Bobby's Schiedam Dry Gin & Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic (4/5)

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Bobby's Schiedam Dry Gin & Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Bobby's Schiedam Dry Gin erzählt die Migrationsgeschichte von Bobby Alfons, der in Niederländisch-Indien geboren wurde und in den 1950er-Jahren mit indonesischen Gewürzen einen klassischen niederländischen Jenever aromatisierte. Zitronengras, Zimt, Gewürznelken und Kubebenpfeffer prägen die heutige, erst 2012 von seinem Enkel Sebastiaan gemeinsam mit dem Master Distiller der traditionsreichen Destillerie Herman Jansen kommerzialisierte Rezeptur. Schiedam selbst gilt seit rund 1590 als eines der Zentren der niederländischen Jenever-Produktion, was sich bis heute im markanten, von Windmühlen geprägten Stadtbild zeigt – ein historischer Hintergrund, den die an einen Genever-Krug erinnernde, mit indonesischem Ikat-Muster verzierte Flasche bewusst aufgreift. Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic wiederum setzt auf eine ganz andere asiatische Zitrusfrucht: die japanische Yuzu, die geschmacklich zwischen Mandarine, Grapefruit und Limette changiert. Auf der eigenen Produktseite empfiehlt das Tonic in erster Linie japanisch geprägte Gins wie Roku oder Ki No Bi, die dieselbe Frucht direkt in ihrer Rezeptur führen. Bobby's Gin nimmt hier einen anderen Weg: Statt japanischer Yuzu-Botanicals bringt er indonesisch-niederländische Gewürzwärme mit – eine Kombination, die zwei unterschiedliche asiatische Aromentraditionen über eine gemeinsame Fernost-Inspiration zusammenführt, statt dieselbe Frucht doppelt zu servieren.

Warum diese Kombination funktioniert

Weil Bobby's Gin keine eigene Yuzu-Note mitbringt, entsteht hier kein Verstärkungseffekt wie bei den auf der Tonic-Produktseite empfohlenen japanischen Gins, sondern ein Kontrast-Pairing: Die exotische, zwischen Mandarine und Grapefruit changierende Fruchtigkeit der Yuzu trifft auf die warme Gewürzwürze aus Zimt, Gewürznelken und Kubebenpfeffer, die dem Gin seinen orientalisch anmutenden Charakter verleiht. Beide Komponenten stammen ursprünglich aus Südostasien beziehungsweise Ostasien, sodass trotz unterschiedlicher Aromenrichtung eine thematische Klammer bestehen bleibt. Die für Goldberg-Verhältnisse ungewöhnlich komplexe Säure-Süße-Bitterkeits-Balance des Yuzu Tonics bietet dabei genug eigenes Gewicht, um sich gegen die kräftige Würze des Gins zu behaupten, statt darin unterzugehen – ein Punkt, an dem ein neutraleres Tonic hier schnell überfordert wäre. Das im Gin enthaltene Zitronengras findet zudem einen entfernten Anklang in der zitrischen Yuzu-Note, sodass zumindest eine leise Brücke zwischen den beiden Fruchtprofilen besteht, auch wenn sie nicht identisch sind.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich zunächst die exotische, an Mandarine und Grapefruit erinnernde Yuzu-Note des Tonics, die sich mit dem Zitronengras und den warmen Gewürzen des Gins zu einem vielschichtigen, orientalisch anmutenden Bild verbindet. Am Gaumen zeigt sich eine gute Balance zwischen der fruchtig-zitrischen Yuzu-Fruchtigkeit und der Gewürzwärme aus Zimt, Gewürznelken und Kubebenpfeffer – die moderate Säure des Tonics tritt dabei nicht spritzig-vordergründig auf, sondern fügt sich als eine von mehreren gleichwertigen Aromenebenen ein. Die dezente Süße rundet die kräftige Würze ab, ohne sie zu übertönen. Insgesamt eine der komplexesten Kombinationen im Programm, bei der Fruchtigkeit, Gewürzwärme und feine Bitterkeit gleichberechtigt nebeneinanderstehen, statt dass eine Komponente die Führung übernimmt. Der Abgang ist mittellang, würzig-fruchtig, mit einem Nachklang aus Gewürznelke und Yuzu-Zitrus.

Serviervorschlag

Ein großes Glas mit reichlich Eis hält sowohl die kräftige Kohlensäure des Yuzu Tonics als auch die Gewürzfülle des Gins auf angenehmer Trinktemperatur. Ein Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) funktioniert gut, da beide Komponenten von Haus aus bereits recht intensiv sind und sich in dieser Verdünnung am besten gegenseitig ergänzen, statt sich zu überlagern. Als Garnitur empfiehlt sich eine dünne Zitrus- oder, falls verfügbar, Yuzu-Zeste, die die exotische Fruchtnote des Tonics zusätzlich unterstreicht, ohne die Gewürzwärme des Gins zu verdrängen.

Einordnung & Vergleich

Anders als bei den auf der Tonic-Produktseite als naheliegendste Partner genannten japanischen Gins Roku Gin und Ki No Bi Kyoto Dry Gin, die die Yuzu-Note direkt in ihrer eigenen Rezeptur führen und diese damit verdoppeln, entsteht bei Bobby's Gin ein Kontrast zwischen zwei verschiedenen fernöstlichen Traditionen – niederländisch-indonesischer Jenever-Würze auf der einen, japanischer Zitrusfrucht auf der anderen Seite. Auf der eigenen Produktseite empfiehlt Bobby's Gin für ein florales Profil eigentlich Fentimans Tonic Water und für einen zitrischen Kontrast East Imperial Grapefruit Tonic Water – das Yuzu Tonic reiht sich als dritte, noch komplexere Variante ein, die statt reiner Grapefruit-Herbe eine vielschichtigere, mandarinenartige Fruchtigkeit beisteuert. Innerhalb der umfangreichen Goldberg-&-Sons-Produktfamilie zählt das in Zusammenarbeit mit dem Mixologen Jimmy Barrat entwickelte Japanese Yuzu Tonic zudem zu den aromatisch komplexesten Editionen der Marke – deutlich fruchtiger und vielschichtiger als das klassische, zurückhaltende Goldberg-&-Sons-Tonic Water, was es zu einem passenden Gegenüber für einen ebenfalls botanisch vielschichtigen Gin wie Bobby's macht.

Fazit

4/5 Punkte. Eine geschmacklich vielschichtige Kombination, die zwei unterschiedliche asiatisch inspirierte Traditionen über eine gemeinsame Fernost-Herkunft zusammenbringt, statt auf eine naheliegende Yuzu-Verdopplung zu setzen. Empfehlenswert für alle, die Bobby's Gin über die eigenen Tonic-Empfehlungen hinaus mit einer exotischeren, fruchtig-komplexeren Facette erleben möchten. Wer eine einfachere, klar lesbare Kombination bevorzugt, ist mit den vom Hersteller selbst genannten Optionen etwas besser beraten – wer Komplexität schätzt, findet hier eine der interessanteren Paarungen im Programm.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität5/5
Säure/Frische3/5
Süße3/5