Die Hakushu Distillery liegt in Hokuto in der Präfektur Yamanashi, mitten im Wald am Fuß des Kaikomagatake-Massivs in den Japanischen Südalpen. Betrieben wird sie von Suntory, eröffnet wurde sie 1973 als zweite große Brennerei des Konzerns neben Yamazaki. Hakushu gilt als der kühle, grüne Gegenentwurf zum fruchtig-würzigen Yamazaki: Der Malt ist frisch und kräuterig, oft mit einer zurückhaltenden Rauchnote, die eher an Moos und feuchtes Holz erinnert als an Lagerfeuer. Dieses Porträt fasst Geschichte, Herstellung und Sortiment der Brennerei zusammen.
Überblick
- Name: Hakushu Distillery
- Ort: Hokuto (Ortsteil Hakushu), Präfektur Yamanashi, Japan
- Gegründet: 1973
- Land: Japan
- Besitzer: Suntory
- Typ: Single Malt Whisky, überwiegend ungetorft, in einzelnen Chargen leicht getorft
Historische Entwicklung
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1923 | Suntory (damals Kotobukiya) beginnt mit dem Bau von Yamazaki, der ersten kommerziellen Whisky-Brennerei Japans |
| 1973 | Suntory eröffnet Hakushu im Wald am Kaikomagatake, rund ein halbes Jahrhundert nach Yamazaki; ausgewählt wurde der Platz wegen des weichen Quellwassers |
| 1977 | Laut einer Quelle wird die Zahl der Brennblasen verdoppelt |
| 1981 | Ein weiterer Standort, Hakushu East, kommt hinzu; wie die Aufgaben der beiden Anlagen später verteilt wurden, schildern die Quellen uneinheitlich |
| 2014 | Die Distiller's Reserve ergänzt als Einstiegsabfüllung ohne Altersangabe das Kernsortiment |
| 2018 | Suntory nimmt den Hakushu 12 Jahre wegen knapper Lagerbestände vorübergehend vom Markt |
| ab 2021 | Der Zwölfjährige taucht wieder auf, bleibt aber nur in begrenzten Mengen und nicht überall erhältlich |
Besonderheiten bei der Herstellung
Lage und Wasser
Hakushu liegt auf rund 700 Metern Höhe und damit deutlich über den höchstgelegenen schottischen Brennereien. Das Wasser stammt nach Herstellerangaben aus Regen und Schnee, die durch alten Granit gefiltert werden, und gilt als besonders weich. Die kühle Waldluft prägt zudem die Reifung: Das Destillat soll etwas langsamer mit dem Holz interagieren als in wärmeren Lagen.
Anlage und Rohstoff
Das Malz wird nach einer Reisebeschreibung aus Schottland bezogen, wahlweise ungetorft oder stark getorft (genannt werden rund 25 ppm Phenole). Vergoren wird in hölzernen Gärbottichen. Gebrannt wird in Brennblasen mit unterschiedlicher Form und Größe; je nach Quelle sind es sechs Paare, von denen nicht alle in Betrieb sind. Durch die Kombination aus Malzarten, Blasenformen und Fässern entstehen nach Berichten Dutzende verschiedene Destillate, die später für Blends und Single Malts zur Verfügung stehen.
Fassreifung
Gereift wird in mehreren Fasstypen. Schwerpunkt sind Ex-Bourbonfässer und Hogsheads, dazu kommen unter anderem Sherryfässer. Die Mischung aus leichten Fässern und dem frischen Destillat erklärt den zurückhaltenden Holzcharakter vieler Abfüllungen.
Produkte & Charakter
| Produkt | Alkoholvolumen | Charakteristik |
|---|---|---|
| Hakushu Distiller's Reserve | 43 % | Einstieg ohne Altersangabe, frisch und zitrusfrisch mit leichtem Rauch |
| Hakushu 12 Jahre | 43 % | Grüne Frucht, Birne, Minze und eine leise Rauchnote; der Klassiker der Brennerei |
| Hakushu 18 Jahre | 43 % | Reifere Frucht mit Holz, Honig und anhaltendem Rauch |
| Hakushu 25 Jahre | 43 % | Sehr alter Malt, tief und dennoch frisch, mit rauchigen Anklängen |
Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Hakushu 12 Jahre.
Stil & Wiedererkennungswert
Hakushu ist der Malt der Frische. Wo viele schottische Brennereien auf Torfwucht oder Sherrysüße setzen, bleibt der Hausstil hier leicht, grasig und obstig, getragen von Wald, Höhenlage und weichem Wasser. Der Rauch ist meist nur ein Akzent, und weil das Malz in zwei Torfgraden bezogen wird, kann die Brennerei ihn von Charge zu Charge dosieren. Das macht Hakushu zu einem der Whiskys, mit denen sich der japanische Weg vom schottischen am deutlichsten abgrenzt, ohne dass er schwer wird.
Auch die Marktgeschichte gehört zum Bild: Die Nachfrage nach japanischem Whisky hat die Bestände mit Altersangabe so stark ausgedünnt, dass der Name Hakushu heute oft mit Knappheit verbunden wird. Im Konzern hat die Brennerei eine klare Rolle als Gegenpol zu Yamazaki. Wie Suntory dieses Zusammenspiel entwickelt hat, erzählt unser Porträt der Yamazaki Distillery; den größeren Zusammenhang liefert der Beitrag zur Geschichte des japanischen Whiskys.
Fazit
Hakushu ist die richtige Wahl für alle, die einen frischen, kräuterigen Single Malt mit sanftem Rauch suchen, ohne in Richtung Islay zu gehen. Als Einstieg bietet sich die Distiller's Reserve an, weil die Altersstufen deutlich knapper geworden sind und nicht immer zu bekommen sind. Wer den Stil in Reinform erleben will, greift zum 12-Jährigen, sollte aber damit rechnen, dass die Verfügbarkeit schwankt.

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