Nordes Atlantic Galician Gin & Schweppes Herbal Tonic Water (3/5)

Gin & Tonic

Nordes Atlantic Galician Gin & Schweppes Herbal Tonic Water (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
Gin & Tonic
Nordes Atlantic Galician Gin bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen
Schweppes Herbal Tonic Water bei Amazon
Auf Amazon suchen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Die Kombination im Überblick

Nordes Atlantic Galician Gin entstand aus der Idee, die Aromenwelt Galiciens im Nordwesten Spaniens in einem Gin einzufangen: Ein Destillat aus Albariño-Trauben, jener in Galicien beheimateten Weißweinrebe, wird mit 15 überwiegend an der Atlantikküste beheimateten Botanicals verschnitten, darunter Queller (Meeresspargel), Eukalyptus, Salbei, Zitronengras und Hibiskus. Das Ergebnis ist ein fruchtig-floraler, spürbar salzig-maritimer New-Western-Gin, der Wacholder bewusst in den Hintergrund treten lässt. Das Schweppes Herbal Tonic Water bringt dagegen eine ganz andere, klassisch mediterrane Kräuterachse aus Rosmarin, Thymian, Oregano und Majoran über heller Zitronennote mit – Zutaten, die eher an einen katalanischen oder ligurischen Kräutergarten erinnern als an die atlantische Küstenvegetation Galiciens. Diese Paarung bringt damit zwei geografisch benachbarte, aber aromatisch unterschiedlich ausgerichtete Kräuterwelten zusammen: die salzig-mentholige Frische des spanischen Atlantiks trifft auf die wärmere, harzigere Kräuterwürze des Mittelmeerraums. Für den Nordés ist dies bereits die zweite Tonic-Kombination im Katalog, nach der bestehenden Paarung mit Fever-Tree Premium Indian Tonic Water.

Warum diese Kombination funktioniert

Beide Produkte teilen sich zumindest die grundsätzliche Kategorie "Kräutertonic statt Zitrus-Chinin-Tonic", was eine gewisse thematische Nähe herstellt, ohne dass die konkreten Botanicals deckungsgleich wären. Salbei und Eukalyptus im Nordés bringen eine mentholig-kühle Note mit, die sich mit dem harzigeren Rosmarin-Thymian-Duo des Tonics zu einem breiteren, wenn auch nicht perfekt verschmelzenden Kräuterbild zusammenfügt. Die helle Zitronennote des Tonics unterstützt zudem das Zitronengras des Gins, sodass zumindest auf der Zitrusebene eine echte Verstärkung entsteht. Etwas komplizierter ist das Verhältnis zur salzigen Quellernote des Nordés: Sie bleibt im Zusammenspiel mit dem Tonic zwar erhalten, wirkt aber weniger prägnant als im puren Gin, weil die Kräuterwürze des Tonics ihr einen Teil der Aufmerksamkeit streitig macht. Insgesamt entsteht so kein Fall völliger Disharmonie, aber auch keine so stimmige Verstärkung wie beim mediterranen Gin Mare, dessen Botanicals sich fast deckungsgleich mit denen des Tonics überschneiden.

Verkostung der Kombination

In der Nase mischen sich die floral-fruchtigen, leicht weinigen Noten des Nordés mit der harzig-frischen Rosmarin-Thymian-Aromatik des Tonics – zwei Kräuterrichtungen, die nebeneinanderstehen, statt sich vollständig zu vereinen. Am Gaumen zeigt sich der Drink rund und mild, mit den charakteristischen Süßholz- und Weinfrucht-Anklängen des Gins im Hintergrund und einer moderaten, gut eingebundenen Süße. Die salzig-maritime Nuance des Nordés ist noch wahrnehmbar, tritt aber gegenüber der Kräuterwürze des Tonics spürbar zurück. Säure bleibt insgesamt zurückhaltend, getragen von der hellen Zitronennote des Tonics und dem Zitronengras des Gins. Der Abgang ist mittellang, kräuterig-mild mit einem letzten Hauch Süßholz und einer leicht erdigen Oregano-Note.

Serviervorschlag

Auch hier empfiehlt sich ein großes Ballonglas mit reichlich Eis und einem Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic), damit die floralen Noten des Nordés nicht zu schnell von der Kräuterwürze des Tonics überdeckt werden. Als Garnitur eignet sich ein Zweig frischer Salbei besonders gut, da er die im Gin bereits vorhandene mentholige Kräuternote aufgreift, ohne zusätzlich mit dem Rosmarin-Thymian-Duo des Tonics zu konkurrieren. Von kräftigen Zitrusgarnituren sollte eher abgesehen werden, da sie die ohnehin schon fein austarierte, eher milde Aromatik der Kombination zu sehr in Richtung Säure verschieben würden.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur bestehenden Kombination des Nordés mit Fever-Tree Premium Indian Tonic Water, die dem floral-weinigen Gin mit kräftiger Chinin-Bitterkeit mehr Struktur entgegensetzt, geht das Schweppes Herbal Tonic den entgegengesetzten Weg: weniger Kontrast, mehr Kräuter-Parallelität, dafür aber auch weniger Kontur. Wer den Nordés wegen seiner salzig-maritimen Atlantik-Identität schätzt, erlebt diese in der Fever-Tree-Kombination klarer konturiert als hier, wo sie in der Kräuterfülle des Tonics etwas untergeht. Innerhalb der Schweppes-Herbal-Familie zeigt der direkte Vergleich zum Gin Mare zudem, wie unterschiedlich stark ein Tonic mit denselben Botanicals wirken kann: Beim Gin Mare, dessen eigene Rezeptur bereits Rosmarin und Thymian enthält, entsteht eine direkte Verstärkung; beim Nordés, dessen Kräuterachse auf Salbei und Eukalyptus statt Rosmarin und Thymian setzt, bleibt es eher bei einem freundlichen Nebeneinander zweier verwandter, aber nicht identischer Aromenwelten.

Fazit

3/5 Punkte. Keine Fehlkombination, aber auch keine, bei der sich Gin und Tonic gegenseitig zur vollen Geltung bringen: Die salzig-mentholige Atlantik-Seite des Nordés tritt gegenüber der mediterranen Kräuterwürze des Tonics zurück, ohne dass echte Disharmonie entstünde. Wer den Nordés in seiner eigenständigsten Form erleben möchte, ist mit dem klassischeren Fever-Tree Indian Tonic besser beraten; wer ohnehin gerne zu kräuterbetonten Tonics greift und keine allzu scharfe Kontur erwartet, kann mit dieser milden, unkomplizierten Kombination trotzdem zufrieden sein.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität3/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5