Japanischer Whisky

Hakushu Distiller's Reserve Japanischer Single Malt

3,8/5 Redaktionsbewertung
43 % vol.MittelklasseKeine Herstellerangabe zu Fasstypen; Blend aus Beständen unterschiedlichen AltersHokuto, Präfektur Yamanashi, Japan
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Hakushu Distiller's Reserve – grüne Frische ohne Altersangabe

Der Hakushu Distiller's Reserve ist die Einstiegsflasche der Waldbrennerei von Suntory und setzt auf Frische statt auf Wucht: Gurke, Birne, Minze und Zitrus stehen vorn, der Rauch hält sich im Hintergrund. Abgefüllt wird er mit 43 % Vol. als Single Malt ohne Altersangabe, also aus Whiskys, die der Hersteller nach Geschmack und nicht nach einer Zahl auf dem Etikett zusammenstellt.

Das macht ihn zu einem Malt, der weniger zum langen Grübeln als zum Trinken einlädt. Wer japanischen Whisky bisher vor allem als süß-würzig und holzbetont kennt, bekommt hier das Gegenstück: kühl, krautig und leicht.

Geschichte: Ein Whisky aus dem Bergwald

Die Brennerei Hakushu liegt in Hokuto in der Präfektur Yamanashi, am Fuß des Kaikomagatake in den Japanischen Südalpen. Suntory eröffnete sie 1973 und stellte sie in einen bewussten Kontrast zur älteren Schwesterbrennerei Yamazaki. Die Hochlage von rund 700 Metern, das kühle Klima und das weiche Wasser aus der Region sind der Teil der Geschichte, den die Marke bis heute am stärksten betont und den man im Glas wiederfinden soll.

Die Distiller's Reserve kam nach Berichten aus dem Jahr 2014 hinzu, zeitgleich mit einer gleichnamigen Abfüllung aus Yamazaki. Sie ergänzte den Zwölfjährigen als zweite Standardflasche. Dass Altersangaben im japanischen Whisky seither knapper geworden sind, erklärt unser Beitrag zu NAS-Whisky ohne Altersangabe allgemein; für Hakushu bedeutet es, dass die Flasche ohne Zahl heute eine tragende Rolle im Sortiment spielt. Mehr zur Brennerei steht in unserem Porträt der Hakushu Distillery.

Der Distiller's Reserve im Speziellen

Die Flasche heißt offiziell Hakushu Distiller's Reserve, in manchen Händlertexten schlicht „The Hakushu“. Sie ist ein Single Malt, enthält also ausschließlich Malt-Whisky aus einer einzigen Brennerei. Zu Fasstypen und Anteilen macht Suntory keine detaillierten Angaben, deshalb halten wir uns hier an das, was sich belegen lässt: Berichte aus der Markteinführung beschreiben eine Mischung aus jungen, frischen Destillaten, älteren Beständen und einem kleinen Anteil stark getorften Malts. Als Fassmaterial wird in Verkostungsberichten unter anderem amerikanische Eiche genannt, eine offizielle Bestätigung dafür fanden wir nicht.

Zu Kühlfiltrierung und Farbstoff fanden wir in den gesichteten Quellen keine Angabe, deshalb treffen wir dazu keine Aussage. Wie streng der Begriff „Japanese Whisky“ inzwischen gefasst wird und warum die Herkunft des Destillats auf dem Etikett eine Rolle spielt, erläutert der Beitrag zu den Etikettenregeln für japanischen Whisky.

Herstellung: Mischen für Frische

Entscheidend ist bei dieser Flasche weniger das einzelne Fass als die Vermählung. Hakushu arbeitet nach Reiseberichten mit ungetorftem und getorftem Malz, für die getorfte Variante werden rund 25 ppm Phenol genannt, außerdem mit Brennblasen unterschiedlicher Form. Aus dieser Bandbreite lassen sich viele Destillate herstellen. Daraus stellt der Blender nach Berichten jene Anteile zusammen, die ein helles, grünes Profil mit einem Hauch Torf ergeben.

Weil der Rauch nur als Akzent gedacht ist, bleibt er im Ergebnis eher an Moos und feuchtes Holz als an Lagerfeuer. Das zurückhaltende Fassprofil sorgt dafür, dass die grasigen und fruchtigen Töne des Destillats nicht überdeckt werden.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Blasses Zitronengelb bis helles Stroh.
  • Nase: Leicht und frisch, mit Birne, Gurke, Melone und Zitronenschale, dazu frisch gemähtes Gras, Minze und ein Hauch Vanille. Ganz im Hintergrund zieht feuchter Rauch durch.
  • Gaumen: Spritzig und schlank, mit Grapefruit, grünem Apfel und Zitrone, dann Honig, Kräuter und eine mentholartige Kühle. Der Körper ist leicht und für manche beinahe dünn, mit etwas Zeit im Glas kommen Pfeffer und Tropenfrucht hinzu.
  • Abgang: Mittellang, frisch, mit sanftem Rauch, Gras und Minze, die Frucht verblasst zuerst.

In Produktbeschreibungen aus dem Beam-Suntory-Umfeld finden sich ähnliche Eindrücke, darunter Gurke, Melone und Pfefferminze in der Nase sowie Yuzu, Grapefruit und Thymian am Gaumen. Unsere Notizen decken sich damit weitgehend. Auffällig ist, wie sauber der Malt gebaut ist: Es gibt keine Brüche, aber auch wenig Tiefe. Gegenüber dem Hakushu 12 Jahre fehlen Dichte und Länge, dafür ist die Flasche leichter zugänglich.

Genuss-Empfehlung

Als Highball ist dieser Hakushu in seinem Element. Ein Teil Whisky auf drei bis vier Teile eiskaltes Soda, viel Eis, vorsichtig umrühren und eine Zitronenzeste über das Glas reiben: Minze und Gurke treten hervor, der Rauch wird zu einem Hauch Würze. Suntory selbst empfiehlt nach Berichten neben dem Genuss pur ausdrücklich den Highball. Die Technik beschreibt unser Beitrag zu Highball und Mizuwari genauer.

Pur gehört er in ein kleines Nosing-Glas, bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt. Ein Schuss stilles Wasser schadet nicht, wirkt aber bei 43 % Vol. kaum als Öffner. Als Mizuwari, also zu etwa gleichen Teilen mit Wasser, bleibt das grüne Profil erhalten. Zum Essen passen Sashimi, Tempura mit Zitrone, Gurkensalat, Ziegenfrischkäse und leichte Gemüsegerichte mit Kräutern.

Einordnung & Alternativen

  • Hakushu 12 Jahre: Die ältere Schwesterabfüllung aus derselben Brennerei, dichter und länger, aber schwerer zu bekommen.
  • Yamazaki 12 Jahre: Das fruchtig-würzige Gegenstück aus der anderen Suntory-Brennerei, mit Sherry und Mizunara statt Waldfrische.
  • Nikka Yoichi Single Malt: Wer mehr Rauch und Salz sucht, findet ihn bei der Konkurrenz auf Hokkaido.

Fazit

Der Hakushu Distiller's Reserve ist ein frischer, leichter Single Malt für alle, die japanischen Whisky von seiner grünen Seite kennenlernen wollen. Er glänzt im Highball und beim Essen, wirkt pur aber etwas schlank, und bei Fassreifung und Zusammensetzung bleibt der Hersteller sparsam mit Auskünften. Für den sauberen Stil und die große Alltagstauglichkeit vergeben wir 3,8 Punkte; zu mehr reicht es nicht, weil ihm gegenüber dem Zwölfjährigen Tiefe und Länge fehlen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Rauch/Torf2/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche2/5

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