Rum

Brugal Añejo Rum

3/5 Redaktionsbewertung
38 % vol.EinstiegsklasseEx-Bourbon-Fässer, je nach Quelle bis zu fünf JahrePuerto Plata, Dominikanische Republik
RumKaribik
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Herstellung des Brugal Añejo:

Der Brugal Añejo ist der klassische Verschnitt der dominikanischen Marke Brugal. Im Handel firmiert er auch als „Añejo Superior“. Er ist ein leichter, trocken wirkender Rum, der auf Melasse basiert und in zwei Kolonnen gebrannt wird. Das Haus Brugal wurde 1888 von Andrés Brugal Montaner in Puerto Plata an der Nordküste der Dominikanischen Republik gegründet, einem aus Sitges in Katalonien stammenden Auswanderer, der sein Handwerk zuvor auf Kuba gelernt hatte. 2008 übernahm die schottische Edrington Group die Mehrheit an dem Unternehmen, nach Angaben von Difford's Guide waren es 60 Prozent.

Die Melasse stammt aus dominikanischen Zuckerraffinerien. Nach der Gärung wird zweimal destilliert, in Kolonnenanlagen, die ein besonders leichtes, congenerarmes Destillat liefern. Gereift wird in gebrauchten amerikanischen Bourbonfässern, die Marke nutzt für andere Linien auch Sherryfässer. Beim Añejo sind es laut Difford's Guide Rums, die zwei bis fünf Jahre im Fass lagen. Andere Quellen sprechen vereinfacht von fünf Jahren. Weil die Quellen hier nicht übereinstimmen, lassen wir die genaue Reifedauer bewusst offen.

Mehr zur Destillerie steht in unserem Porträt der Brugal Destillerie.

Verkostung des Brugal Añejo:

  • Farbe: Klares Bernstein mit goldenen Reflexen.
  • Nase: Vanille, leicht verbrannte Crème brûlée, überreife Banane, ein Hauch Kaffee und Nuss. Dahinter eine grüne Holznote und etwas Alkoholschärfe.
  • Gaumen: Weich und süßlich beim Antrunk, mit Vanille, Karamell und Toffee. Dazu kommen schwarzer Pfeffer und dezent Tabak, der Körper bleibt schlank.
  • Abgang: Kurz bis mittellang, mit Toffee, trockenem Holz und einem Hauch Bitterschokolade. Bei 38 Prozent merkt man gelegentlich eine kleine Schärfe am Ende.

Die Tester sind sich bei diesem Rum nicht ganz einig. Einige beschreiben ihn als angenehm leicht und unaufdringlich, andere als dünn. Beides stimmt: Der Brugal Añejo wurde erkennbar nicht als Sipping-Rum für die lange Verkostung gebaut, sondern als zugänglicher brauner Rum, der in Mischgetränken seine Rolle klar erfüllt. Die Süße ist moderat, die Holzprägung zurückhaltend, und die Röstnoten bleiben auf Toffee und Kaffee begrenzt.

Steckbrief Brugal Añejo:

Alkoholgehalt: 38 % Vol.

Basis: Melasse, Kolonnendestillation

Fassreifung: Gebrauchte amerikanische Bourbonfässer, laut Difford's Guide zwei bis fünf Jahre; andere Quellen nennen bis zu fünf Jahre

Hersteller: Brugal & Co., Puerto Plata, Dominikanische Republik (Mehrheitseigner Edrington)

Herstellung im Detail: Leichter Verschnitt aus Doppelkolonne

Das Brugal-Destillat entsteht in zwei aufeinanderfolgenden Kolonnenbrennungen. Nach Angaben von Wikipedia steigt der Alkoholgehalt zunächst auf rund 90 Prozent und anschließend auf etwa 94,6 Prozent, bevor der Brand für die Fassreifung auf etwa 65 Prozent heruntergesetzt wird. Das Ergebnis ist ein sehr reines, leichtes Destillat, das viel Fassaroma aufnehmen kann, aber wenig Eigencharakter mitbringt.

Dominikanisches Recht verlangt mindestens ein Jahr Reife, und die Fässer dürfen weder umgesetzt noch aufgefüllt werden. Beim Añejo werden dann Chargen unterschiedlichen Alters zusammengeführt. Einem Testbericht zufolge enthält die Abfüllung etwa sieben Gramm Zusatzstoffe pro Liter, ein vergleichsweise niedriger Wert. Das passt zum recht trockenen Eindruck am Gaumen. Auffällig ist die niedrige Abfüllstärke von 38 Prozent, die etwas unter dem sonst üblichen Wert von 40 Prozent liegt und den Körper spürbar schlanker macht. Die Tester empfinden das Mundgefühl daher häufiger als dünn. Wer Brugal bislang nur als Einstiegsrum kennt, sollte den Añejo als das sehen, was er ist: den Standard der Reihe, auf dem die höheren Qualitäten aufbauen.

Verwendung des Brugal Añejo

  • Pur oder auf Eis: Geht gut, wenn man einen leichten Rum ohne viel Schwere möchte. Ein großer Eiswürfel mildert die kleine Alkoholschärfe.
  • Longdrink: Der Rum ist für die Cola-Kombination prädestiniert. Ein Cuba Libre mit frischem Limettensaft und Eis profitiert von der Vanille und dem Toffee. Auch ein gemischter Daiquiri mit dunklem Rum gelingt.
  • Pairing: Zu Grillfleisch, gerösteten Nüssen oder einem einfachen Vanilleeis mit Kaffee.

Einordnung

Innerhalb der Brugal-Reihe bildet der Añejo den Einstieg in die gereiften Rums. Wer mehr Fülle, Gewürz und Rosinenton sucht, greift zum Brugal 1888, der doppelt gereift wird und deutlich vielschichtiger auftritt. Unter den anderen karibischen Mischrums liegt der Ron Barceló Imperial ebenfalls im Bereich der zugänglichen, mild gereiften Rums. Der Ron Abuelo Añejo 7 Años aus Panama ist ein weiterer Vergleich aus dem gleichen Segment, und der Bacardí Reserva Ocho trägt mit acht Jahren eine höhere Reifestufe.

Der Brugal Añejo richtet sich an alle, die einen unkomplizierten, trockenen braunen Rum für Cuba Libre und andere Longdrinks suchen und kein Sipping-Erlebnis erwarten. Wir vergeben drei Punkte: ein solides Produkt mit klarer Aufgabe, aber zu wenig Tiefe und Körper für eine höhere Wertung, zumal die 38 Prozent Alkohol die Struktur zusätzlich verdünnen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Fruchtigkeit2/5
Holzfass/Würze2/5
Röstnoten/Melasse2/5

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