Herstellung des Metaxa 12 Sterne:
Der 12 Sterne ist das jüngste Mitglied der klassischen Sternreihe des Hauses und zugleich deren oberes Ende. Er wurde von Costas Raptis entwickelt, dem fünften "Metaxa Master", und kam 2011 zunächst als Exklusivabfüllung für den Duty-Free-Handel auf den Markt, bevor er breiter erhältlich wurde. Zum Haus selbst stehen die wichtigsten Daten, etwa die Gründung 1888 und die Zugehörigkeit zu Rémy Cointreau, in den Beiträgen zum Metaxa 5 Sterne und zum Metaxa 7 Sterne; hier geht es um das, was diese Flasche anders macht.
Die Basis ist ein doppelt in Kupferblasen gebranntes Weindestillat aus den Trauben Savatiano, Sultanina und Korinthiaki. Es reift in Limousin-Eiche, wobei Fässer mit mittlerer und stärkerer Toastung zum Einsatz kommen, was dem Spirit mehr Röst- und Rauchnoten gibt als bei den kleineren Stufen. Der Muskatwein stammt von der Insel Samos, die seit langem für süße Weine aus Muskattrauben bekannt ist, nach Angaben mehrerer Fachportale aus höher gelegenen Terrassenlagen am Ambelos-Gebirge, dazu kommt ein Auszug aus Mittelmeerkräutern und Rosenblättern. Nach dem Verheiraten ruht die Mischung noch etwa ein Jahr in Eiche, wird kühl filtriert und mit 40 % vol. abgefüllt.
Verkostung des Metaxa 12 Sterne:
Im Glas steht ein tiefes, kupfriges Bernstein. Die Nase öffnet mit getrockneten Feigen und Pflaumen, Aprikose und Rosenblüten, darunter liegen Honig, Orangenschale, ein Hauch dunkle Schokolade und etwas weißer Pfeffer; einzelne Tester nehmen auch Kaffee und Veilchen wahr. Am Gaumen ist er deutlich dichter als der 7 Sterne: schwarze Rosinen, reife Pfirsiche und Pflaumen, dazu Rosenwasser-Süße, Lakritz und Vanille, balanciert durch toastige Eiche und schwarzen Pfeffer. Der Körper ist weich, aber nicht zuckrig-leicht, und die Holzwürze liefert ein Gegengewicht, das den kleineren Sternen fehlt. Der Abgang ist lang und warm, mit schwarzem Tee, Pfeffer, getrockneter Feige und einem schwachen Nachhall von Rose. Falstaff bewertete ihn 2023 mit 93 Punkten und beschrieb eine ausgewogene Mischung aus Frucht und Holzwürze. Wer trockene Cognacs bevorzugt, findet auch hier eine deutliche Honigsüße; sie wird aber von Kakao, Lakritz und Pfeffer gut abgefangen.
Steckbrief Metaxa 12 Sterne:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Typ: Griechische Spirituose aus Weindestillat, Samos-Muskatwein und Botanicals (kein klassischer Brandy)
Fassreifung: Limousin-Eiche mit stärkerer Toastung, danach rund 1 Jahr Verheiratung im Fass
Hersteller: Metaxa (Rémy Cointreau), Kifissia, Attika, Griechenland
Herstellung im Detail: Was die Zahl 12 bedeutet
Die Zahl auf dem Etikett ist hier besonders schwer zu fassen, denn die Quellen widersprechen sich. Ein Reiseportal schreibt, der Stern stehe für das Mindestalter der Bestandteile im Fass; Difford's Guide nennt den Spirit "12 Jahre gereift"; eine andere Quelle deutet die Zahl als Anzahl der zusammengeführten Blends, ein Fachbericht spricht von acht Destillaten in der Mischung, und bei der Markteinführung wurde sie als "12 Jahre Entwicklungszeit" des Metaxa Masters erklärt. Ein gesetzlich geregeltes Mindestalter wie beim Cognac gibt es für Metaxa ohnehin nicht, das Haus legt die Stufen selbst fest. Wir halten fest: Die Fassreife ist deutlich länger als bei der 5- und 7-Sterne-Variante, eine zweifelsfrei belegte Altersangabe gibt es nach unserer Recherche aber nicht. Wie bei Cognac gilt: Klassifikationen sagen weniger als die Verfahren dahinter, nachzulesen im Beitrag zur Cognac-Klassifikation.
Dass sich die Aussagen derart unterscheiden, liegt auch daran, dass Metaxa bewusst eine eigene Kategorie bildet und keine Zusammensetzung im Detail veröffentlicht; die Kräuterrezeptur bleibt Hausgeheimnis. Greifbarer sind die Unterschiede in der Machart. Stärker getoastetes Eichenholz, Muskat aus höheren Lagen und mehrere gealterte Komponenten sorgen für Konzentration: Wo der 7 Sterne Orangenmarmelade und Veilchen zeigt, bringt der 12 Sterne Trockenfrüchte, Schokolade und Holzwürze mit, dazu eine längere Linie im Abgang.
Genuss-Empfehlung
Der 12 Sterne ist ein Spirit zum langsamen Trinken:
- Pur im Nosing-Glas: Bei Zimmertemperatur kommen Feigen, Rose und Kakao am besten zur Geltung.
- Mit einem Eiswürfel und Orangenscheibe: Der Hersteller empfiehlt diese Kombination, die Orangennote wird dadurch unterstrichen.
- Als Longdrink mit Soda oder Ginger Ale: Ein Rezensent nennt ihn dafür geeignet, die Süße bleibt trotzdem präsent.
- Zum Dessert: Zu dunkler Schokolade, Walnüssen oder getrockneten Feigen schließt sich der Kreis.
Wer den Metaxa bisher als süß-leichten Aperitif kennt, bekommt hier eine ernstere Variante, die durch ihre Holzwürze auch Whisky-Freunde anspricht. Für Cocktails ist er nach unserem Empfinden fast zu schade, weil Zitrus und Zucker seine Struktur überdecken würden.
Einordnung & Alternativen
- Metaxa 7 Sterne – die kleinere Stufe: heller, mit Orangenmarmelade und Veilchen, weniger Holz und weniger Tiefe.
- Torres 10 Gran Reserva – ebenfalls weich und süß, aber mit Karamell und Mandel aus der Solera statt Rose und Muskat.
- Rémy Martin XO – wer Trockenfrucht und Holz sucht, aber ohne Muskatsüße und Blumigkeit, findet hier mehr Cognac-Eleganz.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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