The Duke Munich Dry Gin & Fentimans Botanical Tonic Water (4/5)

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The Duke Munich Dry Gin & Fentimans Botanical Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

The Duke Munich Dry Gin aus Aschheim bei München und Fentimans Botanical Tonic Water verbindet ein gemeinsamer Bezug zur Braukultur, wenn auch aus zwei sehr unterschiedlichen Richtungen. THE DUKE ergänzt seine 13 Botanicals – neben Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Zitronenschale auch Lavendelblüten, Orangenblüten und Kubebenpfeffer – bewusst um Hopfenblüten und Malz und verleiht dem Gin damit eine unverwechselbar bayerische Handschrift, die außerhalb Bayerns eine Seltenheit ist. Fentimans wiederum bleibt seiner ursprünglichen Herstellungsmethode aus dem Jahr 1905 treu: dem botanischen Brauen, bei dem Botanicals und Chinarinde über mehrere Tage mit Hefe fermentiert werden – ein Verfahren, das dem Ingwerbier-Erbe der Marke näher steht als der industriellen Aromatisierung der meisten Konkurrenz-Tonics. Auf der Produktseite des Fentimans Botanical Tonic Water wird THE DUKE denn auch ausdrücklich empfohlen, mit der Begründung, dass die Münchner Kräuter- und Hopfennoten thematisch gut zur würzig-krautigen Ysop-Basis des Tonics passen. Zwei Produkte also, die beide auf fermentative beziehungsweise brautechnische Prozesse setzen, statt auf reine Destillation oder Aromazugabe zu vertrauen.

Warum diese Kombination funktioniert

THE DUKE Munich Dry Gin ist von Haus aus ein zurückhaltender Gin: Wacholder tritt bewusst in den Hintergrund, während sich am Gaumen zunächst Lavendel- und Gewürznoten zeigen und erst im Abgang die eigentlichen Signatur-Botanicals Hopfen und Malz mit ihrem blumig-bitteren beziehungsweise brotig-süßlichen Charakter hervortreten. Genau dieser malzig-hopfige Abgang findet im Fentimans Botanical Tonic Water einen passenden Gesprächspartner: Die fermentierte Ysop-Basis bringt eine eigene würzig-krautige Tiefe mit, die sich mit der Hopfennote des Gins zu einem stimmigen, leicht bitter-blumigen Bild verbindet, statt zwei unabhängige Aromenwelten nebeneinanderzustellen. Die anfängliche Süße des Tonics harmoniert zudem mit der brotig-malzigen Rundung des Gins, bevor beide gemeinsam in Richtung Kräuter und Ingwer kippen. Weil THE DUKE selbst nur wenig Zitrusfrische mitbringt, übernehmen die Zitrusbotanicals des Tonics – Orange und Limette in der Mitte, Zitronengras und Ingwer im Abgang – die Aufgabe, dem insgesamt eher weichen Gin zusätzliche Struktur und Kontur zu verleihen.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink zunächst mild und blumig, mit Lavendel und einer feinen Ysop-Kräuternote, die sich rasch mit einem Hauch Zitrus verbindet. Am Gaumen entfaltet sich zunächst die süße Antrittsnote des Tonics, die von der weichen, malzigen Rundung des Gins aufgenommen wird, bevor zur Mitte hin Orangen- und Limettennoten hervortreten. Im weiteren Verlauf treten dann die charakteristischen Hopfen- und Malzaromen des Gins gemeinsam mit Ingwer und Zitronengras aus dem Tonic in den Vordergrund und sorgen für einen zunehmend würzig-herben Charakter. Wacholder bleibt, wie im puren Gin, ein leises Rückgrat. Der Abgang ist mittellang, trocken-kräuterig und leicht bitter, mit einem angenehm nachklingenden malzig-würzigen Schlussakkord, der die bayerische Handschrift des Gins deutlich erkennbar macht.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis im Verhältnis von etwa 1:3, damit sich die eher zurückhaltenden Aromen von THE DUKE nicht in der Komplexität des Tonics verlieren. Eine Zitronenzeste und ein Zweig Rosmarin passen als Garnitur gut, da THE DUKE selbst genau diese Kombination für seine Gin-&-Tonic-Empfehlung nennt und Rosmarin zusätzlich die Kräuterachse des Botanical Tonic Water aufgreift. Von süßen oder fruchtigen Garnituren sollte eher abgesehen werden, da die bereits vorhandene Süße des Tonics sonst zu dominant werden könnte und die malzig-würzige Balance des Drinks stören würde.

Einordnung & Vergleich

Für THE DUKE Munich Dry Gin ist dies bereits die zweite dokumentierte Kombination im Katalog neben der Paarung mit dem Goldberg Tonic Water, die ebenfalls mit 5/5 bewertet wurde, aber einen anderen Weg geht: Goldberg setzt auf eine neutralere, weniger kräuterbetonte Basis und lässt dem Malz-Hopfen-Charakter des Gins mehr Eigenständigkeit, während das Fentimans Botanical Tonic Water durch seine fermentierte Ysop-Note aktiv mitspricht und eine dichtere, gemeinsam getragene Aromatik erzeugt. Innerhalb der Fentimans-Botanical-Familie zeigt der Vergleich zum Monkey 47 zudem, wie unterschiedlich stark ein Gin auftreten kann, ohne von diesem intensiven Tonic überdeckt zu werden: Während Monkey 47 mit eigener Wucht kontert, überlässt THE DUKE dem Tonic bewusst mehr Raum und tritt selbst zurückhaltender in Erscheinung – ein Effekt, der zur ohnehin milden, zugänglichen Grundausrichtung des Münchner Gins passt.

Fazit

4/5 Punkte. Eine stimmige, thematisch begründete Kombination, bei der zwei auf Fermentation beziehungsweise Braukultur setzende Produkte tatsächlich zueinanderfinden. Die malzig-hopfige Signatur von THE DUKE bekommt durch die würzig-krautige Ysop-Basis des Tonics zusätzliche Tiefe, ohne dass der ohnehin zurückhaltende Wacholder völlig verschwindet. Wer THE DUKE bislang nur mit einem neutralen Tonic kennt, findet hier eine würzigere, komplexere Variante; wer die malzig-süße Seite des Gins besonders klar herausschmecken möchte, ist mit der Goldberg-Kombination aber nach wie vor etwas besser bedient.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5