Black Gin & Schweppes Herbal Tonic Water (4/5)

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Black Gin & Schweppes Herbal Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Black Gin und Schweppes Herbal Tonic Water bringen zwei unterschiedliche Kräuterwelten zusammen. Der im Schwarzwald destillierte Black Gin ist kräuterig-harzig mit Anklängen an Nadelholz und Waldkräuter geprägt, wie sie für die Region typisch sind, und wird mit kräftigen 44 % vol. abgefüllt, die das dichte Aromenbild zusätzlich konzentrieren. Das Herbal Tonic Water von Schweppes wiederum wurde 2021 gemeinsam mit Bartendern entwickelt und setzt mit Rosmarin, Thymian, Oregano und Majoran auf eine explizit mediterrane Kräutergarten-Rezeptur, ergänzt um eine helle Zitronennote. Die Kombination stellt damit zwei geografisch und botanisch unterschiedliche Interpretationen von "kräuterig" gegenüber: den dunklen, waldig-erdigen Charakter des Schwarzwalds und die helle, sonnenverwöhnte Kräuterküche des Mittelmeerraums – ein Kontrast, der bei einem weniger kräuterbetonten Gin schnell auseinanderfallen könnte, hier aber überraschend gut funktioniert.

Warum diese Kombination funktioniert

Weil Black Gin selbst schon deutlich kräuterig-erdig ausgerichtet ist, trifft er im Herbal Tonic auf eine Aromenwelt, die zwar anders benannt, aber strukturell verwandt ist: Beide Seiten arbeiten mit intensiven, wenig fruchtigen Kräuternoten statt mit Süße oder Zitrusfrische. Die moderate Chinin-Bitterkeit des Tonics gibt dem hochprozentigen, dichten Gin die nötige Struktur, um nicht zu schwer oder zu einseitig erdig zu wirken, während Rosmarin, Thymian und Oregano eine zusätzliche, hellere Kräuterebene einziehen, die das dunkle Nadelholz-Profil des Gins auflockert, ohne es zu verdrängen. Weil beide Zutaten wenig auf Süße setzen – der Gin verzichtet auf ausgeprägte Zitrus- oder Fruchtnoten, das Tonic bleibt trotz seiner Zitronenkomponente insgesamt zurückhaltend süß –, bleibt die Gesamtsüße der Kombination niedrig und der Charakter durchgehend herb-trocken. Genau diese Konsequenz macht die Paarung stimmig, auch wenn die Kombination aus zwei sehr unterschiedlichen Kräutertraditionen naturgemäß nicht ganz so nahtlos verschmilzt wie eine Paarung mit direkt geteilten Botanicals.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink dicht und kräuterig, mit dem harzigen Nadelholz des Gins im Zentrum, begleitet von Rosmarin und Thymian aus dem Tonic sowie einer hellen, dezenten Zitronennote im Hintergrund. Am Gaumen bleibt die Süße insgesamt gering – der Drink wirkt trocken und würzig statt rund oder fruchtig. Die Säure hält sich ebenfalls zurück, sodass Zitrone hier eher als feiner Akzent denn als spürbare Frischekomponente wahrnehmbar ist. Wacholder und die Waldkräuter des Gins bilden weiterhin das erdige Fundament, während Oregano und Majoran aus dem Tonic für zusätzliche Würze und Tiefe sorgen. Der Abgang ist lang, trocken-kräuterig und durch den kräftigen Alkoholgehalt des Gins spürbar wärmend – insgesamt eine vielschichtige, aber klar herb-würzig statt süß oder fruchtig ausgerichtete Kombination, die eher an einen Winterabend als an einen leichten Sommerdrink denken lässt.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis ist hier besonders wichtig, um den kräftigen Alkoholgehalt von Black Gin abzumildern und der dichten Kräuterwürze etwas Kühle entgegenzusetzen. Ein Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) sorgt für ausreichende Verdünnung, ohne dass die Waldkräuternoten untergehen. Als Garnitur empfiehlt sich ein Zweig Rosmarin oder Thymian, der die im Tonic bereits vorhandene mediterrane Kräuternote aufgreift und einen optischen wie aromatischen Übergang zu den dunkleren Waldaromen des Gins schafft. Auf süße oder fruchtige Garnituren sollte verzichtet werden, da sie dem bewusst trockenen, herben Charakter der Kombination entgegenwirken würden.

Einordnung & Vergleich

Black Gin selbst empfiehlt auf der eigenen Produktseite eher neutrale, klassische Tonics wie Thomas Henry Tonic Water oder Fentimans Tonic Water, die die erdigen Noten des Gins nicht überdecken sollen. Das Herbal Tonic Water geht einen anderen Weg: Statt sich möglichst neutral zu verhalten, bringt es eine eigene, klar erkennbare mediterrane Kräuterebene mit ins Spiel, die mit den Waldkräutern des Gins in einen aktiven Dialog tritt, statt sich im Hintergrund zu halten. Das Ergebnis ist komplexer, aber auch weniger vorhersehbar als die zurückhaltenderen Empfehlungen des Herstellers. Innerhalb der Schwarzwälder Gin-Landschaft, die international vor allem durch Monkey 47 Dry Gin bekannt wurde, zeigt sich zudem: Während Monkey 47 mit seiner Fülle an Botanicals fast jedes Tonic verträgt, braucht der reduziertere Black Gin ein Tonic mit eigenem Charakter, um nicht eindimensional zu wirken – eine Rolle, die das Herbal Tonic hier zuverlässig übernimmt.

Fazit

4/5 Punkte. Eine kräftige, kräuterbetonte Kombination, die zwei unterschiedliche Kräutertraditionen – Schwarzwälder Waldkräuter und mediterrane Gartenkräuter – überzeugend zusammenbringt, ohne dass eine Seite die andere verdrängt. Besonders geeignet für kühlere Jahreszeiten und alle, die trockene, wenig süße Longdrinks mit spürbarem Charakter bevorzugen. Wer einen leichteren, fruchtig-süßeren Sommerdrink sucht, ist mit dieser Kombination weniger gut bedient und sollte eher zu einem milderen, klassischeren Tonic greifen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße1/5