Herstellung des Bache-Gabrielsen VS Tre Kors:
Die Geschichte von Bache-Gabrielsen beginnt nicht in der Charente, sondern in Norwegen. Dort eröffneten Josef Alexander Gabrielsen und Kamilla Bache 1877 ein Spirituosengeschäft, und ihr Sohn Thomas wuchs mit dem Handel auf. 1903 schickte ihn der Vater nach Cognac, um das Familiengeschäft auszubauen. Zwei Jahre später, 1905, übernahm Thomas gemeinsam mit seinem Landsmann Peter Anton Rustad das 1852 gegründete Handelshaus A. Edmond Dupuy – das ist der Startpunkt des heutigen Hauses. Rustad starb 1916, Thomas führte die Firma allein weiter. Heute ist Bache-Gabrielsen weiterhin in Familienhand: Auf Thomas folgten sein Sohn René, dann Christian, und seit 2009 steht mit Hervé die vierte Generation an der Spitze. Seit 1989 verantwortet Kellermeister Jean-Philippe Bergier Auswahl, Fassreifung und Assemblage; er stammt aus einer Winzer- und Brennerfamilie in der Petite Champagne. Seit 2015 lagern und mischen die Cognacs in drei neuen Kellern in Louzac-Saint-André, wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Der VS Tre Kors ist die jüngste Stufe der Reihe. Er wird laut Hersteller zu 100 % aus Ugni Blanc aus den Crus Fins Bois und Petite Champagne komponiert und reift mindestens zwei Jahre in Limousin-Eiche. In die Assemblage gehen junge, lebhafte Eaux-de-Vie ebenso ein wie ein reiferer Anteil, der dem Blend Rundung geben soll. Händlerangaben sprechen von einem deutlichen Fins-Bois-Schwerpunkt mit kleineren Anteilen aus den beiden Champagne-Lagen; die genaue Cuvée nennt das Haus nicht.
Verkostung des Bache-Gabrielsen VS Tre Kors:
Im Glas leuchtet der Tre Kors in einem hellen Kupfergold. Die Nase ist frisch und offen: Zitrusschale und Frühlingsblüten stehen vorn, dahinter Vanille aus dem Holz und eine leichte Würze. Am Gaumen wirkt der Cognac lebendig und unkompliziert. Knackige Frucht – Apfel, weiße Traube, ein Hauch Karamell – trägt den ersten Eindruck, das Holz bleibt im Hintergrund und dient eher als Rahmen. Der Abgang ist mittellang und frisch, mit reifem Apfel und einer feinen Vanillenote, die Wärme, aber keine Schwere hinterlässt. Mit 40 % vol. ist der Tre Kors ein geradliniger Einstiegscognac, der seine Jugend nicht versteckt.
Steckbrief Bache-Gabrielsen VS Tre Kors:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: VS, Fins Bois und Petite Champagne
Fassreifung: mindestens 2 Jahre, Limousin-Eiche
Hersteller: Maison Bache-Gabrielsen, Cognac, Frankreich
Herstellung im Detail: Drei Kreuze statt drei Sterne
Der Name Tre Kors ist norwegisch und bedeutet „drei Kreuze“. Er geht auf die Prohibition in Norwegen zurück, die von 1916 bis 1926 galt. Alkohol war in dieser Zeit praktisch nur als Arzneimittel über Apotheken erhältlich. Thomas Bache-Gabrielsen ersetzte deshalb nach Herstellerangaben auf dem Etikett seines VS die drei Sterne, die traditionell für die Qualitätsstufe stehen, durch drei Kreuze nach Art des Roten Kreuzes. Der Cognac fand so seinen Weg als „Medizin“ in die norwegischen Haushalte und blieb bis heute mit dieser Anekdote verbunden. Dass das Haus auch den Norwegern verbunden bleibt, zeigt sich an den Freundeskreisen des Hauses in Norwegen und Schweden.
Technisch folgt der VS dem Standard der Region: Der Ugni-Blanc-Wein wird, wie für Cognac vorgeschrieben, zweimal in kupfernen Charentais-Brennblasen destilliert, anschließend altert das Destillat in Limousin-Fässern. Die beiden Crus passen zur Rolle des Cognacs. Die Fins Bois liefern Eaux-de-Vie, die vergleichsweise früh zugänglich sind und viel Frucht mitbringen, die Petite Champagne ergänzt Eleganz und eine feinere Struktur. Mehr zu dieser Einteilung findest du im Beitrag Die Crus der Cognac-Region. Für die nächste Stufe der Reihe, bei der die Fassreifung deutlich länger ausfällt, lohnt der Blick auf den Bache-Gabrielsen VSOP.
Genuss-Empfehlung
Ein VS ist ausdrücklich für die Mischung gedacht, und der Tre Kors macht hier eine gute Figur. Im Longdrink mit Ginger Ale oder Tonic und einer Zitronenzeste trägt seine Frische das Getränk, ohne von der Kohlensäure erdrückt zu werden. Auf Eis im Tumbler funktioniert er als unkomplizierter Begleiter für den Abend. In klassischen Cocktails wie dem Sidecar oder dem Horse’s Neck gibt die Zitrusnote dem Drink Halt. Wer ihn pur probieren möchte, nimmt ein Tulpenglas bei Zimmertemperatur und gibt ein paar Tropfen Wasser dazu; dann treten Blüten und Frucht deutlicher hervor. Als Essensbegleiter passt er zu gebratenen Jakobsmuscheln mit Zitronenbutter, zu Entenleberpastete mit Apfelchutney oder zu einem einfachen Apfelkuchen.
Einordnung & Alternativen
- Hennessy VS – der weltweit bekannteste Name der Region – ein guter Referenzpunkt, um den Stil des Tre Kors einzuordnen.
- Martell VS – ebenfalls ein junger Cognac aus einem Traditionshaus, gedacht für Mixgetränke und unkomplizierten Genuss.
- Courvoisier VS – ein weiterer klassischer Einstieg, der sich gut im direkten Vergleich mit dem Tre Kors verkosten lässt.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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