Gin Dobre & Schweppes Herbal Tonic Water (4/5)

Gin & Tonic

Gin Dobre & Schweppes Herbal Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Gin Dobre und Schweppes Herbal Tonic Water teilen sich ein konkretes Botanical: Thymian. Der aus dem Spreewald stammende Gin wird auf Basis eines Weizenfeinbrands mit Wacholder, Orangenschale, Bergamotte, Bitterorange, Koriander, Sternanis, Thymian und Lavendel zu kräftigen 47 % vol. redestilliert. Das Herbal Tonic Water von Schweppes wurde 2021 gezielt für die Gastronomie entwickelt und bringt mit Rosmarin, Thymian, Oregano und Majoran eine mediterrane Kräutergarten-Rezeptur mit heller Zitronennote ins Glas. Weil Thymian in beiden Produkten eigenständig vorkommt, entsteht hier kein zufälliger Kräuter-Mix, sondern eine direkte botanische Brücke zwischen Gin und Tonic – ein selteneres Detail, das diese Paarung von vielen anderen Kombinationen mit demselben Tonic unterscheidet.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Thymian aus der Rezeptur von Gin Dobre bekommt im Herbal Tonic direkte Verstärkung durch dieselbe Zutat und zusätzlich durch Rosmarin, Oregano und Majoran, sodass sich die krautige Mittelschicht des Gins deutlich erweitert, statt nur ergänzt zu werden. Der kräftige Wacholder und die Lavendelnote bleiben dabei erhalten, weil das Tonic seine eigene Kräuterwürze eher parallel zur bestehenden Struktur des Gins entfaltet als quer dazu. Die moderate Chinin-Bitterkeit des Tonics ist außerdem wichtig, um dem hochprozentigen, öligen Weizenfeinbrand von Gin Dobre genügend Gegenhalt zu geben – ein zu mildes, bitterarmes Tonic würde bei 47 % vol. schnell in reine Alkoholwärme abgleiten, ohne aromatische Struktur zu bieten. Sternanis und die Bitterorange des Gins finden zudem in der hellen Zitronennote des Tonics ein passendes, wenn auch dezentes Gegenstück, das die würzig-fruchtige Seite des Gins leicht auffrischt, ohne die insgesamt niedrige Süße und Säure der Kombination zu verschieben.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink kräftig kräuterig-würzig, mit Thymian und Lavendel aus dem Gin, verstärkt durch Rosmarin und Oregano aus dem Tonic, sowie einer feinen Orangen- und Bergamotte-Note im Hintergrund. Am Gaumen bleibt die Süße gering – Sternanis liefert lediglich eine sehr feine, lakritzartige Ahnung von Süße, die schnell wieder von der Kräuterwürze abgelöst wird. Auch die Säure bleibt zurückhaltend: Die Zitrusnoten von Bergamotte, Bitterorange und der Tonic-eigenen Zitrone wirken eher rundend als spritzig. Der volle, leicht ölige Körper des Weizenfeinbrands sorgt für eine angenehme Textur, die den Drink dichter wirken lässt als bei rein neutralalkoholbasierten Gins. Im Abgang setzt sich zunächst die Thymian-Rosmarin-Kombination durch, bevor eine lange, würzige Wacholder-Bittere übernimmt, getragen von der spürbaren, aber gut eingebundenen Alkoholstärke – komplex und kräuterig-würzig statt fruchtig oder süß.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis ist auch hier notwendig, um die hohe Trinkstärke von 47 % vol. angemessen zu verdünnen und die dichte Kräuterwürze nicht zu konzentriert wirken zu lassen. Ein Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) ist ein guter Ausgangspunkt, kann bei Bedarf aber leicht in Richtung mehr Tonic verschoben werden, da Gin Dobre wegen seiner Stärke auch bei geringerer Gin-Menge noch präsent bleibt. Als Garnitur passt ein Zweig Thymian besonders gut, da er die in Gin und Tonic doppelt vorhandene Zutat sichtbar macht; alternativ unterstreicht eine dünne Orangenzeste die Bergamotte- und Bitterorangen-Noten des Gins zusätzlich.

Einordnung & Vergleich

Auf der eigenen Produktseite empfiehlt Gin Dobre neben Thomas Henry Tonic Water und dem herberen Schweppes Dry Tonic Water auch das Fever-Tree Mediterranean Tonic Water, das die Kräuterebene des Gins ebenfalls unterstreicht, dabei aber stärker auf Rosmarin und Lavendel als auf ein breites Kräutergarten-Spektrum setzt. Das Herbal Tonic Water von Schweppes geht mit Oregano und Majoran noch einen Schritt weiter in Richtung mediterraner Küchenkräuter und bringt zusätzlich eine spürbarere Zitronenkomponente mit, die dem Fever-Tree-Pendant fehlt. Im Vergleich zum ebenfalls im Programm vertretenen, deutlich kräftigeren und dunkler ausgerichteten Black Gin aus dem Schwarzwald zeigt sich außerdem, wie unterschiedlich dasselbe Herbal Tonic auf zwei hochprozentige, kräuterbetonte deutsche Gins wirken kann: Während es beim Black Gin vor allem als heller Kontrast zu dessen Waldkräutern fungiert, verlängert es bei Gin Dobre eine bereits vorhandene, exakt geteilte Botanical-Linie.

Fazit

4/5 Punkte. Eine kräftige, kräuterbetont-würzige Kombination, die von der direkten Thymian-Überschneidung zwischen Gin und Tonic profitiert und dem hochprozentigen Weizenfeinbrand von Gin Dobre genügend Struktur entgegensetzt. Empfehlenswert für alle, die intensive, wenig süße Longdrinks mit klarer Kräuterausrichtung mögen und sich von der spürbaren Alkoholstärke nicht abschrecken lassen. Wer einen leichteren, weniger würzigen Gin & Tonic bevorzugt, ist mit einem neutraleren Tonic wie dem klassischen Thomas Henry besser bedient.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße1/5