Gin

Z44 Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
44 % vol.Tramin, Südtirol, Italien
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Z44 Gin:

Z44 – vollständig "Z44 Distilled Dry Gin" – stammt aus dem Haus Roner AG Brennereien im südtiroler Tramin, einem Familienunternehmen, das sich selbst als meistausgezeichnete Brennerei Italiens bezeichnet und seit Jahrzehnten vor allem für Grappa und Obstbrände bekannt ist. Mit Z44 wagte Roner den Schritt in die Gin-Welt und verband dabei die alpine Umgebung Südtirols mit mediterranen Einflüssen, die für die Region typisch sind – eine Positionierung zwischen Bergwelt und Weinbauklima, die den Gin von rein britisch geprägten Interpretationen des Stils deutlich abhebt.

Namensgebend und geschmacklich prägend sind Lärchenzapfen, die von Hand an den Hängen des Weißhorns bei Tramin gesammelt werden. Laut Roner erreichen die Zapfen erst nach rund drei Jahren die ideale Reife und werden im Sommer in mühevoller Handarbeit gepflückt, bevor sie in einer kleinen Brennblase separat destilliert und anschließend mit dem übrigen Destillat vermählt werden. Ergänzt wird das Lärchenaroma um alpine und mediterrane Kräuter und Blüten – darunter Schafgarbe, Veilchenwurzel und Enzianwurzel – sowie klassischen Wacholder und feine Limettennoten. Abgefüllt wird Z44 mit 44 % vol., was sich auch im Produktnamen widerspiegelt; eine Special Edition erscheint zusätzlich mit 45,5 % vol. Für ihre Arbeit wurde die Brennerei unter anderem mit Bartender-Gold-Auszeichnungen und weiteren internationalen Prämierungen bedacht, was die Selbstbezeichnung als vielfach ausgezeichnete Distillerie untermauert.

Verkostung des Z44 Gin:

In der Nase dominiert zunächst eine harzig-waldige Note der Lärchenzapfen, die an frisches Nadelholz und die Höhenluft der Südtiroler Berge erinnert – ein für Gin ungewöhnlicher, deutlich alpiner Auftakt. Wacholder ist präsent, ordnet sich aber dem komplexen Kräuterbild aus Schafgarbe, Veilchenwurzel und der leicht bitteren Enzianwurzel unter, die dem Gin eine kräuterlikörartige Tiefe verleihen. Am Gaumen setzt sich dieses Bild fort: harzige, fast balsamische Aromen treffen auf eine feine Limettenfrische, die für Spannung sorgt, ohne die alpine Grundstimmung zu überdecken. Die Enzianwurzel bringt eine dezente, angenehme Bitterkeit mit, die den Gin strukturiert und ihn von rein blumig-fruchtigen New-Western-Gins unterscheidet. Im Abgang bleiben die harzigen Lärchenzapfen-Aromen zusammen mit einem Hauch Veilchen am längsten bestehen, während die 44 % vol. angenehm warm, aber nicht aggressiv wirken.

Steckbrief Z44 Gin:

Alkoholgehalt: 44 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Lärchenzapfen (Weißhorn, Südtirol), Limette, Schafgarbe, Veilchenwurzel, Enzianwurzel sowie weitere alpine und mediterrane Kräuter
Hersteller: Roner AG Brennereien, Tramin, Südtirol, Italien

Die Lärchenzapfen: Ein Botanical aus der eigenen Bergwelt

Was Z44 fachlich besonders macht, ist der Umgang mit einem Botanical, das in der Gin-Welt praktisch kein zweites Mal in dieser Form vorkommt. Lärchenzapfen werden traditionell eher in der Kräuterheilkunde oder für Liköre der Alpenregion verwendet, nicht aber klassischerweise für Gin. Roner erntet sie gezielt an den Hängen des Weißhorns oberhalb von Tramin, wartet die dreijährige Reifezeit ab und lässt sie in Handarbeit im Hochsommer pflücken – ein aufwendiger, saisonal begrenzter Prozess, der sich deutlich vom industriellen Zukauf standardisierter Gewürzbotanicals unterscheidet. Die separate Destillation der Zapfen in einer kleinen Brennblase erlaubt es, ihr harziges Aroma präzise zu dosieren, bevor es mit dem restlichen Destillat aus Wacholder, Kräutern und Limette zusammengeführt wird. Damit positioniert sich Z44 explizit als "Distilled Dry Gin" mit regionaler Handschrift – ein Gin, der die alpine Herkunft seiner Brennerei nicht nur im Namen, sondern im tatsächlichen Botanical-Spektrum abbildet, statt lediglich mit einem Alpen-Etikett zu werben.

Verwendung des Z44 Gin

  • Gin & Tonic: Zur harzig-alpinen Aromatik passt ein zurückhaltendes, nicht zu süßes Tonic wie Thomas Henry Tonic Water, das den Lärchenzapfen und der Enzianwurzel Raum lässt, ohne zusätzliche Süße aufzudrängen. Wer die Kräuterkomponente betonen möchte, kann alternativ Thomas Henry Botanical Tonic probieren.
  • Serviervorschlag: Der Hersteller empfiehlt eine Serviertemperatur von rund 11 °C, kühler als viele klassische Gins – ein Hinweis darauf, wie fein austariert das Lärchenzapfen-Aroma ist und wie leicht es bei zu warmer Temperatur von Alkoholschärfe überdeckt werden kann.

Z44 eignet sich vor allem für Gin-Trinker, die abseits der üblichen Zitrus-Wacholder-Achse nach einem wirklich eigenständigen, regional verwurzelten Aromenbild suchen. Im Vergleich zu anderen alpin geprägten Gins wie dem norwegischen Bareksten Botanical Gin, der stärker auf nordische Fichten- und Wacholdernoten setzt, verortet sich Z44 klar im südtirolerisch-mediterranen Grenzbereich – harzig und kräuterwürzig, aber mit einer wärmeren, fast alpin-italienischen Note statt nordischer Kühle.

Dass Roner die Marke konsequent unter einem eigenen, vom Kernsortiment losgelösten Namen führt und dafür sogar eine separate Produktwelt samt eigener Website betreibt, zeigt, wie ernst die Brennerei den Einstieg ins Gin-Segment nimmt. Für Fans alpiner Spirituosen, die neben Grappa und Obstbränden auch einen Gin aus derselben Handschrift kennenlernen möchten, ist Z44 damit ein konsequenter, gut recherchierter Einstieg in die Südtiroler Interpretation des Distilled Dry Gin.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig5/5
Würze2/5

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