Irish Whiskey

Writers' Tears Red Head Irish Single Malt Whiskey

4/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.MittelklasseEx-Oloroso-Sherry-Butts (laut Hersteller ausschließlich), ohne AltersangabeIrland (Marke von Walsh Whiskey, Carlow)
Irish WhiskeySingle MaltWhisky
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Writers' Tears Red Head – Der Malt der Marke in rotem Sherryholz

Der Writers' Tears Red Head ist der Single Malt in der Reihe von Walsh Whiskey, die sonst vor allem für ihre Mischung aus Pot Still und Malt bekannt ist. Er besteht nur aus Malt-Whiskey, wird mit 46 % Vol. abgefüllt, ist nicht kühlgefiltert und reift nach Herstellerangaben ausschließlich in Oloroso-Sherryfässern.

Ein Hinweis zur Beschreibung: Händler nennen den Red Head manchmal als Bourbonfass-Reifung mit Sherry-Finish. Das stimmt mit den Herstellerseiten und der Presse zur Markteinführung nicht überein. Wir folgen hier den Herstellerangaben.

Geschichte: Der Malt der Marke

Walsh Whiskey ist ein Familienunternehmen aus Carlow, 1999 von Bernard und Rosemary Walsh gegründet. Die Firmengeschichte, den Hintergrund des Markennamens und die Trennung vom Brennerei-Partner haben wir beim Writers' Tears Copper Pot bereits beschrieben und wiederholen sie nicht.

Für den Red Head gilt: Er erschien im Herbst 2016 als erste reine Single-Malt-Abfüllung der Marke, zunächst limitiert auf 12.000 Flaschen für ausgewählte Märkte.

Der Red Head im Speziellen

Der Hersteller beschreibt den Red Head als dreifach destillierten Irish Single Malt aus Kupferbrennblasen und nennt die Fässer „handverlesene spanische Sherry-Butts“, die zuvor Oloroso enthielten. Eine Altersangabe gibt es nicht. Die Abfüllung erfolgt mit 46 % Vol., ohne Kühlfiltrierung. Eine Färbung wird nicht erwähnt, die Farbe kommt nach Herstellerdarstellung aus dem Holz.

Offen bleibt, aus welcher Brennerei das Destillat stammt. Die Marke nennt keine, und die Quellen widersprechen sich: Je nach Bericht ist von Cooley, von Midleton oder von der Walsh-Brennerei die Rede. Weil die Walsh-Brennerei erst im Sommer 2016 eröffnete, die Abfüllung aber noch im selben Jahr erschien, halten wir die letzte Variante für unwahrscheinlich; belegt ist keine.

Herstellung: Nur Sherry, kein Kompromiss

Anders als bei den Geschwistern, die Bourbonfässer und teils Cognacholz nutzen, verzichtet der Red Head auf amerikanische Eiche. Die Reifung findet vollständig in Oloroso-Fässern statt, wie sie in Jerez für trockenen, nussigen Sherry genutzt werden. Oloroso gibt dem Malt Rosine, dunkle Pflaume, Orangenschale und Nuss mit. Wie lange der Whiskey im Fass lag, sagt die Marke nicht, ebenso wenig, ob Fässer verschiedener Füllungen zusammenkommen.

Weil das Destillat dreifach gebrannt wird, ist es leicht und rein, der Sherry hat entsprechend viel Raum. Das Ergebnis ist kein dichter Sherry-Koloss, sondern ein vergleichsweise heller Malt mit klar erkennbarer Sherrynote.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Rötliches Bernstein bis Rubin, von Herstellerseite als „rich ruby“ beschrieben.
  • Nase: Orangenschale, getrocknete Früchte und in Sherry getränkte Pflaumen, dazu Mandel und ein Hauch Schokolade.
  • Gaumen: Nussiger Oloroso, würzige Rosinen und cremiges Eichenholz, mit Pfeffer, etwas Leder und Kirsche. Die Süße steht im Vordergrund, die Würze ist spürbar.
  • Abgang: Lang und komplex, mit Orange, Gewürz und trockener Eiche.

Der Gesamteindruck ist der eines gut gemachten Sherry-Malts, bei dem die 46 % Vol. für Struktur sorgen. Die Würze kann bei empfindlichen Trinkern etwas scharf wirken, ein Spritzer Wasser nimmt ihr die Spitze. Insgesamt wirkt der Red Head erwachsener und dichter als die Basisabfüllungen der Marke. Wer vom Copper Pot kommt, merkt sofort den Wechsel von heller Apfelfrucht zu dunkler Trockenfrucht und von Honig zu Nuss, auch weil der Pot-Still-Anteil mit seiner Getreidewürze hier fehlt.

Genuss-Empfehlung

Am besten schmeckt der Red Head pur im Tulpenglas bei Zimmertemperatur, gern mit einigen Tropfen Wasser. Ein Eiswürfel dämpft die Aromen eher, als dass er sie öffnet. Als Cocktail ist er zu schade, ein Manhattan mit Sherryanteil wäre noch die sinnvollste Variante. Zum Essen passen dunkle Schokolade, Walnüsse, Lebkuchen, Orangen-Dessert und kräftiger Hartkäse.

Einordnung & Alternativen

  • Writers' Tears Copper Pot: der Klassiker der Marke, leichter und bourbonfassgeprägt, bei 40 % Vol.
  • Writers' Tears Double Oak: Pot Still und Malt aus Bourbon- und Cognacfässern, ebenfalls 46 % Vol.
  • The Sexton: ein weiterer irischer Single Malt aus Sherryfässern, aber weicher und deutlich süßer.

Als Gegenstück ohne Sherry bietet sich der Teeling Single Malt an, der mit mehreren Weinfass-Typen arbeitet.

Fazit

Der Writers' Tears Red Head ist ein stimmiger Sherry-Malt: nicht kühlgefiltert, mit 46 % Vol. abgefüllt und mit einer klaren Handschrift aus Orange, Pflaume, Rosine und Nuss. Er richtet sich an Freunde sherrygereifter Whiskys, die den Weg nach Irland suchen, und an Fans der Marke, die einmal reinen Malt probieren möchten. Dass Herkunft und Alter des Destillats im Dunkeln bleiben, ist der einzige echte Makel, deshalb vergeben wir 4,0 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche3/5

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