Malfy Gin Con Limone & East Imperial Yuzu Tonic Water (4/5)

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Malfy Gin Con Limone & East Imperial Yuzu Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Malfy Gin Con Limone aus dem Piemont und East Imperial Yuzu Tonic Water aus Neuseeland treffen aufeinander, weil East Imperial diese Paarung auf der eigenen Produktseite ausdrücklich für alle empfiehlt, die "maximale Zitrusfrische" suchen. Der Malfy setzt mit rund 80 Prozent sizilianischer und 20 Prozent Amalfi-Zitronenschale, schonend im Vakuum bei niedriger Temperatur destilliert, auf eine der konzentriertesten Zitronennoten am gesamten Gin-Markt. Das Yuzu Tonic wiederum ist mit seiner intensiv parfümierten, zwischen Mandarine, Grapefruit und Limette changierenden japanischen Zitrusfrucht das exotischste und fruchtigste Mitglied der East-Imperial-Range. Anders als bei der bereits vorgestellten Kombination des japanischen Roku Gin mit demselben Tonic, bei der sich zwei thematisch verwandte, aber aromatisch unterschiedliche Zitrusnoten ergänzten, treffen hier zwei europäische und asiatische Zitrusfrüchte ohne gemeinsamen kulturellen Bezug, dafür aber mit vergleichbar hoher Intensität aufeinander. Der Malfy wird dabei von Torino Distillati hergestellt, einer 1906 zunächst für Wein und Wermut gegründeten Destillerie bei Turin, die seit 1992 der Familie Vergnano gehört; die Marke selbst wurde erst 2016 von der amerikanischen Getränkefirma Biggar & Leith ins Leben gerufen, die gezielt kleine, familiengeführte europäische Destillerien international vermarktet.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Malfy Con Limone ist bewusst auf eine einzige, dafür besonders konzentrierte Zitrusnote fokussiert; Wacholder und Koriander bilden nur ein dezentes Rückgrat, während Kassia und Süßholz für eine leichte, kontrollierte Süße sorgen. Das Yuzu Tonic verstärkt diese Fokussierung, statt ihr eine neue Aromenebene entgegenzusetzen: Die parfümiert-exotische Yuzu-Note legt sich über die sonnige Zitronenschale des Gins und erzeugt so ein Zitrus-Erlebnis von außergewöhnlicher Konzentration. Die kräftige Chinin-Bitterkeit des Tonics ist dabei entscheidend, um dem Ganzen überhaupt noch Struktur zu geben – ohne sie würde die doppelte Zitrusfülle schnell in reine Süße abgleiten. Weil aber sowohl der Gin als auch das Tonic vor allem auf Zitrusintensität statt auf botanische Vielschichtigkeit setzen, bleibt der Kombination im Vergleich zu komplexeren Yuzu-Pairings ein Stück weit die zusätzliche Aromentiefe verwehrt, die etwa Tee- oder Blütennoten liefern könnten.

Verkostung der Kombination

In der Nase dominiert eine geballte Zitrusfülle: sonnengereifte sizilianische Zitrone trifft auf die parfümiert-exotische Yuzu-Note, ohne dass eine der beiden Fruchtnoten der anderen weichen muss. Am Gaumen zeigt sich der Drink außerordentlich sauer und frisch, mit einer kräftigen, klassischen Bitterkeit als Gegengewicht; Süße bleibt konsequent im Hintergrund. Wacholder und Koriander sind nur noch als leises Fundament wahrnehmbar, botanische Zwischentöne jenseits der Zitrusachse fehlen praktisch vollständig. Der Abgang ist lang, zitrisch-bitter und intensiv, bleibt aber innerhalb einer einzigen Aromenlinie, statt – wie bei komplexeren Yuzu-Kombinationen – zusätzliche Facetten zu offenbaren.

Serviervorschlag

Serviert im großen Ballonglas mit reichlich Eis und einem Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) bleibt die konzentrierte Doppelzitrus-Note beherrschbar, ohne zu aufdringlich zu wirken. Eine dünne Zitronenscheibe als Garnitur unterstreicht die Malfy-Seite zusätzlich, während eine Grapefruitscheibe – wie vom Hersteller des Yuzu Tonic empfohlen – die exotische Fruchtnote stärker hervorhebt. Von süßen oder kräuterigen Garnituren sollte abgesehen werden, da sie die klare, auf Säure und Frische ausgelegte Struktur der Kombination unnötig verkomplizieren würden.

Auch die Herstellung selbst trägt zur Intensität bei: Die Zitronenschalen werden zunächst in Alkohol eingeweicht und in einer traditionellen Korbpresse ausgepresst, bevor der Extrakt gemeinsam mit den übrigen Botanicals unter Vakuum bei niedriger Temperatur destilliert wird – ein Verfahren, das die empfindlichen Zitrusöle schonender und intensiver überträgt als eine klassische Destillation bei Normaldruck und damit die ohnehin schon kräftige Yuzu-Note des Tonics noch zusätzlich unterstreicht.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur bereits bestehenden Kombination des Malfy mit Aqua Monaco Tonic Water fällt diese Paarung deutlich intensiver und bitterer aus, da das Yuzu Tonic sowohl mehr Fruchtkonzentration als auch mehr Chinin-Struktur mitbringt. Gegenüber der Kombination des Roku Gin mit demselben Tonic, die durch Sakura, grünen Tee und Sanshō-Pfeffer zusätzliche Aromenebenen jenseits der reinen Zitrusfrucht einbringt, wirkt diese Malfy-Variante spürbar eindimensionaler – dafür aber auch unmittelbarer und für reine Zitrusliebhaber konsequenter.

Auch innerhalb der Malfy-Familie ist die Con-Limone-Variante nur eine von mehreren Zitrus-Interpretationen: Neben ihr existieren eine Rosa-Ausführung mit sizilianischer Grapefruit und eine Con-Arancia-Variante mit Blutorange, die alle auf demselben Grundrezept aufbauen, sich aber jeweils in der dominanten Frucht unterscheiden – ein Hinweis darauf, wie konsequent Torino Distillati das Konzept der Einzelfrucht-Fokussierung über die gesamte Produktlinie hinweg verfolgt, statt bei einer einzigen Zitrusrichtung stehenzubleiben.

Fazit

4/5 Punkte. Eine intensive, unkomplizierte Kombination für alle, die maximale Zitrusfrische ohne botanische Umwege suchen. Die doppelte Konzentration aus sizilianischer Zitrone und japanischer Yuzu ergibt einen der säurebetontesten Gin & Tonics im gesamten Katalog – wer dagegen die vielschichtigere, teeartige Komplexität schätzt, die andere Yuzu-Kombinationen bieten, sollte eher zu einem botanisch reicheren Gin greifen. Für den reinen Zitrusgenuss ist diese Paarung dennoch kaum zu übertreffen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität2/5
Säure/Frische5/5
Süße2/5