Bourbon Whiskey

Jim Beam Black 7 Jahre Bourbon

3,5/5 Redaktionsbewertung
45 % vol.EinstiegsklasseNeue, innen ausgebrannte amerikanische Weißeichenfässer; mindestens 7 JahreKentucky, USA
Bourbon WhiskeyUS WhiskeyWhisky
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Jim Beam Black – vom „Extra-Aged“ zurück zur Altersangabe

Die schwarze Flasche von Jim Beam hat in den letzten Jahrzehnten mehrfach ihren Charakter gewechselt: erst mit Altersangabe, dann als „Extra-Aged“ ohne Zahl, seit 2024 wieder mit klarer Ansage. Der Jim Beam Black 7 Jahre reift mindestens sieben Jahre in Kentucky und wird mit 45 % vol. abgefüllt. Er ist der gereifte Bruder des weißen Etiketts und tritt damit in der Preisklasse an, in der man sonst zu jüngeren Bourbons greift.

Geschichte: Eine Marke mit wechselnden Zahlen

Der Black geht auf die 1970er-Jahre zurück. Laut The Whiskey Wash hieß die frühe Abfüllung „101 Months“ und reifte knapp achteinhalb Jahre bei 45 % vol. 1978 kam sie als „Double Aged“ mit acht Jahren Altersangabe zurück, gedacht als Gegenstück zum vierjährigen White Label. Später sank die Stärke auf 43 % vol., das durchschnittliche Alter fiel nach Berichten Richtung sechseinhalb Jahre, und 2015 wurde die Flasche zum „Extra-Aged“ mit unbestimmtem Alter. Dieses Etikett kennen viele aus dem Handel in Deutschland.

Im Juni 2024 folgte der Neustart: sieben Jahre auf dem Etikett, 90 Proof statt 86, neues Flaschendesign. Das Beam-Team um Fred und Freddie Noe fand in Blindverkostungen offenbar, dass die Flüssigkeit bei sieben Jahren und 45 % vol. am besten stand. Mehr über das Haus findest du im Porträt der Jim Beam Distillery.

Der Jim Beam Black 7 Jahre im Speziellen

Die Altersangabe von sieben Jahren ist nach US-Recht wörtlich zu nehmen: Sie nennt die jüngste Komponente der Mischung. Die Rezeptur entspricht nach Breaking Bourbon dem Haus-Mashbill mit 77 % Mais, 13 % Roggen und 10 % Gerstenmalz. Gegenüber dem Original ist er damit nicht nur älter, sondern auch stärker: 45 statt 40 % vol. Beam beschreibt ihn als ausgewogenen Bourbon mit Karamell, Vanille und Eiche, den man pur, auf Eis oder in Cocktails trinken kann.

Wichtig für den Kauf: Im Handel kursieren je nach Bestand noch Flaschen der alten Ausstattung mit der Aufschrift „Extra-Aged“ und 43 % vol. Die Abfüllung mit Altersangabe erkennt man an der Zahl auf dem Etikett.

Herstellung: Warum die Altersangabe hier etwas bedeutet

Bourbon reift nach Gesetz in neuen, innen ausgebrannten Eichenfässern. Wie viel dabei herauskommt, hängt von Zeit und Klima ab. In den Lagerhäusern Kentuckys, die durch heiße Sommer und kalte Winter laufen, zieht der Whiskey stetig ins Holz und wieder heraus. Beam sagt, die Fässer stammen aus mehreren Etagen der Lagerhäuser; diese Praxis geht auf Booker Noe zurück und soll für gleichmäßigen Geschmack sorgen. Mit dem Wechsel von „Extra-Aged“ zur Zahl hat die Marke einen Trend aufgegriffen, über den wir im Artikel NAS-Whisky ohne Altersangabe schreiben: Eine verbindliche Zahl macht den Whiskey berechenbarer, sagt aber allein nichts über Qualität aus.

Die folgende Beschreibung stützt sich auf Herstellerangaben und veröffentlichte Verkostungsnotizen, z. B. von Breaking Bourbon und InsideHook, nicht auf eine eigene Verkostung der Redaktion. Die Urteile fallen unterschiedlich aus; wir geben das offen wieder.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Reiches Gold bis helles Karamell.
  • Nase: Leichte Eiche und Vanille, dahinter Karamell, Zimt und eine feine Nussnote; laut Beam kommen gebrannte Eiche und braune Süße hinzu.
  • Gaumen: Vanille und Butterscotch, weißer Pfeffer und frische Eiche, ein Hauch Zimt; ein Tester nennt ein wenig grünen Apfel und Tabak. Der Körper wirkt eher leicht.
  • Abgang: Kurz bis mittellang, mit Vanillecreme, Pfeffer und trockener Eiche.

Genuss-Empfehlung

Der Black ist ein Bourbon, der sich im Alltag bewähren soll. Pur im Tumbler funktioniert er gut, wenn man keine Schwere erwartet; mit einem Eiswürfel bleibt die Vanille präsent. Seine eigentliche Domäne ist der Highball: Bourbon mit Ginger Ale oder Soda und Zitrone, ein Zug mit Limette und viel Eis. Im Old Fashioned bringt er ausreichend Holz mit, um gegen Zucker und Bitters zu bestehen. Zum Essen passen Burger, Rippchen oder gegrillte Maiskolben.

Einordnung & Alternativen

Fazit

Der Jim Beam Black 7 Jahre ist ein preiswerter, gereifter Bourbon, der mit mehr Stärke und mehr Reife besser steht als der Standard. Als Solist ist er nicht tief; Kritiker finden ihn eher dünn, andere loben ihn als Cocktailbasis. Wer einen Alltagsbourbon sucht, der auch in Highball und Old Fashioned etwas hergibt, ist hier gut bedient. Für Genießer, die mehr Kraft wollen, bietet sich der Aufstieg zu Knob Creek an. 3,5 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit1/5
Würze/Eiche3/5

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