Malfy Gin Con Limone & Fentimans Pink Grapefruit Tonic Water (4/5)

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Malfy Gin Con Limone & Fentimans Pink Grapefruit Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Malfy Gin Con Limone aus dem Piemont und Fentimans Pink Grapefruit Tonic Water verbinden zwei verwandte, aber deutlich unterschiedliche Zitrusfrüchte. Der Malfy Con Limone setzt neben klassischen Botanicals wie italienischem Wacholder, Koriander und Süßholz vor allem auf großzügig dosierte Zitronenschalen von der Amalfiküste und aus Sizilien im Verhältnis von etwa 20 zu 80 Prozent, die über ein schonendes Vakuumdestillationsverfahren bei niedriger Temperatur besonders intensiv ins Destillat übertragen werden – ergänzt um kleinere Anteile Grapefruit- und Orangenschale. Das Fentimans-Tonic legt darüber seine saftige Grapefruitnote und einen warmen Orangenton, gebraut auf jener fermentierten Basis aus Wacholder, Kaffernlimette und Zitronengras, die für sämtliche Fentimans-Tonics dieser Linie charakteristisch ist. Beide Produkte teilen sich damit zwar dieselbe grundlegende Zitrusfamilie, setzen innerhalb dieser Familie aber auf unterschiedliche Schwerpunkte – Zitrone beim Gin, Grapefruit beim Tonic –, was diese Kombination von reinen Verdopplungs-Pairings unterscheidet.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Malfy Con Limone ist ein bewusst fokussierter Gin: Die intensive, sonnengereifte Zitronenschale steht klar im Vordergrund, während Wacholder und Koriander nur für eine dezente, würzige Struktur im Hintergrund sorgen. Ein Tonic, das exakt dieselbe Zitronen-Note verdoppeln würde, liefe Gefahr, den Drink schnell eindimensional wirken zu lassen. Das Fentimans Pink Grapefruit Tonic Water geht hier den interessanteren Weg: Es bleibt innerhalb der Zitrusfamilie, wählt aber mit der saftig-süßen Grapefruit eine andere, etwas rundere und weniger scharf konturierte Frucht als die pure Zitronenschale des Gins. Dadurch entsteht ein Wechselspiel zwischen der hellen, spitzen Säure der sizilianischen und amalfitanischen Zitrone und der saftigeren, süßeren Grapefruit-Orangen-Note des Tonics, statt einer bloßen Verstärkung derselben Aromenspitze. Die im Malfy bereits enthaltenen kleineren Anteile Grapefruit- und Orangenschale bilden dabei eine Art Brücke zwischen beiden Zutaten und sorgen dafür, dass sich Gin und Tonic trotz der unterschiedlichen Hauptfrucht nicht fremd bleiben, sondern sich über diese gemeinsame Nebennote gegenseitig stützen.

Verkostung der Kombination

In der Nase dominiert zunächst die intensive Zitronenschale des Malfy, die sich rasch mit der saftig-süßen Grapefruitnote des Tonics zu einem hellen, vielschichtigen Zitrusbild verbindet, unterlegt von einem Hauch Orange. Am Gaumen zeigt sich der Drink spürbar säurebetont: Die scharf konturierte Zitronenfrische des Gins trifft auf die rundere, süßere Grapefruit-Note des Tonics, wobei Letztere die teils sehr direkte Säure des Malfy angenehm abpuffert, ohne sie vollständig zu glätten. Wacholder und Koriander bleiben als dezentes Rückgrat erhalten, während die fermentierte Botanicals-Basis des Tonics für eine leichte, im Hintergrund bleibende Kräuterwürze sorgt. Der Abgang ist frisch, spürbar zitronig-grapefruitig und angenehm lang, mit einem letzten, leicht bitteren Akzent der Chinarinde, der die Kombination sauber abschließt.

Serviervorschlag

Serviert wird der Malfy am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis im Verhältnis von etwa 1:3, damit die kräftige Doppel-Zitrus-Säure genügend Raum zum Abmildern hat. Als Garnitur passt eine dünne Zitronenscheibe hervorragend, da sie die Hauptnote des Gins direkt aufgreift; alternativ sorgt eine Scheibe rosa Grapefruit für einen zusätzlichen Akzent in Richtung Tonic-Seite. Von kräuterigen Garnituren wie Rosmarin oder Thymian sollte eher abgesehen werden, da sie die klare, helle Zitruslinie dieser Kombination unnötig verkomplizieren würden, statt sie zu unterstützen.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur bereits vorgestellten Fentimans-Pink-Grapefruit-Kombination mit dem Tanqueray Rangpur Gin, die mit 4/5 auf demselben Niveau liegt, zeigt sich ein interessanter Unterschied: Der Rangpur bringt bereits von Haus aus eine exotische, limettig-mandarinige Zitrusnote mit, die sich mit der Grapefruit-Orangen-Basis des Tonics zu einem facettenreichen Multi-Zitrus-Cocktail verbindet, während der Malfy mit seiner sehr fokussierten, puren Zitronennote einen klareren, weniger verschachtelten Kontrast zur Grapefruit setzt. Auf der Gin-Seite lohnt sich zudem ein Blick auf die eigene Malfy-Produktfamilie: Wer statt der Con-Limone-Variante lieber die Grapefruit-basierte Malfy-Rosa-Ausführung probiert, dürfte mit diesem Tonic sogar eine noch direktere Frucht-Verdopplung erleben, wenn auch auf Kosten des hier so reizvollen Zitrone-Grapefruit-Kontrasts. Mit 41 % vol. liegt der Malfy zudem spürbar unter der Trinkstärke vieler britischer London-Dry-Gins, was der insgesamt eher hellen, leichten Ausrichtung dieser Kombination zusätzlich entgegenkommt und sie auch für einen längeren Sommerabend gut trinkbar macht, ohne dass die Zitrusfülle durch zu viel Alkoholschärfe verdeckt wird.

Fazit

4/5 Punkte. Eine gelungene, spürbar säurebetonte Kombination, die von der Spannung zwischen zwei unterschiedlichen Zitrusfrüchten lebt, statt auf reine Verdopplung zu setzen. Wer den Malfy Con Limone wegen seiner puren, sonnigen Zitronennote schätzt, findet hier eine Variante, die diese Note durch die saftigere Grapefruit-Seite des Tonics um eine zusätzliche Facette erweitert, ohne sie zu verwässern. Wer besonders viel Säure mag, wird von dieser Kombination begeistert sein; wer es lieber etwas milder und weniger zitrusintensiv mag, sollte das Mischverhältnis eher zugunsten des Tonics verschieben.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität3/5
Säure/Frische4/5
Süße3/5