Brandy

Metaxa 5 Sterne

3,5/5 Redaktionsbewertung
38 % vol.EinstiegsklasseWeindestillat mindestens 5 Jahre in Limousin-Eiche, danach Verheiratung mit Muskatwein und Botanicals in EichenfässernKifissia, Attika, Griechenland
BrandyMetaxa
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Herstellung des Metaxa 5 Sterne:

Wer eine Flasche Metaxa neben einen Cognac stellt, hat zwei sehr unterschiedliche Dinge vor sich. Die Marke geht auf Spyros Metaxa zurück, 1848 auf der Insel Euböa geboren und Spross einer Seidenhändlerfamilie. Er gründete sein Unternehmen 1888 mit einer Destillerie im Hafen von Piräus. Die Idee dahinter: Er wollte nicht einfach einen Weinbrand brennen, sondern ihn mit süßem Muskatwein und aromatischen Pflanzenauszügen zu etwas Eigenem verbinden. Schon um 1900 gingen die ersten Lieferungen in die USA, 1909 starb der Gründer, und seine Witwe Despina führte das Haus gemeinsam mit den drei Söhnen weiter. 1968 zog die Produktion in den nördlichen Athener Vorort Kifissia um, wo sie bis heute angesiedelt ist. Seit dem Jahr 2000 gehört Metaxa zur französischen Gruppe Rémy Cointreau. Die bauchige Amphorenflasche kam 1963 auf den Markt, der 5-Sterne-Typ in seiner heutigen internationalen Form zum hundertjährigen Jubiläum 1988.

Für den 5 Sterne dient zunächst ein Weindestillat als Grundlage, das nach Herstellerangaben aus Savatiano-, Sultanina- und Korinthiaki-Trauben stammt und in Kupferblasen zweimal gebrannt wird. Es reift mindestens fünf Jahre in Fässern aus Limousin-Eiche. Getrennt davon lagern Muskatweine von den Ägäisinseln, vor allem von Samos und Limnos. Beide Komponenten werden schließlich mit einem Auszug aus mediterranen Kräutern und Rosenblütenblättern zusammengeführt und für etwa ein weiteres Jahr zusammen im Holz gelagert. Danach folgen Filtration und Abfüllung bei 38 % vol. Die genaue Kräuterrezeptur hält das Haus geheim.

Verkostung des Metaxa 5 Sterne:

Im Glas zeigt der Metaxa 5 Sterne ein klares, helles Goldbernstein. Die Nase ist ausgesprochen blumig: Rosenblüten, Orangenwasser und Veilchen stehen vorn, dahinter Honig, getrocknete Aprikose und ein Hauch Vanille. Wer genauer hinriecht, findet schwarzen Pfeffer und eine zarte, toastige Holznote, die aber nie dominiert. Am Gaumen wirkt er leicht und weich, mit milder Honigsüße, Orangenmarmelade, Rosinen und reifen Pflaumen; eine leichte Würze erinnert an Pfeffer, ohne zu beißen. Der Körper ist bei 38 % bewusst schlank, eher parfümiert als kraftvoll. Der Abgang ist mittellang, süßlich-floral, mit einem Anflug von Mandel und Pfirsich. Wer trockene, holzgeprägte Weinbrände schätzt, wird hier wenig Struktur finden. Wer einen sanften, aromatischen Einstieg sucht, bekommt ein sehr eigenständiges Profil. Unabhängige Tester beschreiben ihn ähnlich: ein sympathischer Aperitif-Typ, der ein Glas lang Freude macht, aber kaum Tiefe für lange Abende bietet.

