Gin

Alpengin Austrian Dry Gin

4/5 Redaktionsbewertung
43 % vol.PremiumHinterstoder, Oberösterreich, Österreich
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Herstellung des Alpengin Austrian Dry Gin:

Der Alpengin wird in Hinterstoder gebrannt, einem Bergort im oberösterreichischen Stodertal am Fuß des Toten Gebirges. Die Destillerie gehört zum Hotel Sonnfeld (Sonnleiten 5) und verfügt über eine eigene Kupferbrennblase samt Brennrecht. Hinter dem Gin steht Alexander Habe aus dem Nachbarort Vorderstoder. Laut einem Bericht der Regionalzeitung Tips aus dem Jahr 2019 destilliert er seit seinem 18. Lebensjahr Schnaps als Hobby und entschied sich für Gin, weil dieser im Gegensatz zu Obstbränden nicht von der Ernte abhängt und das ganze Jahr über produziert werden kann. Die ersten Flaschen entstanden demnach Ende Mai 2019, nach zahlreichen verworfenen Rezepten.

Die Rezeptur setzt laut Bericht auf regionale Kräuter, Gewürze aus Mazedonien und Bergwasser aus Hinterstoder. Gebrannt wird nach Angaben des Hotels in kleinen Chargen von Hand nach der London-Dry-Methode, und zwar langsam und sanft in der traditionellen Kupferblase. Anschließend wird jede Flasche von Hand abgefüllt, etikettiert und signiert. Der Gin kommt mit 43 % vol. in 0,5- und 0,2-Liter-Flaschen auf den Markt. Falstaff bewertete ihn im November 2020 mit 93 Punkten. Das Hotel nennt außerdem den Landessieg der Landwirtschaftskammer Oberösterreich 2023 und den ersten Platz beim Goldenen Stamperl 2023, ein weiteres Goldenes Stamperl folgte 2026; Bronze beim Craft Spirits Festival in Berlin erhielt der Gin laut einem Gin-Verzeichnis zweimal.

Verkostung des Alpengin Austrian Dry Gin:

Die Redaktion hat den Gin nicht selbst verkostet; die folgende Beschreibung beruht auf Herstellerangaben und veröffentlichten Verkostungsnotizen. Das Hotel nennt den Gin „verspielt und ehrlich“ mit einem Hauch Alpen. Die Falstaff-Jury, die den Gin im November 2020 mit sieben Verkostern bewertete, beschreibt wärmendes Lakritz, harzigen Wacholder und fein gezeichnete Zitrusnoten. Am Gaumen stehe der Wacholder deutlich im Vordergrund, weißer Pfeffer und erdige Angelikawurzel geben Körper und Biss. Das Fazit der Jury lautet erfrischend und komplex, mit duftiger Struktur und vollem Körper.

Ein Händlerporträt ergänzt dazu Lavendel- und Holundernoten in der Nase sowie einen langen, weichen und frischen Abgang mit floralen Nuancen. Dieses Bild passt zum Wacholderschwerpunkt und zu den Blütenaromen, die der Hersteller nennt. In Summe entsteht ein klassisch wacholderbetonter Gin, bei dem die Zitrusseite nur dezent bleibt, während Würze und Blütenanteil für Profil sorgen.

Steckbrief Alpengin Austrian Dry Gin:

Alkoholgehalt: 43 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Lavendel, Holunder sowie laut Falstaff-Verkostungsnotiz Angelikawurzel und Lakritz-, Pfeffer- und Zitrusnoten; weitere Botanicals nennt der Hersteller nicht
Hersteller: Destillerie Sonnfeld (Hotel Sonnfeld, Familie Habe), Hinterstoder, Oberösterreich, Österreich

Brennen im Hotel: ein Gin aus der Berghotellerie

Ungewöhnlich am Alpengin ist der Ort der Herstellung: Die Destillerie ist mit dem Gastbetrieb verknüpft. Neben Verkostungen für Gäste, die laut Tourismusangebot sechs Destillate unter Anleitung eines Sommeliers umfassen, entstehen im Haus mehrere Gins. Zur Palette gehören ein Pink Gin namens „Lumy“, ein Barrel Aged Dry Gin als Rum Edition mit 45 % vol., ein Heidelbeerlikör mit 29 % vol. und ein Glüh Gin mit 40 % vol.

Für den Dry Gin bleibt der Ansatz schlicht: wenige genannte Botanicals und ein Brennverfahren, das auf Handarbeit und kleine Mengen setzt. Das Hotel verweist auf die London-Dry-Methode; was das nach EU-Recht bedeutet, erklärt unser Beitrag Gin-Kategorien in der EU. Die Zahl der Botanicals ist nicht veröffentlicht, sodass sich nur sagen lässt, was Hersteller und Jury benennen: Wacholder, Lavendel, Holunder, Angelika, Pfeffer und Zitrus. Wer Gin lieber nach der Zutatenliste beurteilt, findet hier also weniger Anhaltspunkte als bei Marken mit vollständig offengelegter Rezeptur.

Verwendung des Alpengin Austrian Dry Gin

  • Gin & Tonic: Das Hotel empfiehlt 4 cl Alpengin auf 200 ml Thomas Henry Tonic Water. Passend zum Holunderanteil kann auch Thomas Henry Elderflower Tonic Water eine Alternative sein (redaktionelle Empfehlung).
  • Serviervorschlag: Alexander Habe nennt laut Tips Heidelbeeren, eine Apfelscheibe und Lavendel als Garnitur zum Gin Tonic; das unterstreicht die florale Seite und gibt dem Drink Frucht.
  • Pur: Mit 43 % vol. lässt sich der Gin gut auf Eis trinken, wenn man den harzigen Wacholder und die Würze erkunden möchte (redaktionelle Einschätzung).

Der Alpengin richtet sich an alle, die einen wacholderbetonten Gin mit leichter Blütennote suchen und Wert auf einen kleinen, regionalen Produzenten legen. Dass jede Flasche laut Hotel von Hand abgefüllt und signiert wird, macht ihn zudem zu einem persönlichen Mitbringsel.

Im Vergleich zu bekannten alpinen Gins wie dem Z44 Gin aus Südtirol, der mit Lärchenzapfen und Enzian ein ausgesprochen eigenständiges Profil zeigt, bleibt der Alpengin klassischer: Wacholder steht im Mittelpunkt, Blüten und Gewürze unterstützen.

Einordnung & Alternativen

  • Z44 Gin – alpin und kräuterbetont, dabei mit Lärchenzapfen deutlich ungewöhnlicher und im Preis höher angesiedelt.
  • Löwen Dry Gin – österreichischer Gin aus dem Bregenzerwald mit alpiner Kräuterwürze und 40 % vol., etwas milder im Antritt.
  • Liebl Bavarian Dry Gin – Dry Gin einer Familienbrennerei aus dem Bayerischen Wald mit 46 % vol., für alle, die kleine Produzenten aus der Nachbarregion kennenlernen möchten.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder4/5
Zitrus2/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze3/5

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