Ferdinand's Saar Dry Gin

Dry Gin

Ferdinand's Saar Dry Gin

4/5 Redaktionsbewertung
44 % vol.Deutschland
Dry GinGinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Ferdinand's Saar Dry Gin:

Der Ferdinand's Saar Dry Gin entstand 2013 als gemeinsames Projekt von Denis Reinhardt und Erik Wimmers, den Geschäftsführern der Capulet und Montague Brands GmbH, mit dem Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken aus dem Saartal. Gebrannt wird er unter der Leitung von Master Distiller Andreas Vallendar in der familieneigenen Brennerei in Wincheringen, während Winzerin Dorothee Zilliken für die weinseitige Komponente verantwortlich zeichnet – eine für deutsche Gins ungewöhnlich enge Verbindung zwischen Brennerei und Weingut. Namensgeber ist Ferdinand Geltz (1851–1925), königlich-preußischer Förster und Mitbegründer des VDP Mosel-Saar-Ruwer, dessen Vorliebe für die Region und ihre Kräuter den Gin bis heute prägt.

Mittels schonender Dampfinfusion werden die Aromen von über 30 Botanicals gelöst, von denen viele aus eigenem Anbau in den Weinbergen rund um die Saar stammen – darunter Pfirsiche, Quitten und Rubinette-Äpfel aus dem hauseigenen Obstgarten sowie Lavendel von brachliegenden Weinbergsflächen. Nach der Destillation reift der Gin rund vier Wochen, bevor ihm 1–5 % Riesling aus der Einzellage Saarburger Rausch des VDP-Weinguts zugesetzt werden. Diese Riesling-Infusion ist das Alleinstellungsmerkmal des Ferdinand's: Statt den Wein nur als Aromazusatz zu nutzen, verschneidet die Brennerei ihn so behutsam, dass seine mineralische, leicht weinige Frucht den Gin trägt, ohne ihn süßlich wirken zu lassen. Verdünnt wird ausschließlich mit Wasser aus der Region, sodass der Gin auf trinkfertige 44 % vol. kommt.

Verkostung des Ferdinand's Saar Dry Gin:

In der Nase zeigt sich der Ferdinand's Saar Dry Gin zunächst frisch und fruchtig, mit einer feinen Wacholdernote im Hintergrund, die nie dominant wird. Lavendel und florale Töne legen sich darüber, während die Riesling-Komponente eine dezente, fast mineralisch-weinige Frische beisteuert, die dem Gin seine Wiedererkennbarkeit verleiht. Am Gaumen wirkt er filigran und komplex zugleich: Zitrusaromen sind präsent, aber gut eingebunden, grüne und blumige Noten begleiten sie, und die weinige Süße des Rieslings rundet das dezente, aber spürbare Wacholderaroma sinnvoll ab, ohne die botanische Struktur zu verdecken. Der Alkohol tritt kaum in Erscheinung – für 44 % vol. wirkt der Ferdinand's ungewöhnlich mild und zugänglich. Im Abgang bleibt er lange floral und weinig, mit einem sanften Ausklang, der die Riesling-Note noch einmal betont, bevor er sanft verklingt.

Steckbrief Ferdinand's Saar Dry Gin:

Alkoholgehalt: 44 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Lavendel, Thymian, Hagebutten, Schlehen, Rosen, Hopfenblüten, Angelikawurzel, Mandeln, Ingwer, Koriander, Riesling (Saarburger Rausch)
Hersteller: Capulet und Montague Brands GmbH in Zusammenarbeit mit Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken

Botanicals des Ferdinand's Saar Dry Gin im Detail

Die über 30 Botanicals stammen bewusst zu großen Teilen aus dem eigenen Anbau entlang der Saar: Neben klassischen Gin-Zutaten wie Wacholder, Koriander und Angelikawurzel setzt die Brennerei auf regionaltypische Pflanzen wie Schlehen und Hagebutten, die dem Gin seine herb-fruchtige Tiefe geben, sowie Lavendel von brachliegenden Weinbergsparzellen, der die florale Seite trägt. Mandeln steuern eine feine, leicht nussige Rundung bei, Ingwer sorgt für einen dezenten Wärmeeffekt im Abgang. Die namensgebende Zutat bleibt jedoch der Riesling: Weil er erst nach der Destillation und Verdünnung zugesetzt wird, bringt er seine Frucht- und Mineralik unverändert in den fertigen Gin ein, statt beim Brennvorgang verlorenzugehen – ein Verfahren, das eher an die Assemblage in der Weinherstellung erinnert als an klassisches Compounding.

Verwendung des Ferdinand's Saar Dry Gin

  • Gin & Tonic: Der Ferdinand's Saar Dry Gin harmoniert am besten mit milden, wenig bitteren Tonics, die seine florale Riesling-Note nicht überdecken. Empfehlenswert ist die Kombination mit Aqua Monaco Tonic Water, garniert mit einer Orangenzeste – das Ergebnis ist ein stimmiger, aromatischer Gin & Tonic mit spürbarer Frucht. Auch ein neutraleres Fever-Tree Premium Indian Tonic Water funktioniert gut, wenn die Riesling-Note stärker im Vordergrund stehen soll, da es dem Gin weniger eigene Bitterkeit entgegensetzt.
  • Pur oder als Aperitif: Wegen seiner milden Säure und geringen Wacholderdominanz eignet sich der Ferdinand's auch gekühlt pur als Aperitif, ähnlich einem trockenen Wein-Digestif.

Damit richtet sich der Ferdinand's Saar Dry Gin vor allem an Genießer, die einen milden, weinig-floralen Gin abseits klassischer, wacholderbetonter London-Dry-Stile suchen – und an alle, die die Verbindung von Weinbau und Destillerie interessant finden. Wer kräftigen, klassischen Wacholdergeschmack erwartet, wird beim Ferdinand's eher enttäuscht; wer Eleganz und eine ungewöhnliche Herkunftsgeschichte schätzt, findet hier einen der eigenständigeren deutschen Gins.

Im Vergleich zu anderen deutschen New-Western-Style-Gins, die häufig auf regionale Früchte oder Kräuter als alleinstellendes Merkmal setzen, geht der Ferdinand's mit seiner Riesling-Assemblage einen ungewöhnlicheren Weg: Er positioniert sich näher an der Schnittstelle von Wein- und Spirituosenkultur als an der klassischen Gin-Destillerie. Das macht ihn auch als Geschenk für Weinliebhaber interessant, die sich erstmals an Gin herantasten möchten, ebenso wie für erfahrene Gin-Trinker auf der Suche nach einer Stilrichtung abseits des Mainstreams.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze2/5

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