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Penderyn Distillery – Wales

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Die Penderyn Distillery liegt im Dorf Penderyn im Süden von Wales, am Rand des Brecon-Beacons-Nationalparks (inzwischen Bannau Brycheiniog). Sie wird als die Brennerei beschrieben, die den walisischen Whisky nach mehr als einem Jahrhundert wiederbelebt hat. Gegründet wurde das Unternehmen als Welsh Whisky Company, die ersten Tropfen liefen am 14. September 2000, der erste Single Malt kam 2004 auf den Markt. Das Besondere ist die Faraday-Brennblase, ein von Dr. David Faraday entwickelter Apparat, der den Alkohol in einem einzigen Durchgang auf rund 90 bis 92 % bringt und dem Penderyn einen leichten, fruchtigen Charakter verdankt.


Überblick

  • Name: Penderyn Distillery (Welsh Whisky Company)
  • Ort: Penderyn, Rhondda Cynon Taf, am Rand der Brecon Beacons
  • Gegründet: 2000 (erster Brand), erste Abfüllung 2004
  • Land: Wales (Vereinigtes Königreich)
  • Besitzer: unabhängiges Unternehmen, Eigentümerstruktur in den Quellen nicht eindeutig beschrieben; CEO ist Stephen Davies
  • Typ: Single Malt Whisky, vorwiegend ungetorft

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
um 1900 Kommerzielle Whisky-Herstellung in Wales endet (je nach Quelle bereits 1894 oder mit der Schließung von Frongoch um 1900)
1998 Die Welsh Whisky Company wird nach Angaben einer Fachseite gegründet (andere Quellen nennen 2000 als Gründungsjahr)
2000 Am 14. September läuft der erste Brand aus der Faraday-Brennblase
2004 Zum walisischen Nationalfeiertag am 1. März erscheint der erste Penderyn Single Malt
2008 Das Besucherzentrum öffnet
2014/15 Zwei konventionelle Pot Stills ergänzen die Faraday-Anlage (je nach Quelle erste Lieferung 2014, Betrieb ab 2015)
2021 In Llandudno öffnet eine zweite Brennerei
2023 Die Swansea Copperworks nehmen als dritter Standort den Betrieb auf
2025 Penderyn feiert sein 25-jähriges Bestehen

Besonderheiten bei der Herstellung

Die Faraday-Brennblase

Herzstück ist ein Kupferapparat, der eine Pot Still mit einer aufgesetzten Kolonne verbindet. Nach Angaben der Fachseiten besitzt die Kolonne mehrere Böden, die sich zu- und abschalten lassen, und kann so die Schärfe des Destillats steuern. Anders als in Schottland und Irland, wo meist zwei oder drei Brennvorgänge nötig sind, entsteht der Spirit hier in einem einzigen Brenngang. Das Ergebnis gilt als besonders leicht, rein und fruchtig. Entwickelt hat die Anlage Dr. David Faraday, ein Nachfahre des Physikers Michael Faraday.

Wasser und Rohstoff

Das Wasser stammt aus dem Gebiet der Brecon Beacons. Gebrannt wird aus gemälzter Gerste; für die getorfte Variante kommt Torfmalz zum Einsatz. Wo das Malz bezogen wird, nennen die Quellen nicht einheitlich.

Fassreifung und Finish

Der Hausstil entsteht durch das Zusammenspiel von Ex-Bourbonfässern und ergänzenden Finishes. Beim Madeira reift der Spirit zunächst im Bourbonfass und wird danach in Madeirafässern nachgereift; bei Sherrywood und Portwood sind es Sherry- und Portweinfässer. Eine eigene Linie, die Dragon-Reihe, ergänzt diese Kerngruppe.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Penderyn Madeira 46 % Urstil der Brennerei, Honig, Apfel und dunkle Schokolade aus dem Madeira-Finish
Penderyn Sherrywood 46 % Bourbon- und Sherryfassreifung, Trockenfrucht und Gewürz
Penderyn Portwood 46 % Portweinfass-Finish mit roter Frucht
Penderyn Peated 46 % Getorfte Variante mit mildem Rauch über dem fruchtigen Spirit
Penderyn Legend 41 % Leichter Einstieg aus der Dragon-Reihe

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Penderyn Madeira.


Stil & Wiedererkennungswert

Penderyn ist leichter und fruchtiger als die meisten schottischen Vergleichsmalts. Der Einzeldurchgang liefert einen reinen, hellen Spirit, der Bourbon-, Madeira- oder Portfässer eher trägt als überdeckt. Der Madeira zeigt diesen Stil am deutlichsten: Apfel, Zitrusfrucht und Honig stehen vorn, Schokolade und Gewürz folgen im Hintergrund.

Hinzu kommt die Rolle als Wegbereiter. Penderyn hat die Whisky-Landkarte um ein Land erweitert, das lange nur als Gedanke existierte, und mit den Standorten in Llandudno und Swansea zeigt das Unternehmen, dass es auf Wachstum und weitere Stile setzt. Wer die Brennerei einordnen will, sollte sie weniger an der schottischen Tradition messen als an der Idee, einen eigenen walisischen Stil aufzubauen.


Fazit

Penderyn ist ein guter Tipp für alle, die fruchtigen, eleganten Single Malt ohne viel Wucht suchen und neugierig auf Whisky außerhalb Schottlands sind. Als Einstieg bietet sich der Madeira an, der den Hausstil am besten zeigt; wer es rauchiger mag, kann den Peated probieren. Der Stil ist nicht jedermanns Sache, denn er wirkt heller und weniger tief als viele Sherry-Malts. Wer das schätzt, bekommt einen eigenständigen Single Malt aus einem Land mit kurzer, aber lebhafter Whiskygeschichte.