Corsair Triple Smoke – drei Rauchquellen aus Nashville
Der Corsair Triple Smoke ist ein amerikanischer Single Malt, der zeigt, wie frei die US-Craft-Szene mit Rauch umgehen kann. Das Malz wird nach Herstellerangaben auf drei verschiedene Arten geräuchert: mit schottischem Torf, deutschem Buchenholz und Kirschholz aus den USA. Anschließend wird der Whiskey in der Pot Still destilliert und in neuen, ausgekohlten amerikanischen Eichenfässern gelagert. Das Ergebnis liegt zwischen amerikanischer Süße und Islay-Rauch. Die Abfüllstärke von 40 % vol. folgt gängigen Händlerangaben.
Geschichte: Zwei Freunde und ein Biodiesel-Projekt
Der Ursprung von Corsair klingt nach Garagen-Legende. Die Jugendfreunde Darek Bell und Andrew Webber begannen mit dem Heimbrauen von Bier und Wein. Als ein Prototyp für eine Biodiesel-Anlage ins Stocken geriet, schlug Webber vor, stattdessen Whiskey zu machen. 2008 gründeten die beiden Corsair in Bowling Green im Bundesstaat Kentucky. 2010 folgte ein Standort in Nashville, laut Corsair die erste Craft-Brennerei der Stadt seit der Prohibition. Die Kentucky-Brennerei schloss 2018, der Hauptsitz ist heute in Nashville. Als Eigentümer nennt Wikipedia die beiden Gründer.
Zur Philosophie zählt eine hohe Eigenleistung: Corsair nutzt nach eigener Darstellung regionale Farmen sowie eine eigene Mälzerei und ein eigenes Räucherhaus. Die Marke sammelte zahlreiche Medaillen und wurde 2017 laut Wikipedia bei den Wizards of Whisky zur „World Distiller of the Year“ gewählt.
Der Corsair Triple Smoke im Speziellen
Der Name ist wörtlich gemeint: Drei einzeln geräucherte Malze werden zusammengeführt, sodass der Rauch laut Hersteller von der Nase bis in den Abgang gleichmäßig und ausbalanciert wirkt. Das Kirschholz stammt laut Corsair aus Wisconsin, das Buchenholz aus Deutschland und der Torf aus Schottland. Die Reifung findet in neuer amerikanischer Eiche statt, die kräftige Vanille und Karamell beisteuert und damit einen Gegenpol zum Rauch bildet. Eine Altersangabe führt die Flasche nicht.
Die Auszeichnung des Hauses unterstreicht das Konzept. Laut Wikipedia wurde der Triple Smoke 2017 von Whisky Advocate als „Artisan Whiskey of the Year“ geehrt und gewann zudem 2014 beim San Francisco World Spirits Competition die Doppelgold-Medaille. Wie Westland mit dem Flagship nutzt Corsair die Freiheiten der US-Kategorie, die dort ausführlich beschrieben wird.
Herstellung: Rauch aus der eigenen Räucherei
Dass Corsair eine eigene Mälzerei und ein Räucherhaus betreibt, macht ein Konzept wie das des Triple Smoke überhaupt erst praktikabel: Jede Rauchsorte lässt sich getrennt behandeln, bevor die Malze zusammenkommen. Torf liefert den erdigen, leicht maritimen Teil, Buchenholz einen trockenen, würzigen und Kirschholz einen fruchtig-süßen Rauch. Wie diese Anteile im Detail gewichtet sind, gibt die Brennerei nicht preis. Wer die Rolle des Torfs verstehen will, liest Islay Whisky: Brennereien, Torf und Stil; beim Triple Smoke ist der Torf nur eine von drei Stimmen.
Verkostungsnotiz
Die folgende Beschreibung stützt sich auf Herstellerangaben und veröffentlichte Verkostungsnotizen, z. B. der Brennerei Corsair.
- Farbe: Bernstein.
- Nase: Rauch von Beginn an, Holzfeuer und Kirschholz, dazu etwas Torf; darunter Malz und die Vanille der neuen Eiche.
- Gaumen: Rauch und Kirsche stehen im Vordergrund, dazu eine leichte maritime Note vom moosigen Torf. Laut Hersteller verbindet der Whiskey die Süße eines amerikanischen Whiskeys mit dem Rauch eines Islay-Single-Malts.
- Abgang: Rauchig und anhaltend, mit süßem Holz und Kirschrauch; laut Hersteller bleibt der Rauch bis zum Ende ausgewogen.
Genuss-Empfehlung
Der Triple Smoke ist ein Whiskey für kühle Abende am Feuer. Pur im Nosing-Glas zeigt er die Schichtung der drei Rauchquellen am deutlichsten; ein Tropfen Wasser hilft, Kirsche und Vanille herauszuholen. Auf Eis wird er schlanker, bleibt aber rauchig. In Cocktails taugt er als Rauchkomponente: Ein Old Fashioned mit wenig Zucker und einem Spritzer Orangenbitter lässt den Rauch ruhig mitschwingen, ohne die Zutaten zu erschlagen.
Kulinarisch liegt amerikanisches Barbecue nahe: Rippchen, Pulled Pork oder Brisket mit kräftiger Rauchrinde. Auch geräucherter Speck, Ahornsirup-Glasuren und dunkle Schokolade mit Kirsche passen dazu.
Einordnung & Alternativen
- Westland Flagship American Single Malt – cremig und malzig mit leiser Rauchnote, deutlich weniger rauchig.
- High West Campfire – ein Blend aus Bourbon, Rye und rauchigem Scotch-Malt, der Lagerfeuer-Rauch in anderer Form zeigt.
- Woodford Reserve Straight Malt – ein Malt mit Mais, Nüssen und Schokolade, aber ohne Rauch.
Fazit
Der Corsair Triple Smoke ist ein unkonventioneller Rauchwhiskey mit klarem Konzept: drei Rauchquellen, neue amerikanische Eiche, amerikanische Handschrift. Er eignet sich für alle, die getorften Whisky mögen, aber nicht dem schottischen Muster folgen müssen. Wer feine Zwischentöne sucht, bekommt hier eher Direktheit als Nuancen. Für Cocktails und Barbecue-Abende ist er eine interessante Wahl, und als Kontrast zu den üblichen Islay-Malts bringt er Abwechslung ins Regal.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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