Steckbrief Metaxa 5 Sterne:

Alkoholgehalt: 38 % vol.
Typ: Griechische Spirituose aus Weindestillat, Muskatwein und Botanicals (kein klassischer Brandy)
Fassreifung: Destillat mindestens 5 Jahre Limousin-Eiche, anschließend rund 1 Jahr gemeinsame Reifung der Assemblage
Hersteller: Metaxa (Rémy Cointreau), Kifissia, Attika, Griechenland

Herstellung im Detail: Muskatwein und Botanicals statt reiner Destillat-Reife

Das Besondere an Metaxa ist nicht die Destillation, sondern die Assemblage. Beim Cognac oder Armagnac stammt das Aroma fast ausschließlich aus Destillat und Fass. Bei Metaxa kommt ein zweiter Baustein hinzu, der den Charakter prägt: der Muskatwein. Muskattrauben liefern von Natur aus Blüten-, Zitrus- und Trockenfruchtaromen, die beim Reifen oxidativ dunkler und honigartiger werden. Das Haus lässt den Wein getrennt altern und mischt ihn erst später zum Destillat, sodass ein guter Teil der Süße und der blumigen Aromen im Glas aus dem Wein stammt. Das erklärt auch, warum der 5 Sterne so deutlich nach Rosen, Orange und Honig riecht und nicht nach Eiche.

Die Kräuter sind der dritte Baustein. Welche Pflanzen genau verwendet werden, verrät Metaxa nicht; bekannt sind lediglich die Rosenblüten und der Begriff „mediterrane Botanicals“. Entscheidend ist ihre Rolle: Sie sollen den Wein und das Destillat ergänzen und nicht überdecken. Die abschließende Reifung der fertigen Mischung im Fass dient dazu, die drei Komponenten zu verbinden. Wegen dieser Dreierkombination beschreibt sich Metaxa selbst als eigene Kategorie, die weder Cognac noch Brandy im klassischen Sinn ist. Die Sterne auf dem Etikett deuten nach Herstellerlogik Reife- und Qualitätsstufen an, nicht eine einheitliche gesetzliche Altersskala. Beim 5 Sterne ist die Mindestreife des Destillats mit fünf Jahren belegt; der Anteil an Muskatwein bleibt Betriebsgeheimnis.

Genuss-Empfehlung

Der Metaxa 5 Sterne ist ein vielseitiger Begleiter, der pur ebenso funktioniert wie in Mischgetränken:

  • Pur bei Zimmertemperatur: Im Tulpenglas kommen die blumigen und honigartigen Noten am besten zur Geltung; ein Spritzer stilles Wasser öffnet die Nase zusätzlich.
  • Auf Eis: Mit einem großen Eiswürfel und einem Zitronenzeste wird er erfrischend und weniger süß im Eindruck, ideal für warme Abende.
  • Metaxa Highball: Aufgefüllt mit Tonic Water oder Ginger Ale und einer Orangenscheibe, ein unkomplizierter Longdrink, der die Orangen- und Rosennoten betont.
  • Zu Gebäck und Käse: Passt zu Baklava, Mandelgebäck und mildem Schafskäse, deren Honig- und Nusswürze die Süße des Spirits spiegeln.

Als Einstiegsflasche in die Metaxa-Welt ist der 5 Sterne eine gute Wahl: leicht zugänglich, aromatisch eindeutig und gut kombinierbar. Wer pure, strukturierte Weinbrand-Reife sucht, wird eher zu klassischen Cognacs oder Armagnacs greifen. Wer einen mild-süßen Digestif oder einen Aperitif mit mediterraner Note sucht, findet hier ein Profil, das sich von den üblichen Verdächtigen deutlich abhebt. Trinken Sie bewusst und in Maßen.

Einordnung & Alternativen

  • Asbach Uralt – deutscher Weinbrand mit Eichen- und Vanillefokus, trockener und holziger als der blumig-süße Metaxa.
  • Torres 10 Gran Reserva – spanischer Brandy mit Solera-Reife, ebenfalls weich und süß, aber mit mehr Karamell und Holz statt Rose und Orange.
  • Hennessy VSOP – klassischer Cognac mit Rebsorten-Destillat ohne Wein- und Kräuterzusatz, strukturierter und deutlich weniger parfümiert.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Fruchtigkeit3/5
Süße4/5
Eiche/Vanille2/5
Blumig/Würzig4/5

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