Blended Whisky

The Irishman Harvest Irish Whiskey

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.MittelklasseAmerikanische Bourbonfässer, ohne AltersangabeIrland (Marke von Walsh Whiskey, Carlow)
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The Irishman Harvest – der frühere Founder's Reserve ohne Grain

Wer nach dem Irishman Founder's Reserve sucht, landet heute beim The Irishman Harvest. Die Marke hat die Flasche umbenannt: Nach Angaben des Händlers The Whisky Exchange ist der Harvest der Blend, der zuvor als Founder's Reserve verkauft wurde. Das Rezept ist dasselbe geblieben und für einen Blend ungewöhnlich: etwa 70 % Single Malt und 30 % Single Pot Still, ohne einen Tropfen Grain-Whiskey. Dreifach destilliert, in amerikanischen Bourbonfässern gereift, 40 % Vol. Das ist eine Stilrichtung zwischen Malt und klassischem Blend.

Geschichte: Ein Kaffeedrink als Startpunkt

Die Marke geht auf Bernard und Rosemary Walsh zurück. Nach Whisky Advocate verließ das Paar Irland für Jobs in der IT in London, kehrte 1999 zurück und brachte „Hot Irishman“ auf den Markt, einen Fertigmix für Irish Coffee. 2007 folgte der Whiskey The Irishman, später Writers' Tears, ein Pot-Still-Blend, der um 2010 erschien. Zu den Firmennamen: Der Hersteller heißt Walsh Whiskey und sitzt in County Carlow.

2016 eröffnete das Paar zusammen mit dem Likörkonzern Illva Saronno, dem Hersteller des Disaronno, in Royal Oak bei Bagenalstown (County Carlow) eine Brennerei für rund 25 Millionen Euro. Im Januar 2019 trennten sich die Partner: Illva Saronno übernahm die Brennerei und nannte sie Royal Oak Distillery, die Getränkemarken blieben nach Drinks International bei den irischen Gesellschaftern von Walsh Whiskey, darunter The Irishman und Writers' Tears.

Der Harvest im Speziellen

Der Whiskey trägt keine Altersangabe. Der Whisky-Blog The Whiskyphiles und der Händler Cork Billy's berichten dasselbe: eine Mischung aus Single Malt und Single Pot Still, dreifach destilliert, aus reiner irischer Gerste, gereift in amerikanischer Eiche. Der Händler Berry Bros. & Rudd beschreibt den Whiskey als ursprüngliche Signatur-Mischung des Gründers Bernard Walsh und als moderne Interpretation des alten irischen Pot-Still-Whiskeys. Die Umbenennung folgte nach Cork Billy's, um das landwirtschaftliche und brennerische Erbe Irlands zu würdigen. Das Datum nennen die Quellen nicht; das Portal Bevnet berichtet 2022 über die Neuaufmachung der Marke in den USA.

Wichtig für die Einordnung: Der frühere Founder's Reserve wurde 2017 von Scotchnoob als gekaufter, nicht selbst gebrannter Whiskey bezeichnet. Ob das heute noch gilt, wissen wir nicht, die Marke macht dazu keine Angabe. Zur Kühlfiltrierung haben wir keine verlässliche Angabe gefunden. Der Pot-Still-Anteil bringt die Würze ins Rezept, der Verzicht auf Grain die gerstige Note; wie diese Stile zusammenhängen, erklärt der Beitrag zu Pot Still und Dreifachdestillation.

Vergleich mit Writers' Tears

Die Schwestermarke Writers' Tears nutzt dieselbe Idee in anderer Mischung. Scotchnoob nennt dort 40 % Malt und 60 % Pot Still, beim Harvest überwiegt der Malt mit 70 %. Wer beide nebeneinander probiert, vergleicht damit direkt, was ein größerer oder kleinerer Pot-Still-Anteil ausmacht; zum Vergleich bietet sich der Writers' Tears Copper Pot an.

Verkostungsnotiz

Die folgende Beschreibung stützt sich auf Herstellerangaben und veröffentlichte Verkostungsnotizen, etwa von The Whisky Exchange, The Whiskyphiles und Cork Billy's.

  • Farbe: Tiefes Gold, laut Cork Billy's recht dunkel.
  • Nase: Pfeffrige Würze und Pfirsich (Herstellerangabe), dazu grüner Apfel, Birne und Zitrus. The Whiskyphiles notieren Karamell, Honig, Melone und Getreide, später Birnengelee.
  • Gaumen: Pot-Still-Würze, dunkle Schokolade und Bourbon-Eiche (Hersteller). The Whisky Exchange nennt reife Frucht, Vanille, Butterscotch, Toffee, Pfeffer, Muskat und Nelke.
  • Abgang: Eiche und Butterscotch (Hersteller); The Whiskyphiles beschreiben ihn als mittellang und leicht trocknend, mit Bourbon-Eiche und Gebäck.

The Whiskyphiles vergeben 84 von 100 Punkten, der Rezensent von Whisky Saga bewertete den früheren Founder's Reserve mit 86. Scotchnoob fällt kritischer aus: Der Rezensent vergibt eine Drei, nennt den Geschmack etwas zweidimensional und würde für Writers' Tears ein paar Dollar mehr ausgeben.

Genuss-Empfehlung

Pur im Tulpenglas oder mit einem Eiswürfel, ein Schuss Wasser dämpft die Pfeffrigkeit. Der Harvest ist ein guter Mix-Kandidat für einen Whiskey Highball mit Ginger Ale oder für einen Irish Coffee, was zur Gründungsgeschichte der Marke passt. Zum Essen passen Cheddar mit Chutney, gebackener Apfel mit Zimt, Haferkekse oder ein dunkles Schokoladendessert.

Einordnung & Alternativen

Fazit

Der The Irishman Harvest ist ein gerstig-würziger Blend ohne Grain, der zwischen Malt und klassischem Blend einen eigenen Platz findet. Er ist leichter als ein Pot-Still-Whiskey, aber vielschichtiger als ein Grain-Blend, bei 40 % Vol. und in der Mittelklasse. Wegen der Umbenennung lohnt der Blick aufs Etikett: Ältere Flaschen tragen noch den Namen Founder's Reserve. Dafür und für die Kritikerurteile von 84 bis 86 Punkten vergeben wir 4 Punkte. Wie sich solche Mischungen von Single Malts abgrenzen, zeigt der Artikel zu Single Malt und Blended Whisky.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche3/5

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