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Deanston Distillery – Highlands

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Die Deanston Distillery sitzt in Doune in Perthshire am River Teith und ist eine Brennerei mit ungewöhnlicher Vorgeschichte: Das Gebäude wurde 1785 als Baumwollspinnerei errichtet und ab 1965/66 zur Whiskybrennerei umgebaut. Die Brennerei erzeugt ihren Strom mit eigenen Turbinen selbst, reift Fässer im ehemaligen Webschuppen und füllt ihre Kernreihe mit 46,3 % ohne Kühlfilterung und ohne Farbstoff ab. Hinter der Marke steht heute CVH Spirits, die Schwesterbrennereien sind Bunnahabhain und Tobermory.


Überblick

  • Name: Deanston Distillery
  • Ort: Doune, Perthshire, Schottland, am River Teith
  • Gegründet: 1965/66 (je nach Quelle), Mühlenbau von 1785
  • Region: Highlands
  • Besitzer: Burn Stewart Distillers, Teil von CVH Spirits
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky, ungetorft, Bourbonfass-betont

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1785 Am Teith entsteht die Baumwollspinnerei, deren Entwurf Richard Arkwright zugeschrieben wird
1965 Die Spinnerei schließt, Deanston Distillers Ltd beginnt mit dem Umbau (die Quellen nennen als Gründungsjahr 1965 oder 1966)
1966 Die Destillation startet, im Oktober läuft das erste Destillat
1971/72 Erste Single Malts erscheinen unter dem Namen Old Bannockburn; Invergordon Distillers übernimmt die Brennerei
1982 Die Brennerei wird stillgelegt
1990/91 Burn Stewart Distillers kauft die Anlage, 1991 beginnt die Produktion erneut
2012 Ein neues Besucherzentrum öffnet
2023 Aus Distell International wird CVH Spirits, zu dem die Burn-Stewart-Brennereien gehören

Besonderheiten bei der Herstellung

Eigene Wasserkraft

Das Wasser kommt aus dem River Teith, der schon die Webstühle antrieb. Die alten Wasserräder wurden durch Turbinen ersetzt, mit denen die Brennerei nach eigenen Angaben ihren gesamten Strombedarf deckt und Überschüsse ins Netz einspeist. Damit gilt Deanston als bemerkenswert autark.

Anlage

Deanston arbeitet mit vier Kupferbrennblasen, zwei Wash und zwei Spirit Stills, mit nach oben gerichteten Lyne Arms und Kugelaufsatz. Gemaischt wird in einem offenen Maischebottich. Die Kapazität liegt je nach Quelle bei rund 2,7 bis 3 Millionen Litern reinem Alkohol. Verarbeitet wird schottische Gerste, seit dem Jahr 2000 stellt die Brennerei zudem eine Bio-Linie aus ökologisch angebauter Gerste her.

Fassreifung und Webschuppen

Die Kernreihe reift vor allem in Ex-Bourbonfässern. Gelagert wird im gewölbten ehemaligen Webschuppen der Spinnerei, dessen Alter je nach Quelle mit den 1830er-Jahren oder dem 18. Jahrhundert angegeben wird. Die Abfüllungen sind nicht kühlgefiltert und ungefärbt, was die cremige Textur erhalten soll. Eine Einordnung dazu bietet Kühlfiltrierung und Naturfarbe.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Deanston 12 Jahre 46,3 % Ex-Bourbon, nicht kühlgefiltert, Honig, Getreide und Vanille mit Gewürznote im Abgang
Deanston Virgin Oak 46,3 % Jüngere Abfüllung mit Finish in neuer Eiche, mehr Vanille und Holzwürze
Deanston 18 Jahre 46,3 % Ex-Bourbon, ältere Stufe der Kernreihe
Deanston Organic je Edition unterschiedlich Bio-Abfüllungen aus ökologisch angebauter Gerste in wechselnden Editionen
Sondereditionen meist über 50 % (je Edition) Finishes und Einzelfassabfüllungen, die wechseln

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Deanston 12 Jahre.


Stil & Wiedererkennungswert

Deanston steht für einen sanften, honigsüßen Highland-Stil mit cremigem, leicht wachsigem Körper. Rauch spielt keine Rolle, die Süße kommt aus Gerste und Bourbonholz. Die Abfüllung bei 46,3 % ohne Kühlfilterung sorgt dafür, dass der Whisky dichter wirkt, als es die zurückhaltende Aromatik vermuten lässt.

Dazu kommt die Herkunft als Industriedenkmal: Wer die Brennerei besucht, steht in einem früheren Fabrikkomplex, dessen Besucherzentrum 2012 in der ehemaligen Kantine der Spinnerei eröffnet wurde. Die Verbindung aus Textilgeschichte, Wasserkraft und Whisky ist selten und prägt das Image der Marke stärker als jede einzelne Abfüllung.

Im Konzern teilt Deanston die naturbelassene Linie mit Bunnahabhain und Tobermory, doch beide liegen auf Inseln, Bunnahabhain auf Islay und Tobermory auf Mull, und folgen einer eigenen Handschrift. Unter den Nachbarn aus den Highlands ist Glengoyne der naheliegende Vergleich, ebenfalls ungetorft, aber sherrylastiger.


Fazit

Deanston ist eine Brennerei für alle, die weiche, honigbetonte Highland-Malts ohne Rauch suchen und Wert auf natürliche Machart legen. Der Deanston 12 Jahre ist der naheliegende Einstieg: 46,3 %, ohne Kühlfilterung und ohne Farbstoff. Wer mehr Holzwürze mag, probiert den Virgin Oak. Einschränkungen: Der Stil bleibt bewusst unaufgeregt, und wer komplexe Sherrytiefe oder Rauch erwartet, sucht besser bei anderen Brennereien. Dass einzelne Angaben zu Gründungsjahr oder Alter des Webschuppens je nach Quelle schwanken, ändert am Gesamtbild nichts.