO einsetzt, ist eine bewusste Entscheidung: Nach rund zwei Jahrzehnten im Holz wandeln sich die Fruchtnoten in kandierte Früchte und Nüsse, und der Rancio entsteht. Der Cognac verliert die Frische des Anfangs, gewinnt aber Tiefe. Weil Fins-Bois-Destillate schneller reifen, gelten sie bei gleicher Standzeit als weicher und weniger streng als solche aus der Grande Champagne; das passt zum runden Charakter, den der XO Premium zeigt. Mehr zu den Lagen findest du im Beitrag Die Crus der Cognac-Region.
Ein Wort zum Alter: Auf dem Etikett steht die gesetzliche Klassifikation XO, die inzwischen mindestens zehn Jahre Fassreife der jüngsten Komponente vorschreibt. Die tatsächlichen Durchschnittswerte des Premium liegen mit rund 20 Jahren deutlich darüber. Der Zusatz „Premium“ ist keine rechtlich definierte Stufe, sondern ein Hausname. Wie sich Stil und Anspruch der großen Häuser unterscheiden, erklärt der Artikel Cognac-Häuser im Vergleich.
Lagerung und Reifung der Eaux-de-Vie liegen seit 2015 im eigenen Haus, in drei Kellern in Louzac-Saint-André, die Bache-Gabrielsen wenige Kilometer vom Stadtzentrum errichtet hat; zwei dienen der Lagerung, einer dem Verschnitt. Im Grundstein des zweiten Kellers ist der norwegische Spruch „forlenger livet og gleder“ eingraviert – frei übersetzt: „verlängert das Leben und die Freude“ –, dazu wurde eine Flasche Grande Champagne aus dem Jahr 1905 eingemauert. Kellermeister Jean-Philippe Bergier überwacht seit 1989 die Fassreifung und vollzieht die Assemblagen, in denen die langen Standzeiten des Premium zusammenfinden.
Genuss-Empfehlung
Der XO Premium eignet sich für den ruhigen Abschluss eines Abends. Serviert wird er im Tulpenglas bei Zimmertemperatur, ohne Eis und ohne Mixer. Der Kellermeister des Hauses empfiehlt ihn nach einem starken, komplexen Kaffee, etwa einem reinen Arabica; die Mokkanoten des Cognacs knüpfen daran an. Zu Gerichten passen Walnüsse, Mandelgebäck, Tarte mit karamellisierten Birnen und kräftige Bitterschokolade. Ein einzelner Tropfen Wasser öffnet Jasmin und Iris, mehr braucht der Cognac nicht. Wer einen Cocktail sucht, greift besser zum VSOP des Hauses und überlässt den XO dem Glas.
Einordnung & Alternativen
- Bache-Gabrielsen XO Fine Champagne – das Schwesterprodukt mit Fokus auf Grande und Petite Champagne, blumiger und würziger im Profil.
- Martell XO – ein XO aus einem der vier großen Cognac-Häuser, interessant für den Vergleich der Reifestile.
- Courvoisier XO – ein weiterer bekannter XO eines Großhauses, gut geeignet für eine Gegenüberstellung der Stilistik.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Bache-Gabrielsen XO Fine Champagne
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Rémy Martin XO
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