Old Fashioned – der Urvater aller Cocktails
Der Name ist Programm: Mitte des 19. Jahrhunderts bezeichnete „Old Fashioned" schlicht die traditionelle Art, einen Cocktail zuzubereiten – Spirituose, Zucker, Bitters, ein wenig Wasser, sonst nichts. Als sich später komplexere Rezepte mit Likören und Säften durchsetzten, blieb der Name an dieser reduzierten Urform hängen und gilt seither als einer der ältesten dokumentierten Cocktails überhaupt.
Weil so wenig vom Bourbon abgelenkt wird, trägt hier die Spirituose fast den gesamten Drink.
Zutaten
- Bourbon (60 ml): Buffalo Trace Kentucky Straight Bourbon oder Woodford Reserve Kentucky Bourbon
- 1 Würfelzucker (oder 1 Barlöffel Zuckersirup)
- 2–3 Dashes Angostura Bitters
- Ein Spritzer Wasser
- Garnitur: Orangenzeste
Zubereitung
- Zuckerwürfel mit Bitters und einem Spritzer Wasser im Glas anlösen (oder Zuckersirup mit Bitters verrühren).
- Bourbon und einen großen Eiswürfel dazugeben, kurz umrühren.
- Mit Orangenzeste garnieren.
Fazit
Der zugängliche Buffalo Trace bringt genug Süße mit, um den Zucker im Glas zu tragen; der würzigere Woodford Reserve setzt mehr Gewürznote entgegen. Beides trägt den auf drei Zutaten reduzierten Drink souverän.
Geschmacksprofil
Passendes Equipment
Tumbler-Gläser
Rührglas mit Barlöffel
Jigger / Messbecher
Weitere Whisky-Cocktails

Old Pal
Schlanker, herberer Boulevardier-Verwandter mit trockenem statt süßem Wermut – bittersüß, unkompliziert und rein spirituosenbetont.

Paper Plane
Bourbon, zwei Bitterliköre und Zitrone zu exakt gleichen Teilen – Paradebeispiel der 'Equal Parts'-Bauweise der 2010er.

Penicillin
Honig-Ingwer-Süße als vermeintliches Erkältungsmittel, gekrönt von einem rauchigen Islay-Float – das Zusammenspiel zweier Whiskys macht ihn aus.

Remember the Maine
Manhattan-Verwandter mit Kirschlikör statt Bitters und einer Absinth-Rinse im Glas – benannt nach dem Kriegsschiff USS Maine.

Bourbon: Die gesetzlichen Regeln und die größten Mythen
Mais, neue Fässer, keine Zusätze: Die Bundesregeln sind kurz, die Mythen drumherum lang – von Kentucky-Pflicht bis Mindestreife.

Straight, Bottled-in-Bond und Altersangaben: Was amerikanische Etiketten verraten
Zwei Jahre, vier Jahre, 100 Proof: Welche Begriffe auf amerikanischen Flaschen wirklich Regeln bedeuten und welche nur gut klingen.

Rye Whiskey: Geschichte, Gesetz und das große Comeback
Einst Amerikas Whiskey Nummer eins, dann fast verschwunden: Wie Roggen über Cocktailbars zurück in die Regale fand.