Scotch Whisky

Torabhaig Cnoc na Moine Legacy Series Chapter 3

4/5 Redaktionsbewertung
46 % vol.MittelklasseEx-Bourbon-, Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässer, ohne AltersangabeSleat, Isle of Skye, Schottland
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Torabhaig Cnoc na Mòine – Das Torfkapitel der Legacy Series

Der Torabhaig Cnoc na Mòine ist der stark getorfte Malt der noch jungen Brennerei auf der Halbinsel Sleat im Süden der Isle of Skye. Der gälische Name bedeutet sinngemäß "Hügel des Torfs", und das ist Programm: Hier geht es weniger um Küstenfrische als um Rauch, Asche und Pfeffer, abgerundet durch Sherryfässer. Abgefüllt wird mit 46 % vol., ohne Kühlfiltrierung und ohne Farbstoff, offiziell als Kapitel 3 der Legacy Series.

Wer von Skye automatisch Talisker erwartet, bekommt hier eine andere Handschrift: weniger Salzpfeffer-Schärfe, dafür mehr Glut und Holzkohle.

Geschichte: Ein Torfkapitel mit Sherry-Premiere

Die Legacy Series dokumentiert, wie sich der Torabhaig-Stil auf dem Weg zu einer reiferen Kernabfüllung entwickelt. Kapitel 3 erschien 2024 als limitierte Edition, nach Herstellerangaben mit rund 90.000 Flaschen weltweit. Whisky Maker Neil MacLeod Mathieson nannte es die erste Abfüllung, bei der Sherryfässer eine Rolle spielen. Das macht diese Flasche zu einem Wendepunkt der Reihe.

Die Brennerei selbst gehört zur Mossburn-Gruppe und hat 2017 mit der Produktion begonnen. Ein eigenes Porträt führen wir bislang nicht. Wie Skye im Verhältnis zu Orkney, Jura oder Arran einzuordnen ist, beantwortet unser Überblick zu den schottischen Inseln.

Der Cnoc na Mòine im Speziellen

Die Flasche trägt keine Altersangabe. Einzelne Meldungen nennen zehn Jahre, die Herstellerseite und mehrere Rezensionen führen sie dagegen als NAS, und das ist bei einer Brennerei mit Start 2017 auch die plausible Lesart. Wir folgen dem Hersteller.

Das Fassprofil besteht laut Brennerei aus Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche sowie Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässern. Die Anteile werden nicht genannt. Mit 46 % vol. liegt die Stärke etwas über dem Standard von 40 Prozent und lässt dem Rauch Raum, ohne ihn scharf zu machen. Nicht kühlgefiltert bedeutet, dass bei Kälte oder Wasserzugabe ein leichter Schleier entstehen kann, der kein Fehler ist (mehr dazu in unserem Artikel zur Kühlfiltrierung).

Herstellung: Wie viel Torf steckt wirklich drin?

Die Gerste ist stark getorft, nur die Zahl schwankt je nach Quelle. Die Herstellerseite nennt 78,4 ppm im Malz, wovon im fertigen Whisky rund 19,7 ppm ankommen. Andere Berichte sprechen von 55 bis 60 ppm im Korn, eine weitere Quelle von 77 ppm. Die Spanne ist nicht ungewöhnlich, weil die Messmethoden und Stichproben nicht identisch sind. Warum die Zahl im Malz nicht eins zu eins im Glas auftaucht, erklärt unser Beitrag zum ppm-Wert.

Laut Hersteller kommen Concerto- und Anchor-Malz sowie Pinnacle- und Anchor-Hefe zum Einsatz. Andere Quellen nennen nur Concerto und Pinnacle MG+. Mehr gesicherte Details zu Maischen und Brennblasen führen wir nicht an.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Mittleres Gold mit leichtem Bernsteinschimmer, natürlich belassen.
  • Nase: Verglühende Holzkohle und Torfrauch, Orangenschale, Vanille und frisch gesägte Eiche, dazu ein Hauch Asche.
  • Gaumen: Rauch mit gegrillter Note, schwarzer Pfeffer und eine leicht säuerliche Balsamico-Spur, dazu Zedernholz, Leder und milde Süße.
  • Abgang: Mittellang bis kurz, der Sherry federt Torf und Gewürz ab; je nach Verkoster bleiben Zitrone und weißer Pfeffer.

Interessant ist die Balance. Der Torf dominiert, aber nicht plump: Die Sherryfässer bringen dunkle Fruchtnoten und etwas Süße, bleiben aber im Hintergrund. Salzig-maritime Töne fallen je nach Verkostung stärker oder schwächer aus, das Profil wirkt insgesamt eher rauchig-würzig als küstenfrisch. Dass der Abgang manchen zu kurz ist, ist ein nachvollziehbarer Kritikpunkt.

Genuss-Empfehlung

Pur in einem Nosing-Glas kommt die Schichtung am besten zur Geltung. Wenige Tropfen Wasser öffnen die Orangenschale und nehmen dem Pfeffer etwas Schärfe. Eis ist nicht nötig, ein großer Würfel bremst aber Rauch und Süße gleichmäßig. Kulinarisch passt der Malt zu Gegrilltem, zu Räucherfisch, zu kräftigem Blauschimmelkäse und zu dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil. Als Highball mit Soda und einem Zitronenzeist bleibt er rauchig und taugt zum Einstieg in getorfte Malts.

Einordnung & Alternativen

Fazit

Der Torabhaig Cnoc na Mòine zeigt, was eine junge Brennerei aus kräftigem Torf und einer Prise Sherry machen kann. Er ist rauchig, würzig und angenehm trinkbar, nicht kühlgefiltert und ungefärbt. Für alle, die Talisker kennen und mehr Rauch wollen, oder für Islay-Fans, die Skye entdecken möchten, ist er ein lohnender Schritt; wer es filigran und fruchtig liebt, ist bei anderen Abfüllungen besser aufgehoben. Wer es eher zurückhaltend mag, greift zum Ardnamurchan AD/. Für ein sauber gebautes Profil, den fairen Rauchanteil und die Sherry-Premiere, bei einem nur mittellangen Abgang, vergeben wir deshalb 4 Punkte.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf4/5
Fruchtigkeit2/5
Würze/Eiche3/5

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