Citadelle Gin & Franklin & Sons Premium Indian Tonic Water (4/5)

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Citadelle Gin & Franklin & Sons Premium Indian Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Citadelle Gin entsteht bei Maison Ferrand im französischen Cognac nach einem historischen Rezept aus dem 18. Jahrhundert und wird in kleinen Charentais-Kupferbrennblasen über offener Flamme gebrannt – ein Verfahren, das sonst eher für Cognac typisch ist. Von den 19 Botanicals wird ein Teil, darunter Zimt, Kardamom und Kubebenpfeffer, einzeln mazeriert und separat destilliert, bevor die Einzeldestillate zum fertigen Gin vermählt werden. Auf das Franklin & Sons Premium Indian Tonic Water trifft damit einer der botanisch umfangreichsten Gins des gesamten Katalogs auf ein bewusst zurückhaltendes, klassisches Tonic, das sich näher am traditionellen Indian-Tonic-Profil hält als viele blumigere Craft-Alternativen. Die Produktseite des Tonics nennt den Citadelle ausdrücklich als einen von drei empfohlenen Partnern, mit der Begründung, dass seine "gemäßigt komplexe" Botanical-Mischung in einem nicht dominant blumigen Tonic einen passenden, unaufdringlichen Gegenpart findet. Maison Ferrand unter Inhaber Alexandre Gabriel ist vor allem für seine Cognacs und Rums bekannt; mit dem Citadelle brachte das Haus seit 1996 sein Wissen um klassische Brand-Destillation gezielt in die Gin-Welt ein, zu einer Zeit, als Gin in Frankreich noch ein Nischenprodukt war. Verdünnt wird der Citadelle auf 44 % vol., einen für europäische Gins vergleichsweise kräftigen Alkoholgehalt, der der Aromenfülle zusätzliches Gewicht verleiht.

Warum diese Kombination funktioniert

Die eigentliche Herausforderung beim Citadelle liegt in seiner Vielschichtigkeit: Zimt, Cassia, Kardamom, Paradieskörner und Kubebenpfeffer erzeugen ein reichhaltiges, fast brandyartiges Aromenbild, das durch ein zu aromatisches oder stark blumiges Tonic leicht überlagert würde. Das Franklin & Sons Premium Indian Tonic setzt dagegen auf natürliches Chinin mit moderater Süße und verzichtet auf ausgeprägte Frucht- oder Kräuternoten, die mit der ohnehin komplexen Gewürzpalette des Gins konkurrieren könnten. Dadurch bleibt der Zimt-Cassia-Charakter, der den Citadelle von britischen London-Dry-Gins unterscheidet, klar erkennbar, während die harzig-zitrische Chinin-Bitterkeit des Tonics genügend Struktur liefert, um die Würze einzurahmen, statt sie ungebremst wirken zu lassen – ein Effekt, der beim ähnlich gewürzintensiven Opihr Oriental Spiced Gin mit dem deutlich zurückhaltenderen 1724 Tonic Water gerade nicht gelingt, weil dort die nötige Gegenbitterkeit fehlt. Beim Citadelle hilft zusätzlich, dass der Gin selbst über einen soliden Wacholderanteil verfügt, der dem Tonic ein klareres Gegenüber bietet als ein reiner Gewürzgin.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich harziger Wacholder neben warmer Zimt- und Cassia-Würze, dazu die klassische, harzig-zitrische Chinin-Note des Tonics. Am Gaumen entfaltet sich eine reichhaltige, würzige Struktur: Zimt und Cassia treten deutlich hervor, gestützt von Kardamom und einer feinen, pfeffrigen Schärfe aus Kubebenpfeffer und Paradieskörnern, während die moderate Süße und Bitterkeit des Tonics dem Ganzen Kontur verleihen, ohne die Würze zu verdrängen. Der Abgang ist lang, würzig-warm und schließt mit einem harzigen Chinin-Nachklang, der die insgesamt reichhaltige, an Cognac-Aromen erinnernde Machart des Citadelle noch einmal unterstreicht.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3, damit sich die vielschichtige Gewürzstruktur des Citadelle in Ruhe entfalten kann. Als Garnitur passt eine Zimtstange oder ein Streifen Orangenschale besonders gut, da beide die warme Würze beziehungsweise die Zitrusschale des Gins direkt aufgreifen. Von kräuterigen oder stark bitteren Garnituren sollte eher abgesehen werden, da sie die ohnehin komplexe Aromenpalette weiter verdichten würden, statt für Klarheit zu sorgen.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur bereits vorgestellten Kombination des Tanqueray No. Ten Gin mit demselben Tonic zeigt sich ein deutlicher Unterschied in der Grundausrichtung: Wo der No. Ten auf helle, reine Zitrusfülle setzt und das Tonic bewusst als bloße Stütze nutzt, bringt der Citadelle mit seiner Gewürzvielfalt selbst die dominante Aromenebene mit, während das Tonic hier eher als strukturgebendes Gegengewicht wirkt. Auch der Vergleich mit dem Chase GB Extra Dry Gin am selben Tonic lohnt sich: Während der Chase GB seine samtige Kartoffeltextur in den Vordergrund stellt, punktet der Citadelle stattdessen mit aromatischer Fülle aus 19 einzeln destillierten und assemblierten Botanicals – zwei völlig unterschiedliche Interpretationen dessen, was ein Premium-Gin mit diesem Tonic leisten kann. Wer die Assemblage-Technik des Citadelle noch intensiver erleben möchte, findet in der im französischen Eichenfass gereiften Citadelle-Réserve-Variante eine noch reichhaltigere Fortsetzung dieses Grundgedankens.

Fazit

4/5 Punkte. Eine gelungene, warme und reichhaltige Kombination, die zeigt, dass ein zurückhaltendes, klassisches Tonic auch einem sehr komplexen, gewürzintensiven Gin gut zu Gesicht steht – solange dieser wie der Citadelle über genügend eigene Wacholderstruktur verfügt, um nicht ins Beliebige zu kippen. Empfehlenswert für alle, die einen würzigen, an Cognac-Aromen erinnernden Gin & Tonic schätzen. Wer stattdessen einen helleren, rein zitrusbetonten Drink bevorzugt, ist mit der No.-Ten-Kombination am selben Tonic besser bedient.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität5/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5